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PRESSE/G20-Business-Summit: Wirtschaft drängt auf Regulierung der Banken

Dieser Inhalt wurde am 28. April 2010 - 08:10 publiziert

DÜSSELDORF (awp international) - Die Spitzenverbände der Wirtschaft aus den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern treffen sich am heutigen Mittwoch erstmals, um gemeinsame Forderungen an die G20-Regierungschefs zu richten. Im Mittelpunkt des Treffens im kanadischen Ottawa steht laut einem Bericht im "Handelsblatt" (Mittwoch) die Sorge über den nachlassenden Elan der Politik bei der Finanzmarktregulierung. Die Auswüchse der Spekulation müssten begrenzt werden, forderte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel im Gespräch mit der Zeitung.
Es werde bisher nur geredet und "auf Nebenkriegsschauplätzen gekämpft", sagte Keitel weiter. Vor allem die Standortinteressen einzelner Börsenplätze verhinderten weitere Reformschritte bei den G20-Konferenzen. Auch sollte nicht eine Bankenabgabe das Kernthema der Finanzmarktregulierung sein, sagt Keitel, denn sie trage nicht zur Regelung der Märkte bei.
Bei aller Kritik will Keitel Derivate und Hedging-Geschäfte nicht grundsätzlich unterbinden. Absicherungen spielten "auch eine wichtige Rolle bei der Unternehmensfinanzierung". Der BDI-Präsident will bei seinen Kollegen für eine Differenzierung werben. Die Unternehmen sollten sich auch künftig gegen Risiken bei Währungsschwankungen oder bei Rohstoffpreisen absichern können. "Dagegen sollten reine Spekulationen, denen kein konkretes Gegengeschäft unterliegt, mindestens erschwert, in manchen Fällen sogar unterbunden werden", fordert Keitel. Bislang werde das Thema nur in allgemeiner Form erörtert. "Da muss man aber ernsthaft und detailliert rangehen. Das Problem in Griechenland zeigt uns, wie gefährlich es werden kann, wenn man lange nichts tut."
Besondere Dringlichkeit erhält der Kampf gegen Spekulation laut Keitel inzwischen auch durch das Auf und Ab an den Rohstoffmärkten. Die heftigen Schwankungen entzögen vielen Herstellern und Weiterverarbeitern die Kalkulationsbasis. "Es würde uns in Deutschland hart treffen, wenn die Stahlpreise aufgrund der Spekulationen auf den Rohstoffmärkten weiterhin so steil nach oben gehen", sagte Keitel./jb/tw

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