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Richemont 2009/10: Umsatz und Gewinn sinken - Starke Cash-Position (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 27. Mai 2010 - 14:55 publiziert

Genf (awp) - Richemont hat im abgelaufenen Geschäftsjahr sowohl bei Umsatz als auch beim Gewinn einen Rückgang hinnehmen müssen. Der Genfer Luxusgüterkonzern konnte die Liquidität dennoch stark ausbauen. Die Aktionäre kommen in den Genuss einer um 17% auf 0,35 CHF je Aktie erhöhten Dividende.
Der abtretende CEO Norbert Platt sprach während einer Telefonkonferenz am Donnerstag von einem schwierigen Jahr, das Richemont gut gemeistert habe. Die Situation in der Uhren- und Schmuck-Branche habe sich stark verbessert. Dieser Trend halte unter anderem auch dank der tiefen Vorjahresbasis mit Sicherheit noch bis im September an. In der Folge sei man aber auf eine nachhaltige Verbesserung der weltweiten konjunkturellen Entwicklung angewiesen, um Wachstum generieren zu können.
ASIATISCHE MÄRKTE WACHSEN
Der Umsatz sank in der Berichtsperiode um 4% auf 5'176 Mio EUR, in Lokalwährungen (LW) waren es -5%. Nach einem Umsatzminus von 15% (in Euro) im ersten Halbjahr, resultierte in der zweiten Jahreshälfte ein Plus von 7%.
Der Wachstumsmotor war einmal mehr die Region Asien-Pazifik (ohne Japan). So wuchsen die Verkäufe dort in Lokalwährungen mit 17% zum fünften Mal in Folge zweistellig. Richemont erwirtschaftet bereits gut einen Drittel des Gesamtumsatzes in dieser Region.
In Europa sank der Umsatz um 11%. In der zweiten Hälfte verzeichnete Richemont dort ein leichtes Umsatzplus, dennoch seien noch keine klaren Anzeichen einer Markterholung ersichtlich, so Platt. In der Region Americas gaben die Verkäufe um 20% (H2: +8%), in Japan um 17% (H2: -9%) nach.
Die Divisionen waren alle leicht rückläufig, wobei es im Schmuckgeschäft mit -3% (in EUR) noch am besten lief. Der Uhrenbereich fiel insgesamt um 6%, die Division Schreibwaren ebenfalls um 6% und der Bereich "Andere" gar um 8%.
ERGEBNISRÜCKGANG TROTZ KOSTENDISZIPLIN
Der Umsatzrückgang drückte bei praktisch unverändert hohen Fixkosten - Richemont hat kaum Stellen abgebaut - auf die Profitabilität. Der operative Gewinn (EBIT) der Gruppe sank im Gesamtjahr um 14% auf 830 Mio EUR, die EBIT-Marge gab entsprechend auf 16,0% (VJ 17,9%) nach.
Richemont habe die Gesamtkosten um 4% auf 2'361 Mio EUR gesenkt, wobei vor allem die Aufwendungen für die Kommunikation stark reduziert wurden. Der Konzern werde die Kostendisziplin auch in Zukunft strikte beibehalten, versprach Richard Leupeu, Deputy CEO.
Der Reingewinn des weitergeführten Geschäftes (nach dem Verkauf des BAT-Geschäftes) fiel um 18% auf 603 Mio EUR, wobei das Finanzergebnis v.a. wegen Wechselkurseffekten mit -137 Mio EUR (-101 Mio) deutlich negativ ausfiel.
AKTIENRÜCKKAUF
Die Cash-Position stieg per Ende März auf einen neuen Rekordwert von 1'896 (822) Mio EUR. Der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit lag bei 1'464 (819) Mio EUR. Richemont will in den nächsten zwei Jahren bis zu 10 Mio eigene Aktien zurückkaufen, was 1,7% des ausstehenden Aktienkapitals entspricht. Die Titel sollen für den konzerneigenen Optionsplan verwendet werden.
Sofern sich Gelegenheiten bieten, könne die hohe Cash-Position auch für Übernahmen eingesetzt werden, so Norbert Platt. Per Anfang April wird Richemont die noch ausstehenden 67% des britischen Onlinehändlers Net-A-Porter erwerben. Platt verspricht sich davon wichtiges Know How für den Verkauf der eigenen Produkten via Internet.
BEREIT FÜR DIE ZUKUNFT
Für die weitere Zukunft gibt sich der Konzern relativ optimistisch. Richemont sei bereit, um Wachstumsgelegenheiten in neuen Märkten wahrzunehmen und die Nachfrage in den etablierten Märkten zu befriedigen, sobald sich die Situation dort verbessere. Die Umsätze im ersten Quartal 2010 seien dem Trend aus dem Vorweihnachtsgeschäft gefolgt und im April lag der Umsatz um 24% über dem allerdings schwachen Vorjahresniveau.
An der Börse sinken Richemont bis um 13.35 um 1,8% auf 37,93 CHF (SMI +1,3%). Allerdings hatten die Aktien am Vortag um über 5% zugelegt. Anleger hatten sich vor allem bezüglich Gewinn mehr erhofft.
mk/ps

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