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PRESSE/Chef der Deutschen Börse kritisiert deutschen Alleingang bei Regulierung

Dieser Inhalt wurde am 20. Mai 2010 - 11:25 publiziert

Frankfurt (awp/sda/dpa) - Der deutsche Alleingang beim Verbot riskanter Börsenwetten stösst beim Chef der Deutschen Börse auf Kritik: Ein Verbot bestimmter Produkte in einem Land setze den Markt nicht ausser Kraft, sondern verlagere ihn nur.
"Sie können einem Markt nichts befehlen", sagte Reto Francioni dem "Handelsblatt" (Donnerstag-Ausgabe). "Finanzmärkte sind global, also muss auch die Regulierung in diese Umgebung passen."
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat ungedeckte Leerverkäufe von Staatsanleihen aus Euro-Ländern bis zum 31. März 2011 verboten. Auch Leerverkäufe bestimmter Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) auf Anleihen aus dem Euro-Raum wurden untersagt. Spekulanten war vorgeworfen worden, mit solchen Geschäften die Euro-Krise verschärft zu haben.
"Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, damit jene Produkte, die tendenziell eine grosse Auswirkung auf Märkte und Volkswirtschaften haben können, transparent und an regulierten und überwachten Märkten gehandelt werden", sagte Francioni.
Allerdings seien zum Beispiel Kreditausfallversicherungen nicht per se schlecht. "Stellen Sie sich die Finanzströme wie eine Autobahn vor. Die schaffen sie auch nicht ab, weil es Geisterfahrer gibt", sagte Francioni.
Von einer Steuer auf Finanztransaktionen hält er nichts: "Selbst wenn das Kunststück gelingt, eine Steuer weltweit einheitlich einzuführen, wäre die unmittelbare Folge eine Verringerung der Liquidität. Und das ist das Gegenteil von dem, was wir in der Krise brauchen."
cf

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