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LONDON/BERLIN (awp international) - Punkt 18.00 Uhr schlägt für die europäische Finanzbranche die Stunde der Wahrheit: Die Aufsichtsbehörde CEBS veröffentlicht in London die Ergebnisse der Stresstests für 91 Institute in Europa. Finanzexperten rechnen damit, dass 10 Banken durch den Test rasseln. In Deutschland gilt die Hypo Real Estate als gefährdet. Der deutsche Bankenverband gibt grundsätzlich Entwarnung: Er erwartet ein beruhigendes Signal für die Märkte.
Unter den getesteten Banken sind 14 deutsche. Bei der Untersuchung wurden extreme wirtschaftliche Krisensituationen simuliert und die Auswirkungen auf die Finanzinstitute berechnet. Die Ergebnisse gelten darum als Indikator für die Stabilität des europäischen Finanzsystems. Fällt eine Bank durch, ist dies lediglich ein Warnsignal und hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf deren Kunden. Denkbar ist aber, dass durchgefallene Kandidaten sich bemühen werden, neues Kapital aufzunehmen oder auch Staatshilfe in Anspruch zu nehmen.
Die getesteten Finanzinstitute repräsentieren in jedem Land mindestens 50 Prozent des gesamten Bankvermögens. In Deutschland mussten sich die Deutsche Bank , die Commerzbank , die Postbank , das Sparkassen-Zentralinstitut Deka-Bank, die Landesbanken Bayern LB, Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), HSH Nordbank, Helaba, Nord LB, West LB und Landesbank Berlin sowie die genossenschaftlichen Zentralinstitute DZ Bank und WGZ Bank dem Test unterziehen.
Hinzu kommt noch der im Staatsbesitz befindliche Immobilienfinanzierer HRE. Er könnte den Test laut Medienberichten nicht bestehen, was jedoch nur begrenzte Aussagekraft hätte, da das Institut ohnehin nur durch Milliardenhilfe vom Staat gerettet werden konnte und derzeit umstrukturiert wird.
Finanzexperten rechnen damit, dass 10 von 91 Banken die europaweiten Stresstests nicht bestehen werden. Zudem könnten Banken aus Spanien, Deutschland und Griechenland als Konsequenz aus dem Abschneiden bei den Tests das meiste zusätzliche Kapital benötigen, heisst es in einer am Freitag von der Investmentbank Goldman Sachs veröffentlichten Umfrage unter 376 Finanzexperten, die ihre persönliche Einschätzung abgaben. Nur 35 Prozent von ihnen glauben jedoch, dass die Stresstests die Widerstandsfähigkeit der Banken in einem Krisenszenario angemessen widerspiegeln.
Der deutsche Bankenverband erklärte, die europäische Branche sei in besserer Verfassung als viele erwarteten. Geschäftsführer Manfred Weber sagte im Deutschlandfunk, er sei zuversichtlich, "dass die deutschen Banken insgesamt gesehen gut abschneiden werden". Weber wies ausdrücklich Kritik zurück, der Stresstest sei nicht streng genug. Von "weichgespült" könne keine Rede sein, das Szenario sei ernst zu nehmen.
Schliesslich werde unterstellt, dass Europa erneut in eine tiefe Rezession rutsche und es am Markt für Staatsanleihen erhebliche Probleme geben könne, obwohl ein 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm gespannt worden sei. "Wir haben das Jahr Drei einer gravierenden globalen Wirtschafts- und Finanzkrise." Im Mai sei die Schuldenkrise in einigen Euro-Ländern hinzukommen. "Das Vertrauen ist seither an den Märkten noch nicht vollständig wieder zurückgekehrt."
Bei den Banken, die den Test bestehen, könne man davon ausgehen, dass dort genügend Kapital vorhanden sei, um weitere Belastungsproben auszuhalten, betonte Weber. Die Banken hätten inzwischen einiges getan. So hätten sie ihr Risikomanagement verbessert und verfügten über eine höhere Liquidität und mehr Kapital. "Wir sind auf einem gutem Weg, ... die richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen." Noch besser wäre es, international koordiniert vorzugehen.
Die am Banken-Stresstest beteiligten sieben deutschen Landesbanken haben Kreisen zufolge alle bestanden. Dabei hätten Institute, die bisher in der Finanzkrise keine Hilfen ihrer staatlichen Eigentümer oder vom Bankenrettungsfonds in Anspruch genommen haben, etwas schwächere Ergebnisse erzielt, berichtet auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ/Freitag). Dies sind die Landesbank Hessen- Thüringen (Helaba), die Nord LB und die Landesbank Berlin./ahz/DP/wiz

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