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MÜNCHEN (awp international) - Die führenden europäischen Lastwagenhersteller haben sich möglicherweise in einem grösseren Ausmass als bisher bekannt Vorteile durch unerlaubte Preisabsprachen verschafft. Einem Bericht der britischen "Financial Times" ("FT") zufolge betreffen die seit längerem laufenden Ermittlungen der EU-Kommission in dem Verfahren einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren.
Wie das Blatt schreibt, hat der Münchner Hersteller MAN das Verfahren selbst angestossen und könnte als "Kronzeuge" einer möglicherweise millionenschweren Strafe der EU entgehen. Weder MAN in München noch die EU in Brüssel wollten den Bericht am Freitag kommentieren.
Daimler unterstütze die Behörden bei den Ermittlungen, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag in Stuttgart. Im Januar seien Standorte in Stuttgart, Holland und Spanien durchsucht worden. Wie lange die Ermittlungen schon laufen und um welche Vorwürfe es konkret geht, wollte sie nicht sagen.
Die Kommission ermittelt seit längerem gegen die Hersteller MAN, Scania , Daimler, Volvo und Iveco wegen des Verdachts auf Preisabsprachen. Im Januar wurden europaweit Büros der Unternehmen durchsucht. Die Kommission nannte damals die Namen der Firmen nicht.
Die Hersteller hatten im Januar in kurzen Stellungnahmen den Wettbewerbshütern allerdings eine umfassende Zusammenarbeit in dem Verfahren zugesagt. Die EU kann im Rahmen solcher Verfahren gegen die betroffenen Unternehmen empfindliche Strafen verhängen.
Nach Angaben der "FT" sind die Ermittlungen unabhängig von einem Verfahren in Grossbritannien. Dabei hatten Ermittler der britischen Kartellbehörde im September Räume von Daimler nahe London durchsucht und bei Scania und MAN schriftliche Anfragen gestellt. Daimler wollte sich nicht dazu äussern, ob beide Verfahren zusammenhängen.
MAN hatte als Antwort auf eine Schmiergeldaffäre, die Ende 2009 fast die gesamte Konzernspitze hinweggefegt hatte, seine interne Überwachung verschärft. Unter anderem wurde ein Portal eingerichtet, über das auch anonym Hinweise auf mögliches Fehlverhalten gegeben werden können. Laut "FT" gab ein Mitarbeiter des Konzerns einen Hinweis auf den aktuellen Fall, MAN habe darauf die EU eingeschaltet.
Daimler hat Mitte Februar die Korruptionsbekämpfung sogar zur Vorstandssache gemacht. Die Schwaben holten sich dafür die ehemalige Bundesverfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt als erste Frau in die Führungsriege. Vor dieser Entscheidung hatte der Konzern im vergangenen Jahr einen jahrelang schwelenden Rechtsstreit wegen Schmiergeldzahlungen mit den US-Behörden zu den Akten gelegt.
Der Autobauer bekannte sich bei einem Vergleich schuldig, über zehn Jahre hinweg in mindestens 22 Ländern Regierungsbeamte für lukrative Aufträge bestochen zu haben. Daimler zahlte 185 Millionen Dollar (rund 134 Mio Euro)./sbr sba/DP/tw

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