Navigation

Spionageprozess/Oracle-Chef präsentiert SAP die Rechnung

Dieser Inhalt wurde am 08. November 2010 - 19:13 publiziert

OAKLAND/WALLDORF (awp international) - Für den deutschen Softwarekonzern SAP wird es im Industriespionageprozess vor einem kalifornischen Gericht brenzlig: Der Chef des klagenden US-Konkurrenten Oracle , Larry Ellison, hat am Montag im Zeugenstand mit milliardenschweren Schadenssummen hantiert. Der für seine aufbrausende Art bekannte Ellison ist der Kronzeuge im Verfahren und wirft dem Erzrivalen aus dem baden-württembergischen Walldorf schweren Datendiebstahl vor.
Mitarbeiter der inzwischen geschlossenen SAP-Wartungstochter TomorrowNow hatten mehrfach unrechtmässig Daten von der Website des Konkurrenten heruntergeladen, um dessen Software im Auftrag von Firmenkunden pflegen zu können. Ellison bezifferte den Wert einer regulären Lizenz auf rund 4 Milliarden Dollar. "Wenn sie die Software gratis bekommen könnten, hätten wir grosse Schwierigkeiten, unsere Mitarbeiter zu bezahlen", sagte Ellison nach Angaben der Finanz- Nachrichtenagentur Bloomberg vor Gericht.
SAP wollte über den Umweg einer günstigen Wartung Oracle die Kunden abspenstig machen und letztlich für die eigenen Programme gewinnen. Das Unterfangen scheiterte allerdings, SAP machte TomorrowNow dicht. Fraglich ist, inwiefern die SAP-Führung von den Umtrieben ihrer US-Tochter wusste. Für den finanziellen Schaden will SAP geradestehen. Mit den gebotenen Millionen sind die Deutschen aber weit von den Forderungen der amerikanischen Gegenseite entfernt./das/DP/he

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen