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Tripolis/Aden/Brüssel (awp/sda) - Bei den Oppositionsprotesten in den arabischen Staaten ist ein Ende der Gewalt nicht in Sicht. In Libyen starben am Montag bei bürgerkriegsähnlichen Zuständen mindestens 60 Menschen; in Marokko gab es schwere Krawalle und im Jemen dauerten die Massenproteste an.
Libyen steht am Rande des Bürgerkriegs: Die tagelangen gewaltsamen Massenproteste gegen Staatschef Muammar al-Gaddafi ergriffen auch die Hauptstadt Tripolis. Das Parlamentsgebäude stand in Flammen.
Das Militär schoss am Montagabend aus Flugzeugen auf einen riesigen Demonstrationszug von Regierungsgegnern, wie der arabische Fernsehsender Al-Dschasira berichtete. Auch scharfe Munition werde eingesetzt, meldete der Sender unter Berufung auf Informanten. Angaben zu Opferzahlen lagen nicht vor.
Die britische Regierung gab am frühen Montagabend bekannt, Gaddafi sei wahrscheinlich aus dem Land geflüchtet. Er nehme an, der libysche Machthaber befinde sich auf dem Weg nach Venezuela, sagte der britische Aussenminister William Hague vor Journalisten in Brüssel. Venezolanische Regierungsvertreter wiesen die Angaben jedoch zurück.
Die zweitgrösste Stadt Libyens, die Hafenstadt Benghasi, war zuvor an die Gaddafi-Gegner gefallen. Teile der Armee liefen angeblich über. Die Demonstranten setzten Regierungsgebäude und Polizeireviere in Brand und brachten das Sicherheitshauptquartier der Stadt unter ihre Kontrolle. Augenzeugen berichteten von geplünderten Waffengeschäften und Arsenalen der Polizei.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International starben allein in der Region um Benghasi mindestens 200 Menschen.
Die tatsächlichen Opferzahlen liessen sich nur schwer abschätzen, schreibt Amnesty. Viele Menschen beerdigten ihre Angehörigen wohl, ohne diese vorher in ein Spital zu bringen. Andere Organisationen schätzten die Zahl der Todesopfer im ganzen Land seit Beginn der Unruhen vor einer Woche auf 300 bis 400.
In Marokko gab es nach friedlichen Protesten am Sonntag schwere Krawalle. Fünf Menschen starben nach Behördenangaben in einer in Brand gesetzten Bankfiliale in der Stadt Al-Hoceima. 128 weitere wurden verletzt.
Auch im Jemen setzten Regierungsgegner ihre Proteste fort. In Aden schossen Polizisten erneut auf Demonstranten und töteten einen. Vor der Universität in der Hauptstadt Sanaa versammelten sich tausende Studenten und Oppositionsanhänger zu einem Sitzprotest; in Saada im Nordjemen protestierten Zehntausende.
In Bahrain kündigte die schiitische Opposition für Dienstag eine Grossdemonstration mit rund 100'000 Teilnehmern an. Angesichts der Proteste sagten die Veranstalter das für den 13. März geplante Formel-1-Rennen ab.

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