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Zürich (awp) - In der Schweizer Biotech-Branche spricht vieles - etwa Fehlschläge in der Entwicklung von Medikamentenkandidaten oder schrumpfende finanzielle Mittel - für eine Konsolidierung. "Derzeit spricht in unserer Industrie wohl jeder mit jedem", sagt Santhera-CEO Klaus Schollmeier im Interview mit "Finanz und Wirtschaft" (FuW, Ausgabe 09.03.). Santhera und Newron haben unlängst Gespräche abgebrochen. Dazu wollte sich der CEO allerdings nicht äussern: "Wir haben Stillschweigen vereinbart."
Die gegenwärtig ausgesprochen niedrige Bewertung kotierter Biotech-Unternehmen sei ein Problem. Private Gesellschaften hätten den Bewertungszerfall der letzten Jahre nicht mitmachen müssen, ihre Wert orientiere sich an der jeweils letzten Finanzierungsrunde. "An der Börse zählen Angebot und Nachfrage, Rückschläge werden sofort abgestraft und wichtige Meilensteine immer seltener belohnt", sagte Schollmeier weiter. "Die niedrige Bewertung erschwert uns eine Fusion mit einem privaten Unternehmen, weil ein Zusammengehen mit einer höher bewerteten Gesellschaft eine Verwässerung für die Aktionäre bedeuten könnte."
Schollmeier ist Fusionen und Übernehmen gegenüber offen. "Ich halte Übernahmen und Fusionen für ein normales Instrument zur Wertschöpfung, genauso wie Einlizenzierungen, Partnerschaften oder Produktentwicklungen aus der eigenen Forschung." Santhera selbst sei aus der Fusion zweier kleiner Biotech-Unternehmen entstanden. 2009 wurde die finnische Juvantia übernommen. "Wir haben immer gesagt, dass wir gute Chancen auch in Zukunft nutzen wollen."
Vielerorts herrsche allerdings das Dogma des Wachstums aus eigener Kraft trotz Risikodiversifikation und Konsolidierung. "Oft öffnet man sich erst für Alternativen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist." Es gebe denn auch zwei prinzipielle Knackpunkte: die Frage der Bewertung und der menschliche Faktor. Zuletzt sei immer noch der menschliche Faktor ausschlaggebend. "Das ist verständlich, beispielsweise bei den Gründern", so Schollmeier weiter.
Zur Haltung grosser Aktionäre sagte Schollmeier, dass die Fonds in Europa es erst lernen würden, Einfluss zu nehmen. Viele der Venture-Capital-Gesellschaften würden oft selbst im Verwaltungsrat sitzen. Doch auch hier sei der Gedanke des Alleingangs tief verankert, "meist auch aufgrund eines Interessenskonfliktes hinsichtlich Bewertung. Solange der Glaube an das Produkt da ist, will man selbständig bleiben. Ausgeblendet wird, dass neun von zehn Medikamentenkandidaten scheitern", so Schollmeier.
rt/uh

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