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PARIS (awp international) - Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis hat im zweiten Quartal dank der starken Nachfrage nach seinen Diabetesmitteln und dem Geschäft in den Schwellenländern mehr verdient als im Vorjahr. Unternehmenschef Chris Viehbacher zeigte sich ungeachtet des herausfordernden Marktumfeldes wegen der Preiskürzungen in Europa und der Gesundheitsreform in den USA mit dem Geschäftsverlauf zufrieden. Der Überschuss sei im zweiten Jahresviertel um 7,6 Prozent auf 2,478 Milliarden Euro gestiegen, teilte der im EuroStoxx 50 notierte Pharmakonzern am Donnerstag in Paris mit. Mit seinem Zahlenset übertraf Sanofi die Erwartungen des Marktes. An der Börse legte die Aktie leicht zu und entwickelte sich damit etwas schwächer als der Markt.
Während der Umsatz in Westeuropa und den USA rückläufig war, kletterte er in den Schwellenländern prozentual zweistellig. Auf Konzernebene verbuchte der Pharmariese ein Erlösplus von 4,6 Prozent auf 7,783 Milliarden Euro. Operativ konnte Sanofi-Aventis ein Plus von 5,3 Prozent auf 3,421 Milliarden Euro ausweisen. Spitzenreiter unter den Produkten war erneut das in Frankfurt-Hoechst hergestellte Diabetesmittel Lantus, das beim Umsatz um fast elf Prozent auf 926 Millionen Euro zulegte. Dagegen litt der Blutverdünner Plavix unter der Konkurrenz von Generikaherstellern und büsste rund 27 Prozent ein.
Die Konkurrenz von Generika hat sich beim Ausblick niedergeschlagen: Sanofi-Aventis-Chef Viehbacher hat die am Wochenende gesenkte Prognose bestätigt. Danach wird wegen der Konkurrenz eines Nachahmer-Medikaments für den Blutverdünner Lovenox 2010 bestenfalls ein stagnierender Gewinn je Aktie, und schlimmstenfalls ein Rückgang um vier Prozent erwartet. Bei den Quartalsergebnissen im April hatte der Konzern seine Jahresprognose noch bestätigt, der zufolge der Gewinn je Aktie zwischen zwei und fünf Prozent steigen soll. Allerdings hatte Sanofi diese Prognose an die Bedingung geknüpft, dass kein "negatives Ereignis" eintritt. Dies war allerdings am Wochenende der Fall, als die FDA das Lovenox-Nachahmer-Medikament von Novartis zugelassen hat. Novartis will den Wirkstoff unverzüglich vermarkten. Lovenox ist mit einem Umsatz von 866 Millionen Euro im zweiten Quartal das zweitwichtigste Medikament für Sanofi.
Für forschende Pharmakonzerne wie Sanofi-Aventis ist die erfolgreiche Entwicklung von Medikamenten, die für weiteres Wachstum sorgen, extrem wichtig. Denn in der Regel laufen Patente nach 20 Jahren aus. Dies hat die Folge, dass die oft hohen Umsätze im Milliardenhöhe rasch um teilweise 80 Prozent einbrechen, da die Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) nach dem Patentablauf billigere Konkurrenzprodukte anbieten können.
Keinen Kommentar gab Viehbacher zu den jüngsten Gerüchten um eine Übernahme des US-amerikanischen Biotech-Unternehmens Genzyme für bis zu 18,7 Milliarden Dollar ab. Bis 2013 verlieren Sanofi-Bestseller wie das Krebsmittel Taxotere, der Blutverdünner Plavix, der Gerinnungshemmer Lovenox und auch Eloxatin ihren Patentschutz. Insgesamt ist nach Sanofi-Angaben rund ein Fünftel des Umsatzes bedroht. Um sich für die Zeit nach den Patentabläufen zu rüsten, will Sanofi-Aventis in den kommenden Jahren Kernbereiche wie die Diabetessparte, die Impfstoffe, das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten (OTC), patentgeschützte Medikamente sowie die Präsenz in den Schwellenländern weiter verstärken. Im vergangenen Jahr haben die Franzosen rund 6,6 Milliarden Euro in Zukäufe und Partnerschaften investiert./ep/jha/sk

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