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Bern (awp/sda) - Die Kritik an den massiven Devisenverlusten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) dauert an. Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella ist überzeugt, dass die Währungshüter nicht auf den Druck der Exportbranche gegen den starken Franken reagieren dürfen.
Es gelte, die Ziele der Nationalbank ganz klar im Auge zu behalten, sagte Novartis in einem Interview mit der Tageszeitung "Blick" (Donnerstagausgabe). Man müsse sich fragen, ob es zu den Zielen der Notenbank gehöre, Währungsschwankungen aufzufangen.
Die Aufgabe der Nationalbank sei es, für Preisstabilität zu sorgen. Es müsse erlaubt sein, sich die Frage nach den Zielen, der Strategie, den Aktionen und der Kontrolle der Nationalbank zu stellen, sagte Vasella weiter.
Bereits am Montag hatte SVP-Stratege Christoph Blocher die Geldpolitik der Nationalbank in einem Interview mit der "Basler Zeitung" heftig attackiert. Blocher forderte SNB-Präsident Philipp Hildebrand gar zum Rücktritt auf. Die Notenbank habe mit Volksvermögen sinnlos spekuliert. Das sei zu unterbinden.
In einer Rede vor dem Club of Rome, die die "Weltwoche" am Donnerstag in Auszügen abdruckte, hatte Hildebrand eine Woche zuvor die Devisenkäufe der Nationalbank vom Frühjahr 2010 verteidigt. Wäre die Nationalbank nicht gegen die Frankenstärke eingeschritten, hätte der Schweiz Deflation gedroht.
Das dreiköpfige Direktorium der Nationalbank habe dieses Risiko nicht eingehen wollen. Die Währungshüter hätten daher entschieden, die Liquidität auszudehnen und in grossem Umfang Devisen zu kaufen.
Das SNB-Direktorium sei überzeugt, dass geldpolitische Untätigkeit in den dramatischen Phasen der Jahre 2009 und 2010 keine Option gewesen sei. Eine solche Politik wäre angesichts der grossen Risiken für die Schweizer Volkswirtschaft fahrlässig gewesen.
Aufgabe der Nationalbank sei es in erster Linie, die Preisstabilität zu sichern. Weitere Aufgaben seien, die Volkswirtschaft mit Liquidität zu versorgen sowie dazu beizutragen, dass die Finanzstabilität gewährleistet sei.
Die Nationalbank hatte im Frühjahr 2010 im Zuge der europäischen Schuldenkrise massiv Devisen gekauft, um die Gefahr einer Deflation zu verhindern und die Frankenstärke zu brechen. Das führte zu Buchverlusten auf Devisen von 26 Mrd CHF. Die Ausschüttungen an Bund und Kantone für die nächsten Jahre sind daher gefährdet.
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