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FRANKFURT (awp international) - Die Fusionsverhandlungen zwischen der Deutschen Börse und NYSE Euronext zum weltweit grössten Börsenbetreiber laufen auf Hochtouren und bringen mehr und mehr Details ans Licht. So erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Montag aus Kreisen, dass inzwischen feststehe, dass der derzeitige Eurex-Chef und stellvertretende Vorstandschef der Deutschen Börse, Andreas Preuss, auch stellvertretender Vorstandschef der neuen Megabörse werde. "Preuss wird Deputy und Finanzchef wird Gregor Pottmeyer", hiess es. Noch im Verlauf des Dienstags wird inzwischen am Markt ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen erwartet, nachdem nicht nur der Verwaltungsrat der NYSE über die Fusion abgestimmt haben wird, sondern auch die Beratung und Abstimmung des Aufsichtsrat der Deutschen Börse über die Fusion erfolgt ist.
Wenn Preuss stellvertretender Chef der neuen Megabörse wird, macht er einen weiteren Karrieresprung: Bereits seit vielen Jahren ist der 54-Jährige für die Deutsche Börse tätig. Schon 1990 bis zum Jahr 2000 hatte er führende Positionen beim Frankfurter Börsenbetreiber inne und war wesentlich beteiligt am Aufbau der damaligen Deutschen Terminbörse (DTB), der Vorgängergesellschaft der heutigen Eurex. Auch an der Gründung und dem Aufbau der Eurex zu einer der weltgrössten Terminbörsen war er beteiligt. 2006 wurde Preuss CEO der Eurex und 2008 stellvertretender CEO des Gesamtkonzerns Deutsche Börse. Der 48-jährige Pottmeyer dagegen ist recht neu bei der Deutschen Börse. Nach monatelanger Suche nach einem geeigneten Finanzchef erhielt diesen Posten schliesslich im Oktober 2009 der aus Saarbrücken stammende Banker.
ANALYST: 'ERNENNUNG VON PREUSS ZUM DEPUTY WÄRE FOLGERICHTIG'
Die Aktie der Deutschen Börse reagierte auf die durchsickernden Details marktkonform mit moderaten Kursaufschlägen von 0,4 Prozent. "Preuss verantwortet den wichtigsten Geschäftsbereich der Deutschen Börse und so wäre es nur folgerichtig, wenn er im neu entstehenden Unternehmen stellvertretender CEO wird", sagte Analyst Christian Muschick von der Investmentbank Silvia Quandt.
In der vergangenen Woche erst hatten NYSE Euronext und Deutsche Börse die überraschte Öffentlichkeit über bereits "weit fortgeschrittene Verhandlungen" informiert. Hinsichtlich der Besetzung wichtiger Managementposten gaben sie aber lediglich bekannt, dass der Vorstandschef (CEO) der neuen Börse der derzeitige NYSE-Chef Duncan Niederauer werde und Verwaltungsratschef der derzeitige CEO der Deutschen Börse, Reto Francioni. In der Presse hiess es am Wochenende nun zudem, dass der bislang für den Kassamarkt zuständige Frank Gerstenschläger das Geschäft mit Index-Produkten verantworten solle, Jeffrey Tessler weiter den Wertpapierverwahrer Clearstream führen und Preuss weiter die Geschäfte der Eurex verantworten solle.
EUREX/LIFFE: GEMEINSAM WELTGRÖSSTE TERMINBÖRSE
Die Terminbörse Liffe der NYSE Euronext in London, deren Geschäft zu 70 Prozent aus Europa kommt, solle ausserdem ebenfalls erhalten bleiben. Gemeinsam mit der Eurex würde dann nach Kontraktvolumen bemessen auch die weltgrösste Derivatebörse entstehen. "Die Liffe ist das Filetstück der NYSE Euronext und ich gehe davon aus, dass einem Zusammenschluss der beiden Terminbörsen nichts entgegensteht, denn auch wenn damit in Europa ein Monopolist entsteht, so hat längst jede Terminbörse sich auf bestimmte Produktgruppen spezialisiert und ist da bereits Monopolist", sagte Analyst Muschick. Ausserdem würden beide Terminbörsen zwar geschätzte rund 90 Prozent des börslichen europäischen Derivategeschäfts abdecken, hätten aber am gesamten europäischen Volumen, also inklusive des gigantischen ausserbörslichen Anteils, nur einen Anteil vom 15 bis 20 Prozent.
Durch den Zusammenschluss der beiden grossen Börsenbetreiber sollen die Anteilseigner der nach Marktkapitalisierung grösseren Deutschen Börse über einen Aktientausch 59 bis 60 Prozent am neuen Unternehmen halten. Die Zentralen sollen in Frankfurt und New York sein. Der rechtliche Sitz des neuen Unternehmens sollen die Niederlande werden. Nach Marktkapitalisierung entsteht dann auch insgesamt der weltgrösste Börsenkonzern, noch vor der US-Optionsbörse CME Group. Denn während die Deutsche Börse über eine Marktkapitalisierung von 12,1 Milliarden Euro und die NYSE über eine von 7,5 Milliarden Euro verfügt, beläuft sich der Börsenwert der CME auf umgerechnet 15,3 Milliarden Euro.
RECHTSFORM NOCH OFFEN
Über die neue Rechtsform des Unternehmens wurden bislang keine Aussagen gemacht und auch ein Name sei noch nicht gefunden, hiess es am Wochenende seitens der NYSE. An dem unter anderem kursierenden Namen DB NYSE Group wurde bereits Kritik auf amerikanischer Seite geübt. Der US-Senator und Demokrat Charles Schumer hatte unter anderem gesagt, dass NYSE im Namen an erster Stelle stehen müsse, um eine solche Fusion zu unterstützen. Dazu hiess es gegenüber dpa-AFX aus Kreisen: "Die nationalen Karten werden von beiden Seiten aus gespielt, dass der Merger aber mit einer gewissen Dominanz der Deutschen versehen ist, wird von den Amerikanern durchaus gesehen."/ck/stb/tw

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