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NEW YORK/LONDON/WIEN (awp international) - Zunehmende Sorgen vor weiteren Produktionsausfällen im ölreichen Libyen haben den Preisauftrieb bei Rohöl am Donnerstag beschleunigt. Am Donnerstagmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 114,52 Dollar und damit 3,27 Dollar mehr als am Vortag. In der Spitze kletterte der Brent-Ölpreis sogar auf 119,79 Dollar, so hoch wie seit Ende August 2008 nicht mehr. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) legte im Mittagshandel um 2,41 Dollar auf 100,51 Dollar zu.
Händler äusserten sich zunehmend besorgt darüber, dass die blutigen Auseinandersetzungen in Libyen auch auf andere Öl-Förderstaaten in der Region übergreifen könnten, einschliesslich Saudi-Arabien, dem wichtigsten Ölproduzenten im Nahen Osten. Wegen der für den 11. März im Königreich Saudi-Arabien angekündigten Proteste dürften die Ölpreise zunächst noch weiter anziehen, schrieb die Commerzbank in einer Studie. Allerdings sei eine Einschätzung darüber, wie weit die Preise noch steigen könnten, kaum möglich.
Es herrsche zur Zeit "Panik am Ölmarkt", weil in Libyen noch grössere Fördermengen als bislang wegfallen könnten, sagte Carsten Fritsch, Rohstoffexperte der Commerzbank. Die aktuelle Ausfallquote in dem nordafrikanischen Land bezifferte er auf derzeit 400.000 Barrel pro Tag, was einem Viertel der libyschen Ölproduktion entspreche. Im schlimmsten Fall könne der Produktionsausfall auf bis zu eine Million Barrel am Tag steigen.
Für zusätzliche Spannung könnten am Nachmittag neue Öllagerdaten vom amerikanischen Energieministerium sorgen. Bei Rohöl werde ein Lageraufbau um 1,1 Millionen Barrel erwartet, so die Commerzbank. Dies würde die Preisdifferenz zwischen Brent und WTI weiter steigen lassen.
Unterdessen stieg der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) den dritten Tag in Folge deutlich. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Mittwoch im Durchschnitt 105,88 US-Dollar. Das waren 1,87 Dollar mehr als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./ajx/bgf

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