Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

(Meldung umfassend erweitert, u.a. um Aussagen aus Medienkonferenz)
Bern (awp) - Das Ergebnis der Schweizerische Nationalbank (SNB) ist im Geschäftsjahr 2010 erwartungsgemäss durch Verluste auf Fremdwährungspositionen geprägt worden und fällt negativ aus. Dennoch hält die SNB vorderhand an der Ausschüttung an Bund, Kantone und Aktionäre fest, will die Ausschüttungsvereinbarung allerdings überprüfen.
Für das Rechnungsjahr 2010 erwartet die SNB im Stammhaus einen Gesamtverlust von rund 21 Mrd CHF. Das Konzernergebnis werde dank dem Stabilisierungsfonds voraussichtlich etwas besser ausfallen, teilt die SNB am Freitag mit. Der starke Anstieg des Schweizer Frankens insbesondere gegenüber dem Euro und dem US-Dollar hat gemäss Mitteilung im Geschäftsjahr 2010 einen Verlust von rund 26 Mrd CHF auf den Fremdwährungspositionen zur Folge gehabt. Dem sei ein Bewertungsgewinn auf dem Gold von knapp 6 Mrd CHF gegenüber gestanden.
Die SNB habe unter Berücksichtigung der ausserordentlichen Situation beschlossen, die Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven für das abgelaufene Geschäftsjahr anstatt auf 4 Mrd CHF auf 0,7 Mrd CHF festzusetzen. Dies erlaube es, an der vorgesehenen Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2010 von 2,5 Mrd CHF an Bund und Kantone sowie an der Dividendenausschüttung von 1,5 Mio CHF festzuhalten, heisst es weiter.
Ein Verzicht auf eine Gewinnausschüttung sei im Bankrat "eingehend" diskutiert worden, sagte SNB-Präsident Philipp Hildebrand am Freitag vor den Medien in Bern. An der Gewinnausschüttung habe die SNB vor allem deswegen festgehalten, weil die Verluste erst in den letzten Tagen des Jahres massiv gewesen seien und weil die Kapitalbasis mit 40 Mrd CHF Eigenmittel nach wie vor robust sei.
Die Kantone hätten zudem in ihren Budgets bereits mit den Mitteln aus der Gewinnausschüttung der SNB gerechnet, sagte Hildebrand weiter. "Sie konnten sich nicht auf eine Einstellung vorbereiten."
Die Ausschüttungsreserve, die sich Ende 2009 noch auf 19 Mrd CHF belaufen hatte, wird gemäss Mitteilung nach Berücksichtigung des Verlusts, der reduzierten Zuweisung an die Rückstellungen und der Ausschüttung -5,0 Mrd CHF betragen. Der Verlust der SNB im Geschäftsjahr 2010 werde zu einem grossen Teil durch die Ausschüttungsreserve absorbiert.
Die Ereignisse des vergangenen Jahres würden die zentrale Bedeutung eines ausreichenden Eigenkapitalpolsters für eine unabhängige Geldpolitik unterstreichen. Die SNB werde daher an ihrer langfristigen Strategie festhalten, ihr Eigenkapital über die Bildung von Rückstellungen für Währungsreserven jährlich zu erhöhen. Künftige ausschüttbare Gewinne, die nach der Zuweisung an die Rückstellungen jeweils noch zur Verfügung stehen, würden zudem als erstes gegen die negative Ausschüttungsreserve verrechnet werden müssen.
"Ab 2012 werden die Ausschüttungen deutlich tiefer als die üblichen 2,5 Mrd CHF sein oder sogar ganz ausfallen", so Hildebrand weiter. "Wir müssen die Ausschüttungsreserve zuerst wieder auffüllen, bevor wir ausschütten können." Wie schnell das gehe, werde vor allem von der Entwicklung an den Finanzmärkten abhängen.
Hildebrand verteidigte im Weiteren zum wiederholten Mal die Geldpolitik der SNB, die im Frühjahr im grossen Stil Euro gekauft hatte, um die Aufwertung des Franken zu verlangsamen. Die SNB orientiere sich an ihrem Auftrag, für Preisstabilität zu sorgen und der Konjunktur Rechnung zu tragen, sagte Hildebrand, der in den letzten Wochen auch persönlich kritisiert wurde.
Auch wenn es für ein abschliessendes Urteil noch zu früh sei, lasse sich sagen, dass die Schweiz heute im Verhältnis zu den umliegenden Ländern gut dastehe, sagte Hildebrand. Es gebe weder Inflation noch Deflation und das Jahreswachstum sei erfreulich. "Aus heutiger Sicht ist es uns gelungen, unseren Auftrag zu erfüllen."
Für die Schweizer Wirtschaft stelle die europäische Schuldenkrise eine "Last" dar, sagte Hildebrand. Er sei aber immer wieder beeindruckt, wie die Schweizer Unternehmen auf Wechselkursentwicklungen hätten reagieren können. Es liege im Interesse aller, dass die Euro-Länder rasch zu einer "Stabilitätskultur" zurückkehrten.
Auf die Frage, wie die Nationalbank auf den Krisengipfel der Spitzenverbände vom gleichen Tag reagiere, verwies Hildebrand ebenfalls auf den Auftrag, die Preisstabilität zu gewährleisten. Es sei aber für die Schweiz wichtig, ihren Kapitalmarkt offen zu halten.
Für das Geschäftsjahr 2009 hatte die Nationalbank noch einen Gewinn von 10 Mrd CHF auswgewiesen; die Ausschüttungsreserve war um 6,9 Mrd CHF erhöht worden und die Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven hatte 3,1 Mrd CHF betragen.
Der ausführliche Bericht zum Jahresabschluss mit den definitiven Zahlen und dem Ergebnis des Stabilisierungsfonds wird am 3. März 2011 veröffentlicht, der Geschäftsbericht am 7. April 2011.
rt/cf

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???