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MÜNCHEN (awp international) - Es wird einer der grössten Börsengänge seit Jahren: Siemens will sein Traditionsunternehmen Osram noch im Herbst mehrheitlich abgeben. Der Verkauf gehört zum radikalen Umbau, den Siemens-Chef Peter Löscher dem Konzern verpasst. Der Sprung in die Zukunft soll mit einem neuen Geschäftsfeld für Umwelttechnologie in stark wachsenden Megacitys gelingen. Mit dem Umbau und Zukäufen will Löscher in den kommenden Jahren die Umsatzgrenze von 100 Milliarden Euro knacken.
Mit der Trennung von Osram verabschiedet sich Löscher endgültig vom Konsumentengeschäft und wagt sich in unsicheren Zeiten aufs Börsenparkett. Beim Börsengang der Lichttochter mit ihren 40.000 Mitarbeitern und 4,7 Milliarden Euro Jahresumsatz sollen sofort mehr als 50 Prozent der Anteile verkauft werden. Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser liess am Dienstag bei einer Telefonkonferenz durchblicken, der Gesamtwert von Osram an der Börse könnte in der Grössenordnung von bis zu 8 Milliarden Euro liegen. Allerdings schränkte er ein, dass es bei einem Börsengang dieser Grösse wohl Abschläge geben dürfte.
BETRIEBSRAT: UMBAU DARF NICHT ZU LASTEN DER BESCHÄFTIGTEN GEHEN
IG Metall und Betriebsrat warnten vor weiteren Einschnitten nach den gravierenden Umstrukturierungen der vergangenen Jahre. In Erinnerung sind noch die heftigen Ausschläge beim Chiphersteller Infineon , nachdem dieser ebenfalls im Zuge eines Börsengangs von Siemens abgelöst wurde. Der Umbau dürfe keinesfalls zu Lasten der Beschäftigten und Standorte gehen, forderte Gesamtbetriebsratschef Lothar Adler. "Osram darf nicht zum Spielball kurzlebiger Profitinteressen an den Finanzmärkten werden." Der Abschied von der Lichttochter ist ein tiefgreifender Einschnitt, wenngleich Osram bereits seit Jahrzehnten als eigenständige GmbH innerhalb des Konzerns firmierte.
Eine verbesserte Ausrichtung des Industriegeschäfts auf künftige Anforderungen liege auch im Interesse der Beschäftigten, sagte der bayerische Bezirksleiter der IG Metall, Jürgen Wechsler, in einer ersten Stellungnahme auf den am späten Montagabend angekündigten Konzernumbau. "Wir werden allerdings sehr sorgfältig darauf achten, dass sie in diesem Prozess weder unmittelbar noch mittelbar Nachteile erleiden."
KÜNFTIG 81.000 MITARBEITER IM SEKTOR 'INFRASTRUCTURE & CITIES'
In dem neuen Sektor namens "Infrastructure & Cities" für Infrastrukturlösungen in den weltweit stark wachsenden Städten sollen künftig 81.000 Mitarbeiter einen Umsatz von 16,5 Milliarden Euro machen, wie Löscher sagte. Insgesamt hat Siemens nach eigenen Angaben derzeit rund 410.000 Beschäftigte.
Siemens schätzt die Ausgaben für Infrastrukturmassnahmen, die der Konzern anbieten kann, in den Städten auf weltweit 300 Milliarden Euro im Jahr. Mehr als 100 Milliarden würden 2015 im öffentlichen Sektor ausgegeben, sagte Löscher. Der Konzern will insbesondere Lösungen für effiziente Stromnetze, Transportmöglichkeiten, Gebäudetechnik, Wasserversorgung und Abfallentsorgung anbieten.
SIEMENS WIRD AUCH NACH OSRAM-BÖRSENGANG MINDERHEITSANTEIL HALTEN
Der Siemens-Chef will bei der Neuordnung Stellenabbau vermeiden. "Eher das Umgekehrte wird der Fall sein", sagte Löscher. Es werde allerdings für "einzelne Mitarbeiter" zu Veränderungen innerhalb des Konzerns kommen. Wie viele Stellen von dem Umbau genau betroffen sein werden, sagte Löscher nicht.
Siemens betonte, dass das Unternehmen auch nach dem Börsengang von Osram vorerst als "Ankeraktionär" weiter einen Minderheitsanteil halten werde - allerdings blieb unklar, mit welchem Anteil und für wie lange. Auch über die finanzielle Ausstattung des Unternehmens gab es nur vage Angaben: "Wir werden Osram grundsolide ausstatten." Bestätigt wurde, dass der Erlös des Börsenganges zunächst in die Siemens-Kassen fliesst.
Bei Osram sind hohe Investitionen vor allem in die moderne Leuchtdioden-Technik notwendig, um als Weltmarktführer gegen die Konkurrenz von Philips und General Electric zu bestehen. "Osram kann als Aktiengesellschaft langfristig nur Erfolg haben, wenn die strategischen Weichen für die Zukunft parallel zum Börsengang richtig gestellt werden", betonte IG Metall-Bezirksleiter Wechsler./fin/stb/bbi/DP/chs

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