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PRESSE/Institutionelle Anleger lehnen Tognum-Übernahmeangebot ab

LONDON (awp international) - Institutionelle Aktionäre von Tognum scheinen laut einem Zeitungsbericht das vorliegende Übernahmeangebot auf breiter Front abzulehnen. Damit steige der Druck auf die Bieter Daimler und Rolls-Royce , das Angebot nachzubessern, schreibt die "Financial Times" ("FT"/Freitag).
Mindestens acht Aktionäre, die rund 20 Prozent des Aktienkapitals auf sich vereinigen, hätten in den vergangenen Wochen Briefe an das Tognum-Management gerichtet, in denen sie das Angebot durchweg ablehnen, erfuhr die Zeitung. Hinzu kommen Investoren, die weitere zehn Prozent an Tognum halten, die sich mündlich gegen das Gebot geäussert haben, sagten mit der Situation vertraute Personen dem Blatt. Das Tognum-Management, das selbst knapp sieben Prozent der Aktien hält, hat noch keine Empfehlung abgegeben, ob die Aktionäre das Angebot annehmen oder ablehnen sollen.
Daimler und Rolls-Royce wollen das Gebot nur aufrechterhalten, wenn sie mindestens 50 Prozent plus eine Aktie angeboten bekommen. Allerdings bringt Daimler sein schon vorhandenes Aktienpaket von 28,4 Prozent in das Geschäft ein. Damit müssten die Bieter lediglich Aktionäre überzeugen, die zusammen rund 22 Prozent an Tognum halten. Die Angebotsfrist läuft bis zum 18. Mai. "Wir haben Zeit", sagte ein Daimler-Sprecher.
Bislang bieten die beiden Interessenten 24 Euro je Aktie und bewerten damit den Grossdieselmotorenhersteller mit 3,2 Milliarden Euro. Seit es Spekulationen über das Angebot gab, notieren die Tognum-Papiere über dem Angebotspreis. Laut "FT" haben seitdem mehr als ein Viertel der Aktien ihren Besitzer gewechselt. Sollten sie den gebotenen Preis akzeptieren, machten sie also Verlust.
Schon bevor das offizielle Angebot diese Woche vorgelegt wurde, protestierte einem Zeitungsbericht zufolge der niederländische Finanzinvestor ING gegen das Angebot. Der Aktionär, der auf einen Anteil von neun Prozent kommt, hält einen Preis von 30 bis 32 Euro je Aktie für angemessen. Analysten glauben, dass Gebot müsse mindestens auf 27 Euro je Anteilsschein aufgestockt werden, schreibt die "Financial Times". Die Bieter weisen bisher hartnäckig darauf hin, der gebotene Preis bedeute einen Aufschlag von 30 Prozent zum letzten Schlusskurs, bevor Gerüchte über das Angebot die Runde machten.
Die Aktionäre führen ins Feld, das Angebot berücksichtige das Wachstumspotenzial der Friedrichshafener nicht ausreichend. Der MDax -Konzern hat in den vergangenen Jahren vor allem stark in Technologien zur Emissionsreduzierung investiert. Auch würden die Synergiepotenziale mit Rolls-Royce unterschätzt. Daimler und Rolls-Royce wollen Tognum künftig in einem Gemeinschaftsunternehmen zu gleichen Teilen führen. Rolls-Royce bringt darin sein bei der Tochter Bergen gebündeltes Geschäft mit Gas- und Dieselmotoren mittlerer Geschwindigkeit ein./dct/stb/wiz

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