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FRANKFURT/LISSABON (awp international) - Die Regierungskrise in Portugal nährt die Spekulationen über nahende EU-Rettungshilfen für das hochverschuldete südeuropäische Land. "Es ist kaum davon auszugehen, dass Portugal bis zu den Neuwahlen ohne fremde Hilfe auskommen wird", schrieb Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil am Donnerstag.
Ministerpräsident José Sócrates war am Mittwochabend zurückgetreten, nachdem sein vor knapp zwei Wochen präsentiertes neues Sparpaket im Parlament in Lissabon durchgefallen war. Mit dem Programm sollte die Neuverschuldung in diesem Jahr auf 4,6 Prozent und bis 2013 auf 2,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gedrückt werden. Portugal leidet nicht nur unter der Schuldenlast, sondern auch unter hohen Zinsen, die das Land für seine Schulden aufwenden muss.
Allerdings hat Sócrates' Rücktritt die Lage am europäischen Rentenmarkt zunächst nicht weiter zugespitzt. Die Rendite für zehnjährige Anleihen Portugals ging am Donnerstagmorgen minimal auf 7,343 Prozent zurück. Allerdings waren diese an den Vortagen kräftig gestiegen, nachdem sich das Scheitern des neuerlichen Sparpakets im hoch verschuldeten Land abgezeichnet hatte.
Bei irischen Staatsanleihen bleibt die Lage hingegen weiter deutlich angespannter. Hier erhöhte sich die Rendite am Morgen leicht auf 9,717 Prozent. Bei spanischen Titeln ergab sich unterdessen am Morgen mit einer Rendite von 5,155 Prozent keine Änderung. Zum Vergleich: Die als besonders sicher geltenden Bundesanleihen rentieren am Morgen mit 3,186 Prozent.
Volkswirt Thomas Amend vom Bankhaus HSBC Trinkaus begründete die Entwicklung am Anleihenmarkt mit der wachsenden Wahrscheinlichkeit einer EU-Rettungshilfe für Portugal. Dies werde am Markt nicht nur negativ gesehen, da damit auch ein höheres Mass an Sicherheit verbunden sei. Zudem stünden beim Euro-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag noch sehr wichtige Entscheidungen für die weitere Ausgestaltung der Hilfen an.
Das Scheitern der portugiesischen Regierung in Folge der fehlenden Zustimmung für weitere Sparmassnahmen dürfte die Spekulationen anheizen, dass eher früher als später Hilfe in Anspruch genommen werden muss, heisst es auch bei der Commerzbank. In den langen Laufzeiten von zehn Jahren gingen die Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus Portugal am Morgen leicht zurück./kf/jha/DP/jsl

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