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SRG/Swissinfo baut 40 von 126 Vollzeitstellen ab (Zus)

Bern (awp/sda) - Die SRG richtet Swissinfo neu aus und strafft das Angebot der Internet-Informationsplattform. Bis Ende 2012 wird bei Swissinfo fast jede dritte Stelle gestrichen - 40 von 126 Vollzeitstellen werden abgebaut, wie die SRG SSR am Dienstag mitteilte.
Derzeit geht die SRG von 12 bis 15 Kündigungen aus, wie SRG-Sprecher Daniel Steiner auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Der Stellenabbau erfolgt zu etwa zwei Dritteln im Support, zu einem Drittel in der Redaktion. Zwei Drittel des gesamten Abbaus sollen über die natürliche Fluktuation erfolgen. Vollzogen wird der Stellenschnitt bis Ende 2012. Ein Sozialplan besteht.
9 Millionen Franken weniger im Jahr
Die drei landessprachlichen Redaktionen in Deutsch, Französisch und Italienisch werden zu einer neuen nationalen Redaktion zusammengefasst und verkleinert. Sie erhalten zusammen das gleiche Gewicht, wie die englischsprachige Redaktion. In einer ersten Phase werden die landessprachlichen Redaktionen verkleinert, in einer zweiten dann die Abteilung Support.
Das Budget schrumpft von heute 26 Millionen Franken im Jahr um einen Drittel. Die Einsparungen von jährlich neun Millionen Franken kommen je zur Hälfte dem Bund als Auftraggeber und der SRG zugute.
Wie Steiner erklärte, ist das ganze Abbauprogramm keine reine Sparmassnahme. Dahinter stecke auf Seiten der SRG ein klares Bekenntnis zu Swissinfo. Die Informationsplattform werde nach den neuen Bedürfnissen der Nutzer ausgerichtet.
Eine von SRG-Generaldirektor Roger De Weck veranlasste Publikumsanalyse hat ergeben, dass das Zielpublikum heute vornehmlich ein internationales ist, das sich für die Schweiz interessiert. Darauf folgen die Auslandschweizer.
Aufgrund dieser Erkenntnisse könnten die Informationen über Wetter, Verkehr, Börse und weiteres heruntergefahren werden. Diese Informationen könnten sich Nutzer auch anderswo beschaffen. Das neue Profil fliesse in die Leistungsvereinbarung mit dem Bund ein, die im kommenden Jahr für 2013 bis 2016 neu ausgehandelt werde, sagte Steiner.
Ab 2013 in zehn Sprachen
Swissinfo - das ehemalige Schweizer Radio International - wird weiterhin in Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Spanisch und Portugiesisch Informationen zur Schweizer Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft anbieten. Ab 2013 soll auch ein russischer Dienst eingeführt werden.
Nachrichten bleiben dabei ein fester Bestandteil, sichert die SRG zu. Auch die Abstimmungsdossiers in Deutsch, Französisch und Italienisch werden beibehalten. Die Restrukturierung von Swissinfo ist bereits seit Jahren ein Thema.
Auslandschweizer haben genug vom hin und her
Die Auslandschweizer-Organisation zeigte sich sehr besorgt. Das Budget von Swissinfo sei von 1998 bis 2008 bereits um zwei Fünftel gekürzt worden, schreibt die Organisation. Mit dem neuerlichen Schnitt stehe die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags in Frage.
Zudem habe Swissinfo steigende Nutzerzahlen. Bund und SRG müssten sich endlich auf eine langfristige Strategie einigen. Swissinfo werde dauernd in Frage gestellt, was nicht weiter toleriert werden könne.
Das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM), die Gewerkschaft von Radio und Fernsehen, begrüsst das Bekenntnis zu Swissinfo, kann den Abbau bei den Landessprachen aber nicht nachvollziehen. Zudem protestiert SSM gegen den Abbau von 40 Vollzeitstellen.
Für die Gewerkschaft syndicom "beugt sich die SRG dem anhaltenden rechtsbürgerlichen Druck auf den Service public". Wie nach dem Stellenabbau ein qualitativ hochstehender Dienst aufrechterhalten werden solle, sei nicht klar, heisst es in einer Medienmitteilung.

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