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Salzgitter blickt nach starkem Auftakt optimistischer auf das Jahr (AF)

(Mit weiteren Angaben)
SALZGITTER (awp international) - Der zweitgrösste deutsche Stahlhersteller Salzgitter lässt die Wirtschaftskrise endgültig hinter sich: Nach einem starken Auftakt schraubte der Vorstand seine Erwartungen für dieses Jahr nach oben. Nun halten die Niedersachsen einen Vorsteuergewinn von bis zu 150 Millionen Euro für möglich, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Zuletzt hatte sich das Management nur eine Verdoppelung auf rund 100 Millionen Euro zugetraut.
An der Börse ging es trotzdem in der ersten Handelsstunde abwärts. Die Aktie verlor 4,0 Prozent. Anleger hatten auf eine höhere Prognose gehofft. Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel nannte den Ausblick etwa weiterhin vorsichtig.
Im ersten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 20 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Dabei wirkte sich die hohe Nachfrage dank der guten Wirtschaftslage in vielen stahlverarbeitenden Branchen positiv aus. Unter dem Strich blieb nach einem Verlust von 13,3 Millionen Euro vor einem Jahr nun ein Überschuss von 44 Millionen Euro übrig. Das war auch mehr als im bereits wieder recht starken Schlussviertel 2010.
Vor Steuern verdiente der Stahlkocher 56,3 Millionen Euro. Vor einem Jahr stand an dieser Stelle auch wegen Kosten für Restrukturierungen noch ein Fehlbetrag von gut 17 Millionen Euro. Die Beteiligung am Kupferhersteller Aurubis brachte allein 29 Millionen Euro vor Steuern ein, 11,2 Millionen Euro waren es vor einem Jahr. Die Ergebnisse lagen über den Erwartungen von Analysten.
Bis auf den seit langem defizitären Technologiebereich, zu dem auch der Abfüllanlagenhersteller Klöckner-Werke gehört, schrieben alle Sparten schwarze Zahlen. Im Gesamtjahr soll das angeschlagene Segment trotz des harten Wettbewerbs zumindest ein annähernd ausgeglichenes Ergebnis schaffen, hofft Salzgitter. Im ersten Quartal reduzierte der Bereich seinen Vorsteuerverlust auf 8,3 Millionen Euro.
Die Stahlsparte schaffte die Rückkehr in die Gewinnzone. Das lag vor allem am glänzenden Absatz von Flachstahl und Grobblechen dank des Booms von Auto- und Maschinenbau. Vor diesem Hintergrund gelang es Salzgitter Anfang April, seine Preise deutlich anzuheben. Weitere Erhöhungen plant das Unternehmen nach Angaben eines Sprechers Anfang Juli. Lediglich das Trägergeschäft läuft wegen der weiter verhaltenen Nachfrage der Baubranche schwach. Mut macht dem Unternehmen, dass nunmehr die drei Hochöfen in Salzgitter und die beiden neuen Elektroöfen in Peine so gut ausgelastet sind, dass sie durchlaufen können.
Den höchsten Gewinn steuerte dank der gestiegenen Preise im ersten Quartal die Handelssparte zum Konzernergebnis bei. Der Röhrenbereich erholte sich leicht. Dabei kämpfte Salzgitter noch mit der Abarbeitung des margenschwachen Auftrags für den zweiten Strang der Ostseepipeline.
Salzgitter hatte bislang stärker zu kämpfen als Konkurrenten wie ThyssenKrupp oder die österreichische Voestalpine , um die Krise hinter sich zu lassen. Das lag vor allem an der grösseren Abhängigkeit von der Baubranche. Lange tat sich Salzgitter auch schwer, die gestiegenen Rohstoffkosten an seine Kunden weiterzugeben. Auch die Umstellung auf die von den Bergbaukonzernen durchgesetzten kürzeren Preisbindungen gelang erst mit Verzögerung.
Trotz der Prognoseerhöhung warnte Salzgitter nun vor Euphorie. Die Unsicherheiten blieben hoch. Das Unternehmen verwies etwa auf die unruhige politische Lage in einigen Absatzregionen. Hinzu komme, dass mögliche Schwankungen der Ein- und Verkaufspreise nach der Umstellung auf kurzfristigere Verträge deutlich zugenommen haben. Das erschwere die Planungen. Als Beispiel rechnete Salzgitter vor, dass ein Margenverlust von nur 25 Euro je Tonne das Ergebnis allein um 200 Millionen Euro belasten könne. Mit einem Cash-Bestand von 1,1 Milliarden Euro in der Kasse sieht sich der Konzern für alle Eventualitäten gerüstet./enl/ksb/stk

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