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PRESSE/Thomas Cook verhandelt über Kauf von Öger Tours

Dieser Inhalt wurde am 02. Dezember 2009 - 17:50 publiziert

HAMBURG (awp international) - Europas zweitgrösster Reisekonzern Thomas Cook will einem Pressebericht zufolge den Konkurrenten Öger Tours übernehmen. Die Unternehmen verhandelten bereits über Details, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD/Donnerstagausgabe) unter Berufung auf mehrere beteiligte Personen. Ein Abschluss sei von beiden Parteien für das erste Quartal 2010 geplant. Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young hätten im Auftrag von Thomas Cook bereits die Öger-Bücher geprüft. Strittig ist laut "FTD" aber noch der Preis.
Mit einer Übernahme würde Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa seine Ankündigung wahr machen, die Konzentration der Anbieter auch in Deutschland voranzutreiben. Erst Anfang der Woche hatte er gesagt, bei Zukäufen liege der Fokus zwar auf China und Russland; da Deutschland der grösste Markt in Europa ist, sei es jedoch "sehr, sehr wichtig", auch hier zu investieren.
Öger-Tours-Chef Vural Öger hatte schon mehrfach versucht, sein vor 40 Jahren von ihm gegründetes Unternehmen zu verkaufen - hatte aber letztlich immer einen zu hohen Kaufpreis verlangt. Zwar ist der Hamburger Reiseveranstalter mit 3.100 Beschäftigten und einem Umsatz von zuletzt rund 770 Millionen Euro die Nummer sechs unter den deutschen Veranstaltern. Allerdings waren die Gewinne zuletzt laut Zeitung rückläufig, so dass Öger nach den üblichen Methoden der Kaufpreisermittlung selbst nur ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag zufliessen würde. Der 67-Jährige argumentiere daher stark mit dem Wert seiner Marke und etwaigen Synergieeffekten, um einen höheren Preis herauszuschlagen, heisst es der Zeitung zufolge in der Branche.
Erst vor einem Jahr hatte Öger versucht, sein Unternehmen zu verkaufen. Obwohl es bereits einen notariellen Vertrag gab, liess der russische Oligarch Alexander Lebedew nach Angaben des Firmengründers zweimal eine Zahlungsfrist verstreichen. Zuvor hatte Lebedew sich beschwert, dass deutsche Banken ihm im Zuge der Finanzkrise keine Kredite mehr gewähren würden. Der Investor sollte damals für rund 120 Millionen Euro 76 Prozent an dem Hamburger Unternehmen sowie eine Option auf die übrigen Anteile erhalten, schreibt die "FTD" unter Berufung auf russische Quellen./nl/edh

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