Klimademonstrationen hin oder her: Gemäss einer repräsentativen Umfrage vermag die Politik die Jugendlichen nicht zu begeistern. Rund die Hälfte findet keine geeignete Partei und erachtet die Entscheidungen des Parlaments als unwichtig.

"Junge Erwachsene interessieren sich für Politik - aber die Politik erreicht sie im Alltag nicht", bilanzieren die Macher des easyvote-Politikmonitors 2018, der am Donnerstag publiziert wurde. Die Studie fördere "sehr ernüchternde Ergebnisse" zutage, schreibt der Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ), der das Meinungsforschungsinstitut gfs.bern mit der Untersuchung beauftragt hat.

Demnach sind sich Jugendliche sehr wohl über die Wichtigkeit der politischen Partizipation innerhalb einer Demokratie bewusst. Dies zeige sich insbesondere dort, wo sie selber betroffen seien: aktuell bei Themen wie Gleichberechtigung oder Umweltschutz.

Dennoch haben die Jungen gemäss der Umfrage Mühe, einzusehen, dass Politik relevant für ihren Alltag ist. Nur jeder zehnte Jugendliche gibt an, sich von Politikern motiviert zu fühlen. Prominente, Lehrerpersonen und Eltern schneiden klar besser ab.

Falsche Kanäle

Die Politikverdrossenheit könnte nicht zuletzt eine Folge der sich wandelnden Informationskanäle sein. Geht es darum, sich über Abstimmungen zu informieren, werden klassische Kanäle wie das Radio oder Abstimmungsplakate von Jugendlichen als nicht besonders hilfreich empfunden. Facebook und Co. liegen im Trend.

Der Bedeutungsverlust von klassischen Kanälen werde allerdings nicht durch eine stärkere Nutzung von sozialen Medien als Informationsquelle kompensiert, schreiben die Forscher. Dabei ist politische Bildung für Jugendliche gemäss Politikmonitor weiterhin zentral und wichtig.

Die Informationsplattform easyvote will dieses brachliegende Potenzial im Hinblick auf die nationalen Wahlen im Herbst anzapfen. Neben Videoclips, Webseite und Broschüren soll die neue App votenow dafür sorgen, dass Jugendliche vermehrt für politische Anliegen erreicht werden.

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