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NEW YORK (awp international) - Der weltgrösste Pharmakonzern Pfizer tritt bei den Forschungskosten auf die Kostenbremse und stellt sich auf schwierigere Zeiten ein. Nach den Milliardenzukäufen der Vorjahre stellt Pfizer-Chef Ian Read die Sparten auf den Prüfstand. "Wir rechnen damit, dass wir in der zweiten Jahreshälfte die Bewertung der einzelnen Bereiche abgeschlossen haben", gab Read am Dienstag bei Zahlenvorlage in New York den Zeitplan vor. Vor Börseneröffnung in den USA gab das Pfizer-Papier um 0,57 Prozent auf 20,90 Dollar nach.
Im ersten Quartal hat der Hersteller der Potenzpille Viagra dank seines Sparkurses zwar mehr Gewinn als im Vorjahr eingefahren. Wegen rückläufiger Geschäfte auf dem Heimatmarkt USA und beim wichtigen Medikament Lipitor (-13%) stagnierte der Umsatz dagegen mit 16,5 Milliarden Dollar (rund 11,12 Mrd. Euro) auf dem Niveau des Vorjahres. Unter dem Strich kletterte der Überschuss um zehn Prozent auf 2,22 Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis pro Aktie vor Sonderposten wie dem Verkauf des Capsugel-Geschäfts betrug im ersten Quartal 0,60 US-Dollar. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Wall Street, die mit 0,59 Dollar je Anteilsschein gerechnet hatten. Beim Umsatz verfehlte Pfizer allerdings die Markterwartungen in Höhe von 16,63 Milliarden.
Die nächsten Jahre werden für Pfizer noch schwieriger: Denn Pfizer hat für den Blutfettsenker Lipitor den Patentschutz verloren, der Pfizer in Spitzenzeiten einen Jahresumsatz von über 12 Milliarden Dollar bescherte. Mit dem jetzigen Umbau will der Konzern die Entwicklungskosten (2010: 9,4 Mrd. Dollar) auf 8,0 bis 8,5 Milliarden Dollar im laufenden Geschäftsjahr senken. 2012 sollen noch 6,5 bis 7,0 Milliarden in die Forschung gesteckt werden.
2011 rechnet Pfizer schlimmstenfalls mit einem Abschmelzen des Umsatzes auf 65,2 Milliarden und 2012 mit 62,2 Milliarden als Unterkante. Gleichzeitig soll der Gewinn je Aktie in dem Zeitraum zulegen. Pfizer will eigene Aktien zurückkaufen. 2011 will Read dafür 5 bis 7 Milliarden Dollar ausgeben. Weniger Aktien bedeutet, dass dadurch automatisch der Anteil des Gewinns steigt, der auf jedes einzelne Papier entfällt. 2010 war der Umsatz um mehr als ein Drittel auf 67,8 Milliarden Dollar nach oben geschnellt, weil Pfizer den Rivalen Wyeth übernommen hatte. Ohne diesen Zukauf wäre das Unternehmen auf der Stelle getreten.
Fast zehn Milliarden Dollar hat Pfizer in den vergangenen Jahren pro Jahr in die Forschung gesteckt. Ohne erkennbaren Erfolg. Denn das Wachstum beruht schon seit Jahren praktisch ausschliesslich auf Akquisitionen. Pfizer hatte die 68-Milliarden-schwere Übernahme des Konkurrenten Wyeth im Oktober 2009 abgeschlossen und deutliche Kosteneinsparungen mit Stellenstreichungen angekündigt.
Viele grossen Pharmafirmen wie Pfizer haben das Problem, dass der Patentschutz für wichtige Medikamente ausläuft und Generikahersteller mit billigeren Nachahmerpillen auf den Markt drängen./ep/fn/stk

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