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PRESSE/General Electric erwägt Übernahmen in Deutschland - Wachstum bei Medizin

Dieser Inhalt wurde am 07. Dezember 2009 - 08:30 publiziert

MÜNCHEN (awp international) - Der US-Mischkonzern General Electric (GE) will die Krise gezielt nutzen, um Firmenübernahmen zu stemmen - auch in Deutschland. "Wir können uns jederzeit Übernahmen anderer Unternehmen vorstellen", sagte GE-Deutschland-Chef Georg Knoth der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). "Wir suchen da immer nach Gelegenheiten." Der Konzern hält vor allem nach Unternehmen in Branchen Ausschau, in denen auch sein heimischer Erzrivale Siemens das Geschäft verstärkt aufbaut. "Die Zeiten sind hart", sagt Knoth, "wir investieren daher in Felder, von denen wir glauben, dass sie unsere Zukunft sind - Medizin und Energie".
Konkurrent Siemens setzt ebenfalls auf diese Themen und hat bereits vor Jahren die Weichen für den Umbau gestellt und grosse Teile seines früheren Kerngeschäfts mit Telekommunikation aus dem Konzern verbannt. GE hat nun in der vergangenen Woche angekündigt, seine Medientochter NBC Universal in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Kabelnetzbetreiber Comcast zu geben, an dem der Mischkonzern nur noch einen Minderheitsanteil besitzen wird. Mit den Milliarden, die GE durch den Deal zufliessen, dürfte der Konzern nun massiv in die neuen Zukunftsfelder investieren.
Allerdings setzen die Konzerne unterschiedliche Schwerpunkte. So beteiligt sich Siemens prominent an dem Wüstenstromprojekt Desertec, bei dem bis zum Jahre 2050 in grossem Stil Sonnenenergie in der Wüste erzeugt und nach Europa transportiert werden soll. Ein Projekt, das insgesamt an die 400 Milliarden Euro kostet und schon jetzt als eines der grössten Industrieprojekte aller Zeiten gefeiert wird. Viel wurde darüber spekuliert, ob sich auch GE an dem Desertec-Konsortium, bei dem neben Siemens auch die Deutsche Bank, die Munich Re und RWE dabei sind, beteiligen wird. GE-Deutschland-Chef Knoth sagte nun, der US-Konzern halte Desertec zwar für "eine tolle Vision". Allerdings sei der Konzern skeptisch: "Was am Ende dabei rauskommt, ist noch nicht klar." GE sei "in keinster Weise traurig, dass wir da nicht mitmachen", da es "noch zu früh" sei, um "alles auf eine Karte zu setzen".
Die Amerikaner setzen stattdessen verstärkt auf Windenergie; für 18 Millionen Dollar hat man vor einigen Wochen den norwegischen Windturbinen-Hersteller Scanwind erworben, um dessen getriebelose Technik für eine eigene Offshore-Anlage zu nutzen. Interessant sei für GE auch der deutsche Gesundheitsmarkt. Hier setzen die Amerikaner, die unter anderem Computertomographen und Ultraschallgeräte an Hospitäler liefern, künftig vor allem auf energiesparende, moderne Ausrüstungen. "Gesundheit muss bezahlbar bleiben", sagt Knoth. So arbeite man "an innovativen medizinischen Geräten für Krankenhäuser, die bis zu 70 Prozent weniger Energie benötigen"./stb/tw

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