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LONDON (awp international) - Der britisch-australische Rohstoffkonzern Rio Tinto ist wieder auf Wachstumskurs. Nach einem deutlichen Gewinnanstieg im ersten Halbjahr will das Unternehmen kräftig investieren. Für neue Projekte stehen im kommenden Jahr neun Milliarden US-Dollar zur Verfügung, wie Rio Tinto am Donnerstag mitteilte. Das sind 50 Prozent mehr als in diesem Jahr. "Wir blicken voller Zuversicht voraus", sagte Chairman Jan du Plessis.
Einen erneuten tiefen Einbruch der Weltwirtschaft erwartet der Konzern den Angaben zufolge nicht. Allerdings dürfte die Nachfrage nach Rohstoffen schwanken. Zuletzt hatte es aus China Signale gegeben, dass sich das rapide Wirtschaftswachstum etwas abschwächen könnte. Dank eines radikalen Schuldenabbaus sieht sich Rio Tinto inzwischen aber für mögliche Rückschläge viel besser gerüstet als zum Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008. Ende Juni hatte der Konzern noch Nettoverbindlichkeiten von 12 Milliarden Dollar, ein Jahr zuvor waren es noch 39 Milliarden.
Der Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008 hatte Rio Tinto kalt erwischt. Kurz vorher hatte das Unternehmen noch den Aluminiumkonzern Alcan übernommen. Das liess die Verschuldung explodieren. Das Management legte ein hartes Sparprogramm auf, drosselte die Investitionen und trennte sich von zahlreichen Randgeschäften.
Im ersten Halbjahr verdiente Rio Tinto dank der globalen Konjunkturerholung und der kräftig gestiegenen Rohstoffpreise wieder glänzend. Der bereinigte Überschuss stieg im Vergleich zum von der Wirtschaftskrise schwer belasteten Vorjahreszeitraum um 125 Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar. Inklusive aller Sondereffekte legte der Gewinn sogar um 260 Prozent auf ebenfalls 5,8 Milliarden Dollar zu. Allein mit Eisenerz verdiente Rio Tinto unterm Strich 4,1 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen von Analysten deutlich.
Als Dividende für das erste Halbjahr will Rio Tinto 45 US-Cent je Aktie ausschütten. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen die Zwischenausschüttung an seine Aktionäre wegen der Wirtschaftskrise ausgesetzt. Insgesamt will der Bergbaukonzern in diesem Jahr an seine Aktionäre 1,75 Milliarden Dollar verteilen. In den vergangenen Tagen hatten bereits die Konkurrenten Anglo American und Xstrata kräftig gestiegene Gewinne gemeldet.
Weiterhin grosse Hoffnungen setzt Rio Tinto auf die geplante Zusammenlegung des Eisenerzabbaus in Westaustralien mit dem Konkurrenten BHP Billiton . Die Konzerne rechnen dadurch mit Synergien von bis 10 Milliarden Dollar. Allerdings müssen weltweit noch viele Wettbewerbsbehörden zustimmen. Gegen den Zusammenschluss stemmen sich die Stahlkonzerne, die dadurch eine noch grössere Marktmacht für die Bergbauunternehmen befürchten. Rio Tinto und Co war es etwa im Frühjahr gelungen, ein neues Preissystem durchzusetzen. Künftig sind die Preise nur noch für ein Quartal und nicht mehr für ein ganzes Jahr festgeschrieben.
Zusammen mit den übrigen Bergbaukonzernen konnte Rio Tinto zuletzt eine Bedrohung für das eigene Geschäft abmildern. Die in Australien geplante Supersteuer auf Rohstoffe soll nun doch nicht so hart ausfallen, wie von der dortigen Labour-Regierung ursprünglich geplant. Die Konzerne waren Sturm gegen die Belastung gelaufen und hatten eine millionenschwere Kampagne gegen Premierminister Kevin Rudd gestartet. Der musste schliesslich zurücktreten. Nachfolgerin Julia Gillard einigte sich mit den Konzernen auf einen Kompromiss. Die Opposition will sogar ganz auf die Sondersteuer verzichten. Im Herbst stehen in Australien Parlamentswahlen an. Der Ausgang gilt als völlig offen./nl/fn/she

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