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Roche Q1: Umsatz leicht unter Erwartungen - Jahresausblick bestätigt (AF)

(Meldung umfassend erweitert, neu gefasst)
Zürich (awp) - Der Pharmakonzern Roche hat für das erste Quartal 2011 eine leicht unter den Erwartungen des Marktes liegende Umsatzentwicklung ausgewiesen. Auf die Verkäufe gedrückt haben vor allem der negative Wechselkurseffekt mit 9 Prozentpunkten sowie die vorab in den USA infolge regulatorischer Unsicherheiten um 14% rückläufigen Avastin-Verkäufe. Zudem belasteten die Gesundheitsreformen in den USA, in Europa und Japan den Umsatz mit rund 2 Prozentpunkten. Das Roche-Management sieht den Konzern aber gut unterwegs und hat die Zielsetzungen für das Gesamtjahr bestätigt. Zudem sei die Produktpipeline in später klinischer Entwicklung planmässig voran gekommen.
Der Gruppenumsatz sank im ersten Quartal um 9% auf 11,12 Mrd CHF. In Lokalwährungen (LW) konnte das Niveau der Vergleichsperiode gehalten werden, teilt Roche am Donnerstag mit. Dabei ging der Pharma-Umsatz um 10% auf 8,71 Mrd CHF zurück; in LW resultierte ein Minus um 2%. Die Diagnostics-Division verzeichnete einen Umsatzrückgang um 4% auf 2,41 Mrd CHF; in LW wuchs der Bereich um 6%.
Bereinigt um die Tamiflu-Absätze, die in der Berichtsperiode 252 Mio CHF erreichten, aber 47% unter Vorjahr lagen, wuchs die Pharma-Division um 1% in LW. Dabei seien die Tamiflu-Absätze im ersten Quartal "stark" ausgefallen, wie CEO Severin Schwan an einer Telefonkonferenz sagte. Er bestätigte die Ganzjahres-Umsatzprognose von bis zu 300 Mio CHF für das Grippemittel.
Mit der Umsatzentwicklung hat Roche - je nach Einschätzung der Analysten - die Erwartungen verfehlt oder nur knapp verfehlt. Teils werden die Zahlen aber auch als unspektakulär und ohne grosse Überraschungen bezeichnet.
Die Pharma-Division konnte unter den einzelnen Marktregionen die Verkäufe (jeweils in LW und ohne Tamiflu) in den USA um 2% auf 3,15 Mrd CHF steigern, während sie in Westeuropa um 4% auf 2,20 Mrd CHF zurückgingen. In Japan nahmen die Absätze um 1% auf 0,86 Mrd CHF zu. Die Entwicklung der Verkäufe in diesen Regionen von einen starken Basiseffekt für das erste Quartal 2010 beeinflusst gewesen und den anhaltenden Auswirkungen der Gesundheitsreformen in den USA, der Sparmassnahmen in Europa und der Senkung der Erstattungspreise in Japan. Die Reformen und Japan haben gemäss CEO Schwan rund 2 Prozentpunkte Umsatz gekostet. In der Region International konnte um 6% auf 2,26 Mrd CHF gewachsen werden.
Unter den einzelnen Medikamenten überholte MabThera/Rituxan das Medikament Avastin mit Verkäufen von 1,56 Mrd CHF (+7% in LW), während Avastin infolge der Unsicherheiten um 6% auf 1,42 Mrd CHF zurückging. In den USA sank der Avastin-Absatz dabei um 14% und in Westeuropa um 8%. Herceptin erreichte einen Umsatz von 1,39 Mrd CHF (+8%). MabThera sei vor allem dank des verstärkten Einsatzes bei lymphatischer Leukämie und rheumatoider Arthritis gewachsen, heisst es weiter. Für die Anhörung zu Avastin vor einem FDA-Ausschuss Ende Juni wegen einer Wiederzulassung bei Brustkrebs gibt sich Pharma-COO Pascal Soriot zuversichtlich.
In der Diagnostics-Division haben gemäss CEO Schwan die Bereiche Professional Diagnostics (+10% in LW) und Tissue Diagnostics (+18%) das Wachstum getragen. Stark war das Verkaufswachstum im ersten Quartal insbesondere in den Regionen Lateinamerika (+16% in LW), Asien-Pazifik (+16%) und Japan (+9%). Weniger deutlich legten die Verkäufe in Europa/Nahost/Afrika (+3%) und Nordamerika (+4%) zu.
Insgesamt sieht sich das Roche-Management auf Kurs. "Aufgrund unserer Verkäufe im ersten Quartal sind wir gut unterwegs, um unsere für das Gesamtjahr gesteckten Ziele zu erreichen", kommentiert CEO Schwan. "Allein in den ersten drei Monaten des Jahres haben sieben wichtige Studien der Phasen II und III positive Ergebnisse erzielt (darunter sechs zulassungsrelevante Tests). Dies verbessert unsere Wachstumsperspektiven für die kommenden Jahre deutlich." Darüber hinaus liege der Konzern mit der Effizienzsteigerungsinitiative "Operational Excellence" auf Kurs. Deren Sparzielsetzungen wurden auch bestätigt.
Ende des Berichtsquartals umfasste die Forschungs- und Entwicklungspipeline der Pharma-Division (Phase I bis III/Registrierung) 62 neue pharmazeutische Wirkstoffe und 41 zusätzliche Indikationen. Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sollen gemäss CEO Schwan im gesamten Jahr unverändert "stabil bis leicht tiefer" ausfallen.
rt/ps

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