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(Mit weiteren Angaben)
HAMBURG (awp international) - Der Autobauer Daimler und der Motorenhersteller Rolls-Royce planen laut einem Pressebericht die Übernahme des Dieselmotoren-Spezialisten Tognum . Beide Unternehmen wollten sich jeweils rund die Hälfte an den Friedrichshafenern sichern, berichtet das "Manager Magazin" am Montag auf seiner Internetseite mit Verweis auf Konzernkreise. Daimler hält bereits gut an Viertel an der im MDax notierten Gesellschaft.
An der Börse reagierte die Tognum-Aktien mit einem Kurssprung von zuletzt mehr als 15 Prozent auf den Bericht. Damit erreichten die Papiere ihren höchsten Stand seit Mitte Dezember 2007 und setzten sich klar an die Spitze des Mittelwerteindexes.
Daimler-Chef Dieter Zetsche wollte Anfang Januar nicht ausschliessen, dass Daimler seine Tognum-Beteiligung erhöhen könnte. Eine Entscheidung darüber stehe aber nicht direkt bevor, hiess es bei der Automesse in Detroit. "Tognum ist ein attraktives Unternehmen und arbeitet in einem Bereich, der unserem Kerngeschäft nahe steht", sagte Zetsche.
Dem Magazinbericht zufolge verhandeln die Unternehmensspitzen seit gut einer Woche über den Plan. Die Gespräche sollen in Kürze zum Abschluss kommen. Der vom ehemaligen Daimler-Manager Volker Heuer geführte Tognum-Vorstand habe sich in den Gesprächen offen gezeigt, die Übernahmepläne zu unterstützen, schreibt das Magazin. Heuer steht noch bis zum September an der Tognum-Spitze, dann soll ihm plangemäss der derzeitige Finanzvorstand Joachim Coers folgen. Laut dem "Manager Magazin" trifft sich der Tognum-Aufsichtsrat am heutigen Montag zu einer Sitzung.
Von Daimler war am Montag kurzfristig keine Stellungnahme zu bekommen. Tognum wollte den Bericht nicht kommentieren. Wie viele andere Unternehmen sei Tognum immer wieder Gegenstand von Übernahmespekulationen, sagte eine Unternehmenssprecherin. "Übernahmespekulationen kommentieren wir grundsätzlich nicht." Auch Rolls-Royce wollte keine Stellungnahme abgeben.
Der Dieselmotorenspezialist gehörte schon bis Ende 2005 zum Daimler-Konzern. Das damals unter dem Namen MTU Friedrichshafen firmierende Unternehmen wurde jedoch vom damaligen Daimler-Chef Jürgen Schrempp an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft. Das Unternehmen kam im Juli 2007 zurück an die Börse. 2008 erwarb Daimler dann wieder mehr als ein Fünftel ab Tognum.
Der Anteil der institutionellen Aktionäre wird auf der Internetseite des Unternehmens mit 45 Prozent angegeben. Das Top-Management sowie Mitglieder des Aufsichtsrats halten rund fünf Prozent der Tognum-Aktien.
Tognum ist besonders bei Grossdieselmotoren stark, die unter anderem Schiffe, Schienenfahrzeuge und Panzer antreiben. Zudem kommen die Motoren in dezentralen Energieanlagen zur Stromversorgung besonders in Schwellenländern zum Einsatz. Auch liefert Tognum Notstromaggregate zum Beispiel für Kernkraftwerke. Umgekehrt liefert Daimler den Friedrichshafenern kleinere Dieselmotoren, die sie für Einsatzzwecke jenseits der Strasse umrüsten.
2009 erzielte Tognum einen Umsatz von gut 2,5 Milliarden Euro und beschäftigte zum Jahresende 8.726 Mitarbeiter. Die Zahlen für 2010 will Tognum auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag (10. März) veröffentlichen./dct/enl/stb

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