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Standard & Poor's will auch ohne Auftrag Bonitätsnoten vergeben

Dieser Inhalt wurde am 27. Januar 2011 - 08:31 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) will in Zukunft auch Unternehmen ohne Auftrag auf deren Bonität prüfen. "Wir betrachten das Thema unbeauftragte Ratings anders als in der Vergangenheit", sagte S&P-Deutschlandchef Torsten Hinrichs dem "Handelsblatt" (Donnerstag). Das liege auch daran, dass die Aufsichtsbehörden bei Ratingagenturen andere Geschäftsmodelle sehen wollten als nur das bezahlte Auftragsrating.
Ratingagenturen befinden sich in dem Dilemma, dass manche Unternehmen und Banken nur die Bonitätsprüfer beauftragen, die ihnen gute Noten geben. Dieses sogenannte Rating-Shopping wolle man begrenzen, sagte Hinrichs. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Kommission wollen etwas dagegen tun. "Meinungsvielfalt und Pluralität sind für die Aufsichtsbehörden und die Finanzmärkte wichtigere Güter als früher", sagte Hinrichs.
In der vergangenen Woche bewertete S&P erstmals die Landesbanken WestLB und NordLB, obwohl diese die offiziellen Verträge mit der Ratingagentur gekündigt hatten. Flächendeckend wolle S&P die unbezahlten Ratings jedoch nicht einführen, betonte Hinrichs. "Wir können uns diese Art von Ratings natürlich auch nur in begrenztem Umfang leisten." Ob S&P ein Unternehmen unbezahlt bewerte, könne unterschiedliche Gründe haben. Das könne zum einen mit dem Marktinteresse an dem Unternehmen zusammenhängen, oder aber auch, "dass wir eine deutlich abweichende analytische Meinung über das Unternehmen haben als unsere Mitbewerber", sagte Hinrichs.
alg/enl/tw

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