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ProSiebenSat1 sucht neue Einnahmequellen (AF)

Dieser Inhalt wurde am 05. November 2009 - 10:30 publiziert

UNTERFÖHRING (awp international) - Der schwächelnde Werbemarkt zwingt den TV-Konzern ProSiebenSat1 weiter zum Sparen und zur Suche nach neuen Einnahmequellen. Trotz deutlicher Einschnitte in den vergangenen Monaten fuhr die Senderkette (ProSieben, Sat.1, Kabel 1) im dritten Quartal einen Verlust ein. Einen Ausblick auf den Rest des Jahres gab ProSiebenSat1 nach wie vor nicht. "Wenngleich sich zwischenzeitlich Anzeichen für eine konjunkturelle Stabilisierung mehren, bleibt das wirtschaftliche Umfeld schwierig." An der Börse verlor die Aktie von ProSiebenSat1 mehr als sieben Prozent auf 7,30 Euro. Am Tag davor zuvor war sie in der Hoffnung auf gute Zahlen allerdings um rund 13 Prozent gestiegen.
Wie der RTL-Konkurrent am Donnerstag in Unterföhring bei München mitteilte, sank der Umsatz im dritten Quartal um knapp acht Prozent auf 559,4 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich dank bisheriger Einschnitte zwar leicht um knapp zwei Prozent auf 94,4 Millionen Euro, unterm Strich stieg der Verlust allerdings von 10,7 Millionen Euro im Vorjahr auf 12,7 Millionen Euro.
SPAREN HAT WEITER HOHE PRIORITÄT
Zu schaffen machen dem Konzern vor allem zwei Faktoren. Neben einem Schuldenberg von mehr als 3,5 Milliarden Euro durch die Übernahme der skandinavischen Senderkette SBS ist dies der schwache Werbemarkt. Die von der Wirtschaftskrise getroffenen Unternehmen buchen weniger Fernseh-Werbezeiten oder sind nicht bereit, dafür so viel zu zahlen wie vor der Krise. So bleibt ProSiebenSat1 nur die Suche nach neuen Umsatzquellen, um seine Abhängigkeit vom Werbemarkt zu reduzieren. "Dazu gehören Free-TV, aber auch zusätzliche Pay-TV- Modelle, Video-on-Demand oder mobile Dienste", erklärte Vorstandschef Thomas Ebeling.
Das zweite Rezept sind schlicht Einsparungen. "Eine angemessene Investitionspolitik und konsequente Kostenkontrolle haben auch künftig Priorität", sagte der ProSiebenSat1-Chef. Bei den Kosten habe der Konzern bereits gute Fortschritte gemacht. In diesem Jahr würden nicht wie ursprünglich geplant 100, sondern rund 200 Millionen Euro gespart. Zwischen Juli und Ende September sanken die operativen Kosten um knapp 10 Prozent auf rund 470 Millionen Euro. Gespart wurde vor allem bei den Herstellungskosten.
KEPLER-ANALYST RECHNET WEITER MIT KAPITALERHÖHUNG
Die DZ Bank rät nach der starken Kursrally des Vortages zu Gewinnmitnahmen. Zudem sei die Entwicklung im für ProSiebenSat.1 so wichtigen vierten Quartal unsicher, schrieb Analyst Christoph Bast. Die Zahlen zum dritten Quartal hätten sowohl unter seinen als auch den Markterwartungen gelegen. Zudem bleiben die Schulden auf sehr hohem Niveau. Kepler-Analyst Conor O'Shea rechnet deshalb weiterhin damit, dass sich das Unternehmen über den Verkauf von Aktien frisches Kapital besorgt./mf/DP/zb

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