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Rio Tinto dank China-Boom an Kapazitätsgrenze (AF)

Dieser Inhalt wurde am 15. April 2010 - 13:30 publiziert

(Mit weiteren Angaben)
LONDON (awp international) - Dank des anhaltenden Wirtschaftsbooms in China hat der australisch-britische Bergbaukonzern Rio Tinto im ersten Quartal glänzende Geschäfte gemacht. Der weltweit zweitgrösste Eisenerzförderer produziert inzwischen an der Kapazitätsgrenze, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Zwischen Januar und März förderte der Konzern 39 Prozent mehr Erz als im Vorjahreszeitraum. Sein Jahresziel erhöhte Rio Tinto von 230 auf 234 Millionen Tonnen. Auch in den westlichen Industrieländern gebe es inzwischen Anzeichen für eine Erholung der Nachfrage, erklärte das Unternehmen.
Trotzdem gab sich Vorstandschef Tom Albanese vorsichtig. Er warnte vor Rückschlägen aufgrund kurzfristiger Schwankungen. Zu den langfristigen Aussichten äusserte sich der Manager aber sehr optimistisch. Deshalb plane sein Unternehmen nun wieder Investitionen in neue Projekte. So wird derzeit etwa ein umfangreicher Kupferabbau in der Mongolei vorbereitet. Mit dem chinesischen Staatskonzern will Rio Tinto ein riesiges Eisenerzvorkommen in Guinea erschliessen.
In vergangenen Wochen hatte Rio Tinto ebenso wie seine Konkurrenten Vale aus Brasilien und der australisch-britische BHP Billiton-Konzern bei seinen Kunden kräftige Preissteigerungen für Eisenerz durchgesetzt. Nach Einschätzung von Experten sollen sie fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr erreicht haben.
Weitere Preisschübe sind zum Ärger der Stahlhersteller möglich. Denn die "grossen Drei", die zusammen fast 70 Prozent des Weltmarktes beherrschen, setzten zugleich ein kurzfristigeres Preissystem gegen den Willen der Stahlhersteller durch. Künftig sollen die Preise nur noch quartalsweise gelten. Damit verabschiedeten sich die Bergbaukonzerne von dem seit vier Jahrzehnten praktizierten System mit einjährigen Preisbindungen. Die Stahlhersteller fürchten, dass die Abkehr vom alten System willkürlichen Preissteigerungen Tür und Tor öffnet und damit verlässliche Kalkulationen praktisch unmöglich werden.
Der Schuldenabbau ging durch weitere Verkäufe von Unternehmensteilen auch zum Jahresbeginn 2010 bei Rio Tinto weiter: Insgesamt sanken die Verbindlichkeiten um 4,5 Milliarden US-Dollar. Ende 2009 hatte das Unternehmen noch 18,9 Milliarden, ein Jahr zuvor sogar 38,7 Milliarden Dollar an Schulden aufgehäuft. Grund dafür war die milliardenschwere Übernahme des Aluminiumherstellers Alcan 2007./nl/ep/he

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