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Kopenhagen/London/Zürich (awp) - Der Telekomanbieter Sunrise wird wenige Monate nach der gescheiterten Fusion mit Orange nun doch verkauft. Den Zuschlag erhält der Finanzinvestor CVC Capital Partners für 3,3 Mrd CHF, wie die beteiligten Unternehmen - darunter die dänische Sunrise-Mutter TDC - am Freitag mitteilten.
Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2010 erwartet, sobald die Genehmigungen der Behörden eingeholt sind. Dabei wird die Wettbewerbskommission (Weko) nach Vorlage aller Unterlagen binnen eines Monates entscheiden, ob es eine vertiefte Prüfung gibt, wie Weko-Direktor Rafael Corazza gegenüber AWP erklärte. Er sieht die Transaktion als Zeichen, dass der hiesige Telekommarkt in Bewegung ist.
Die Kommunikationskommission (ComCom) wiederum überprüft die Konzessionsveränderung und die neuen Beteiligungsverhältnisse, wie Sekretär Peter Bär sagte. Es gehe unter anderem darum, ob die Voraussetzungen für eine Konzession weiterhin vorhanden seien. Nach Einschätzung der ComCom ist die geplante Transaktion positiv zu werten.
Sunrise kündigte an, weiter als Herausforderer der etablierten Swisscom zu agieren. "Im Rahmen unserer bisherigen Strategie wird es laufend neue Angebote geben, und die Investitionspläne bleiben bestehen", sagte CEO Oliver Steil im Gespräch mit AWP. So wolle Sunrise wie angekündigt in den nächsten fünf Jahren insgesamt rund 1 Mrd CHF unter anderem in das Mobilfunknetz fliessen lassen.
Einen verstärkten Druck auf der Kostenseite erwartet CEO Oliver Steil nicht. "Ich glaube nicht, dass es in grösserem Stil zu Umstrukturierungen oder Stellenabbau unter dem neuen Eigentümer kommen wird", sagte er. "Wir sind aber in einem reifen Markt, und es kann daher immer in überschaubarem Rahmen gewisse Anpassungen geben."
Die neue Eigentümerin CVC unterstützt gemäss Partner Lorne Somerville den Investitionsplan sowie das Management von Sunrise "voll und ganz". Der Finanzinvestor gilt als langfristig orientierter finanzieller Partner. CVC gehören 51 Unternehmen weltweit aus den unterschiedlichsten Branchen mit einem Jahresumsatz von 73 Mrd EUR.
Am Verständnis für die hiesige Telekombranche mangelt es dem künftigen Eigentümer offenbar nicht. CVC besitzt derzeit zwar nur einen spanischen Kabelnetzbetreiber. Der verantwortliche Partner habe aber im Schweizer Markt gearbeitet und langjährige Telekom-Erfahrung. "Ich kenne ihn persönlich", so der Sunrise-CEO.
TDC-CEO Henrik Poulsen gibt sich derweil "sehr zufrieden" und stellt die Transaktion in Zusammenhang mit der künftigen Ausrichtung des Konzerns. "Die Veräusserung ist ein natürlicher nächster Schritt in unserem Bestreben, TDC als nordisches Kommunikationsunternehmen zu positionieren", so Poulsen. Die Dänen waren fast zehn Jahre lang Eigentümerin von Sunrise.
Im Sommer war der Versuch von TDC und France Telecom, ihre Schweizer Töchter zu fusionieren, am Widerstand der Wettbewerbskommission gescheitert. Das Nein hatte viele Beteiligte überrascht. Zusammen mit Swisscom hätte das neue Unternehmen eine kollektiv marktbeherrschende Stellung im Mobilfunkmarkt inne gehabt, so die Behörde damals. Ausserdem wäre der dynamischste Anbieter vom Markt verschwunden. Einen Rekurs vor dem Bundesverwaltungsgericht hatten die Unternehmen später fallen gelassen.
Marktführerin Swisscom zeigte sich unbeeindruckt von der Veräusserung der Konkurrentin. Der Verkauf habe keinen Einfluss auf die eigene Strategie, erklärte Unternehmenssprecher Sepp Huber am Freitag auf Anfrage. Die Transaktion zeige, dass der Schweizer Telekom-Markt attraktiv für ausländische Investoren sei. Orange erklärte gegenüber AWP, Änderungen im Aktionariat oder in der Unternehmensstruktur der Mitbewerber grundsätzlich nicht zu kommentieren.
cc/uh

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