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LONDON (awp international) - Die Deutsche Bank steht offenbar kurz vor einer milliardenschweren Kapitalerhöhung. Die Frankfurter wollten wahrscheinlich schon am Montag die Massnahme im Volumen von acht bis neun Milliarden Euro bekanntgeben, berichteten die "Financial Times" ("FT"), "Wall Street Journal" und "Handelsblatt" am Freitag unter Berufung auf Kreise. Zuvor hatte bereits die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg vermeldet, dass entsprechende Pläne von mehreren Investmentbanken geprüft würden, eine Entscheidung aber noch nicht getroffen worden sei. Die Deutsche Bank wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.
An der Börse kam die angebliche Absicht der Frankfurter nicht gut an. Im späten Parketthandel schlossen die Titel der Deutschen Bank bei 47,48 Euro. Im Vergleich zum Schlussstand des Xetra-Handels war das ein satter Abschlag von 5,08 Prozent. Titel der Postbank hingegen legten um 4,61 Prozent auf 27,00 Euro zu. Die Geschichte sei zwar nicht neu, sagte ein Börsianer am Morgen. Das Volumen der Kapitalerhöhung sei aber riesig. Am Markt wird bereits seit geraumer Zeit über eine bevorstehende Kapitalerhöhung der Bank spekuliert. Es wird erwartet, dass die Deutsche Bank die Mittel auch für die Mehrheitsübernahme des Instituts verwendet.
FÜR POSTBANK-ÜBERNAHME
Auch laut "FT" und "Wall Street Journal" ist die Kapitalerhöhung genau dafür gedacht. Derzeit hält die Deutsche Bank knapp 30 Prozent an dem Bonner Institut. 2009 hatte die Deutsche Bank mit dem zweiten Grossaktionär, der Deutschen Post , aber die Mehrheitsübernahme bei der Postbank vereinbart. Die Deutsche Bank zeichnete damals eine Pflichtwandelanleihe, die im Februar 2012 in 60 Millionen Postbank-Aktien eingetauscht werden könnte. Der Wandelkurs wurde bei 45 Euro festgesetzt. Aktuell notiert die Postbank-Aktie aber nur bei 26 Euro. Ein freiwilliges Angebot für den Anteil von rund 27,4 Prozent zum aktuellen Zeitpunkt wäre deshalb deutlich günstiger.
Ausserdem brauchen die Frankfurter wie jedes andere Institut Geld, um die zu erwartenden höheren Kapitalanforderungen der Regierungen zu erfüllen. Auch hier spielt die Postbank-Übernahme eine Rolle, denn das auf Privatkunden spezialisierte Institut hatte den europäischen Banken-Stresstest nur knapp bestanden. Mit einer Kernkapitalquote (Tier 1) von 6,6 Prozent lag die Quote nur 0,6 Prozentpunkte über dem Mindestwert. Im Quartalsbericht Ende Juni wies die Postbank eine Tier-1-Quote von 7,3 Prozent aus. In den unter Basel III geplanten strengeren Eigenkapitalregeln werden aber deutlich höhere Kernkapitalquoten diskutiert./ang/tw

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