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Zürich (awp/sda) - Die Schweiz will die Wirtschaftsbeziehungen zu Marokko verstärken. Das Maghreb-Königreich hat zwar schon Handelskontakte in die Schweiz, doch reichen diese in wesentlich stärkerem Masse in die Romandie als in die Deutschschweiz.
Von allen afrikanischen Ländern ist Marokko der fünftgrösste Handelspartner der Schweiz. Im vergangenen Jahr belief sich der gegenseitige Austausch von Gütern auf etwa 350 Mio. Franken. Die Hälfte der Einfuhren aus Marokko sind Landwirtschaftserzeugnisse, wobei das wichtigste Importprodukt Tomaten sind.
Die Schweiz verkauft in Marokko vor allem Pharma-Artikel, Uhren und Werkzeugmaschinen. Für beide Länder bestehe mehr Potenzial im wechselseitigen Handel, sagte in einem Interview Wirtschafts-Staatssekretär Jean-Daniel Gerber, der gerade einen fünftägigen Besuch im nordafrikanischen Land abgeschlossen hat.
Dazu gibt es aber auch einige Widerstände zu überwinden. So fordert Gerber gleichlange Spiesse für die marokkanischen und schweizerischen Exporteure. Beide würden in der EU gegenüber europäischen Konkurrenten benachteiligt, sagte Gerber im Gespräch mit der marokkanischen Tageszeitung "L'Economiste".
"Ein weiterer Schritt, den wir unternehmen müssen betrifft einen Teil der Schweiz, den Marokko bisher nicht sehr gut kennt: Die Deutschschweiz", sagte Gerber. Bis heute reichen die Beziehungen Marokkos zum grossen Teil nur bis in die Romandie.
"Dies ist natürlich so wegen der Sprache", sagte Gerber mit Blick auf die Tatsache, dass ein grosser Teil des heutigen Marokko früher unter französischer Kolonialherrschaft gestanden hatte und bis heute die französische Sprache im Land sehr verbreitet ist. Eine Möglichkeit ist laut Gerber, marokkanische Produkte in der Deutschschweiz vorzustellen und bekannter zu machen.
Gerber hat während seines Besuchs in Marokko Gespräche mit marokkanischen Politikern und Wirtschaftsvertretern geführt. Der Spitzenbeamte ist noch bis Ende Monat Direktor des Bundesamts für Wirtschaft Seco und Direktor der Direktion für Aussenwirtschaft. Am 1. April wird er von Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch abgelöst.

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