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Im Falle eines Stanley-Cup-Triumphs von Nashville wäre Roman Josi ein Kandidat für den MVP der Playoffs gewesen. Der Berner spielte in der NHL eine weitere starke Saison.

Es ist Freitag, zwei Tage vor dem sechsten Finalspiel, in dem es für die Predators im übertragenen Sinn ums Überleben ging. Trotz der Wichtigkeit der Partie lässt es sich Josi nicht nehmen, einen zweijährigen, an Krebs erkrankten Buben zu besuchen. Er war diesbezüglich via einer Facebook-Nachricht angefragt worden. Josi nahm gleich noch Captain Mike Fisher mit und bescherte dem jungen Fan und dessen Familie ein unvergessliches Erlebnis.

Diese Anekdote sagt viel aus über den 27-Jährigen. Sein Bruder Yannick beschreibt ihn als jemanden, der "sehr offen, bodenständig und immer für alle da ist. Freunde und Familie sind ihm sehr wichtig. Er hat sich nicht verändert." Nach einer Schwäche gefragt, antwortete er: "Er ist manchmal zu gutgläubig. Man könnte ihn ziemlich gut ausnutzen."

Yannick Josi ist bei weitem nicht der einzige aus der Familie, der seinen Bruder vor Ort im Final unterstützte. Das neue erworbene Haus von Roman Josi ist zwar gross, allerdings mussten zusätzliche Matratzen gekauft werden. Über Eishockey wurde zu Hause allerdings so wenig wie möglich geredet, schliesslich galt es, in der spärlichen Freizeit optimal abzuschalten und mal auf andere Gedanken zu kommen. So wurde regelmässig grilliert, Basketball oder Frisbee-Golf gespielt.

Die Ruhe selbst

"Ich bin beeindruckt, wie er mit dem ganzen Druck umging", sagte Yannick Josi. "Er war aber extrem fokussiert. Er hatte schon immer den Willen zu gewinnen, aber so habe ich es noch nie erlebt." Ohnehin ist es schwer, Roman Josi aus der Ruhe zu bringen, Druck scheint er nicht zu kennen. "Er wird auch selten hässig, reagiert auf alles ziemlich cool", so Yannick Josi. "Das ist sein Naturell, welches ihm auch half, dass er so gut spielte."

Roman Josi war in den Playoffs mit sechs Toren und acht Assists der zweitbeste Skorer der Predators. "Er ist so konstant, wie man es überhaupt sein kann in der NHL", adelte ihn Nashvilles Headcoach Peter Laviolette. Dabei war Josi als Kind - wie man das meinen könnte - nicht dauernd auf der Eisbahn zu finden. Vielmehr wollte er lange Fussball und nicht Eishockey spielen. "Wir überredeten ihn. Zum Glück klappte es", blickte Yannick Josi zurück. Dieser war in seiner Kindheit ebenfalls beim SC Bern, und zwar zusammen mit dem gleichaltrigen, nun ebenfalls bei Nashville tätigen Yannick Weber.

Obwohl Roman Josi zwei Jahre jünger ist als sein Bruder, kam es vor, dass sie an gewissen Turnieren zusammen spielten. Als sie einmal in Deutschland gemeinsam Verteidiger waren, kassierten sie bis zum letzten Spiel kein Tor. Dann fiel Roman um, verlor die Scheibe und prompt führt diese zu einem Gegentreffer. Das ärgerte ihn masslos, wie sich Yannick erinnerte. Solchen Szenen gehören der Vergangenheit an. Roman Josi ist mittlerweile ein hervorragender und äusserst eleganter Schlittschuhläufer, auch weil er in Zürich zusätzlich Powerskating-Einheiten absolviert hat. Schusstraining machte er ebenfalls viel nebenbei.

"Im Alter von 15 bis 17 Jahren hat er einen riesigen Schritt vorwärts gemacht", erklärte Yannick Josi. Die Lehre bei der Post, die ihn unter Druck setzte, brach Roman Josi ab, um sich voll auf den Sport zu konzentrieren. Der Entscheid der Eltern zahlte sich aus. Sorgt er in der NHL weiter für Furore, könnte es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Nashville im Stanley-Cup-Final stand.

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SDA-ATS