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WASHINGTON (awp international) - Nach der gelungenen Abdichtung der defekten BP-Ölquelle beginnen im Golf von Mexiko die Aufräumarbeiten. Da kaum noch Öl auf der Meeresoberfläche zu finden sei, würden die im Wasser ausgelegte Barrieren nun wieder eingeholt, teilte die Einsatzleitung am Sonntag mit. Tausende Fischer, die bislang mit ihren Booten das Öl aus dem Meer abschöpften, seien damit beauftragt worden. Derweil forderten Naturschützer den britischen Konzern BP auf, beim Kampf gegen die Ölpest nicht nachzulassen.
Die auf Tausenden Kilometern Länge ausgelegten schwimmenden Begrenzungen sollten das Öl davon abhalten, an die Küsten geschwemmt zu werden. Sie könnten aber bei Tropenstürmen, die sich nun in der laufenden Hurrikan-Saison häufen, zu zerstörerischen Geschossen werden. "Die Barrieren werden zum Risiko, weil sie Schäden im Marschland verursachen können, auf Strassen landen oder sich in den Docks verfangen", sagte BP-Topmanager Doug Suttles.
Gleichzeitig wurde die Entlastungsbohrung zum Öl-Reservoir vier Kilometer unter dem Meeresgrund fortgesetzt. Nachdem das Steigrohr in der vergangenen Woche von oben mit Zement versiegelt wurde, soll die Quelle zusätzlich ab kommenden Freitag auch von unten abgedichtet werden. Allerdings sei es - anders als bisher geplant - dabei wohl nicht nötig, das rund 18 Zentimeter dicke Steigrohr anzubohren, sagte der von der US-Regierung ernannte Einsatzleiter, Admiral Thad Allen. Es genüge, lediglich den äusseren Ring um das Rohr herum mit Zement zu füllen. Damit solle verhindert werden, dass Öl aus möglichen kleinen Lecks unten in der Quelle nach oben drängen kann.
Trotz der jüngsten Erfolgsmeldungen warnen Umweltschützer davor, die Folgen der Katastrophe zu unterschätzen. "Das Desaster der "Exxon Valdez" ist 20 Jahre her und die Gemeinden und das Ökosystem in Alaska leiden immer noch darunter", sagte Kristina Johnson von der US-Naturschutzgruppe "Sierra Club". Die Verpflichtungen von BP in dem Katastrophengebiet seien deshalb längst nicht erfüllt.
Grosse Zweifel herrschen in der Fachwelt weiter an den Angaben der US-Regierung, dass drei Viertel der rund 660 000 ausgeströmten Tonnen Öl auf natürlich Weise verschwunden sind. "Bakterien können durchaus Öl im Meer abbauen, aber das ist ein Prozess, der sich über Monate oder gar Jahre hinzieht", sagte Prof. Friedrich Widdel vom Max- Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen der dpa. Zudem sei auch der natürliche Abbau problematisch für die Natur, weil dafür Sauerstoff benötigt werde. "Wenn die Bakterien ihn vollständig aufbrauchen, kippt das Meer um. Damit stirbt alles Leben ab."
BP hat die Unglücks-Erdölplattform "Deepwater Horizon" von der Zuger Transocean Ltd geleast.
/mcm/DP/he

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