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WASHINGTON (awp international) - Die USA hatten nach den Worten eines Top-Beraters von Präsident Barack Obama nicht von vornherein die Absicht, Terroristenchef Osama bin Laden zu töten. "Wenn wir die Gelegenheit gehabt hätten, ihn lebend zu fassen, hätten wir das getan", sagte Obamas Anti-Terror-Berater John Brennan am Montag in Washington. Im Vordergrund bei der nächtlichen Kommandoaktion in Pakistan, bei der Bin Laden erschossen wurde, habe allerdings die Sicherheit der Einsatzkräfte gestanden. "Dem Präsidenten war es sehr wichtig, dass unser Personal geschützt wird", sagte Brennan weiter.
Die USA wollen nun auch klären, wie sich Bin Laden auf einem so grossen Anwesen versteckt halten konnte und ob pakistanische Stellen davon wussten. Man wolle herausfinden, wie sich der Terroristenchef "derart lange" habe verborgen halten können, sagte der Spitzenberater. "Wir gehen jedem Hinweis nach." An der Aktion seien keine pakistanischen Sicherheitskräfte beteiligt gewesen.
Brennan deutete an, dass Fotos des getöteten Terroristenchefs veröffentlicht werden sollen. Die USA wollten sicherstellen, dass "niemand irgendeinen Grund hat zu leugnen, dass wir Osama bin Laden erwischt haben". Allerdings brauche die Freigabe der Aufnahmen Zeit.
Nach den Worten Brennans hatte eine der Ehefrauen Bin Ladens dem Terroristenchef als Schutzschild gedient. "Ihrer Position nach zu schliessen wurde sie als Schild benutzt", sagte der Berater. Die Frau war ebenfalls getötet worden.
Zu der Bestattung Bin Ladens auf See sagte Brennan, nach islamischer Tradition müssten Tote binnen 24 Stunden beigesetzt werden. In ein anderes Land zu gehen und entsprechende Vorbereitungen zu treffen, "hätten diese Frist verletzt", so der Berater. "Durch diesen Schritt wurde am besten sichergestellt, dass sein Leichnam auf die angemessene Weise islamisch bestattet wurde."
Der Tod Bin Laden fügte nach Ansicht Brennans dem Terrornetz Al- Kaida schweren Schaden zu, vernichtete es aber nicht. Durch die Kommandoaktion sei "der Schlange der Kopf abgeschlagen worden", sagte er. Al Kaida sei nun ein "tödlich verwundeter Tiger, in dem aber noch Leben steckt". Man müsse weiter Druck auf das Terrornetz ausüben, da es nach wie vor Mitglieder habe, die Anschläge ausführen könnten./fb/DP/he

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