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Basel (awp) - Der Transport- und Logistikkonzern Panalpina ist im zweiten Quartal als Folge von Compliance-Rückstellungen wie erwartet in die roten Zahlen abgerutscht. Operativ hat die Gruppe hingegen Marktanteile gewonnen und die Profitabilität je Frachteinheit gegenüber dem ersten Quartal gesteigert. Die Aktie legt in der Folge stark zu.
Insgesamt hat Panalpina über Speditionsleistungen 2'288 (VJ 1'710) Mio CHF brutto umgesetzt. Der Nettoumsatz wuchs um 38,9% auf 1'894 Mio CHF, der Bruttogewinn stieg um 8% auf 380 Mio CHF, wie Panalpina am Mittwoch schreibt. Als Folge der Rückstellungen wegen Bussen und künftigen Compliance-Beratungskosten entstand auf Stufe EBIT ein Verlust von 78 (VJ Gewinn 24) Mio CHF. Der Reinverlust im Quartal beläuft sich auf 93 (+15) Mio CHF.
In der Halbjahresbetrachtung stieg der Nettoumsatz um 17,1% auf 3'482 Mio CHF. Der Bruttogewinn verminderte sich im Semester auf 708 (727) Mio CHF. Auf Stufe EBIT musste Panalpina einen operativen Verlust von 78 (+27) Mio CHF hinnehmen. Der den Aktionären anrechenbare Reinverlust beträgt 93 Mio CHF, nach einem Gewinn von 16 Mio CHF im Vorjahr.
RÜCKSTELLUNGEN VON 128 MIO CHF
Auf das Ergebnis lasten die bereits zu früherem Zeitpunkt angekündigten Rückstellungen für Bussen und Rechtskosten in den USA im Umfang von 128 Mio CHF. Die Vergleichsverhandlungen mit den US-Behörden dürften im Verlaufe des 2. Semesters abgeschlossen werden.
Der zurückgestellte Betrag beziehe sich auf Verfahren in den USA und umfasse keine Zahlungen in anderen laufenden Untersuchungen, insbesondere jene der Europäischen Wettbewerbskommission. Der Ausgang dieser Untersuchung und die Höhe einer möglichen Busse sei gegenwärtig noch nicht abschätzbar. Ein Entscheid wird nicht vor 2011 erwartet.
Um die Rückstellungen bereinigt lag der EBIT im zweiten Quartal mit 55 (38) Mio CHF im Plus, entsprechend einer Marge von 14,6 (11,6)%. Im Halbjahr ergibt sich ein bereinigter operativer Gewinn von 63 (69) Mio CHF mit einer Marge von 8,9 (9,4)%.
GESTIEGENE FRACHTVOLUMEN
Die globalen Märkte hätten sich auch im 2. Quartal 2010 weiter erholt und Panalpina konnte die Frachtvolumen überdurchschnittlich steigern, heisst es. In der Luftfracht blicke das Unternehmen gar auf den volumenstärksten Juni in der Geschichte von Panalpina zurück.
In der Luftfracht erhöhte Panalpina das Transportaufkommen um 36%, in der Seefracht um 19%. Panalpina gewann Marktanteile dazu, denn die Märkte wuchsen in der Luft- um 28 bis 30% und in der Seefracht um 10 bis 13%.
Weiter hätten sich die für Panalpina wichtigen Industrien wie die Automobil-, die Hi-Tech- und die Telekommunikationsbranche von der Krise deutlich erholt gezeigt. Aber auch die Gruppen Chemicals, Consumer and Retail sowie Fashion hätten sich überdurchschnittlich gut entwickelt.
VORSICHTIG OPTIMISTISCH
Im Ausblick rechnet CEO Monika Ribar nach der starken Erholung in der ersten Jahreshälfte im zweiten Halbjahr 2010 mit einer Wachstumsabschwächung. Das erste Semester sei nach der Wirtschaftskrise vor allem von einer tiefen Vorjahresbasis und einem starken Lageraufbau geprägt gewesen. Diese Effekte würden sich im weiteren Verlauf abschwächen.
Panalpina geht für 2010 neu von einem Marktwachstum von 15% in der Luft- und von 10% in der Seefracht aus. Bisher rechnete das Unternehmen mit einem Wachstum des Luftfrachtmarktes im hohen einstelligen und des Seefrachtmarkts im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Panalpina will weiterhin mindestens mit dem Markt wachsen.
Die Profitabilität will das Unternehmen weiter steigern, sagte CFO Marco Gadola. Einerseits sei bei den Frachtraten kein ausgeprägter Anstieg mehr zu erwarten. Andererseits könnten die gestiegenen Raten nun schrittweise über Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden.
Panalpina hat die Erwartungen der Analysten übertroffen und die Aktie legt stark zu. Bis um 14.40 Uhr gewinnen Panalpina um 9,1% auf 106,40 CHF. Der Gesamtmarkt (SPI) steigt derweil um leichte 0,07%.
mk/gab/ch

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