
Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Zum 150. Geburtstag von General Guisan, Oberbefehlshaber der Schweizer Armee im Zweiten Weltkrieg und Nationalheld, ist seine lange verschollene Offiziersmütze wieder aufgetaucht.
Wie passend, dass in seiner Heimatgemeinde Avenches gerade eine ihm gewidmete Ausstellung eröffnet wurde.
Weiter im heutigen Briefing: Der tragische Tod einer Schweizerin in Algerien, der Rücktritt des AHV-Chefs wegen eines grossen Rechenfehlers und die Verschlechterung der Sicherheitslage in der Schweiz.
Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre

Eine Schweizer Touristin ist vor elf Tagen im Südosten Algeriens getötet worden. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte am Dienstag einen Bericht der französischen Tageszeitung «Libération».
Eine Gruppe von fünf Schweizer Frauen befand sich auf der Terrasse eines Cafés in der Stadt Djanet im Südosten Algeriens, als ein Mann eine von ihnen angriff. Er soll der Schweizerin mit einer Stichwaffe die Kehle durchgeschnitten haben. Die Frau erlag im Spital ihren Verletzungen.
Wie ein anderes französisches Medium, «Le Figaro», berichtet, soll der Angreifer vor der Tat «Allahu Akbar» gerufen haben. Danach sei er von der Bevölkerung überwältigt worden.
Für die lokalen Behörden habe es sich jedoch um eine «Einzeltat eines verwirrten Mannes» gehandelt. Diese Information stammt von Kontakten des algerisch-schweizerischen Grossrats Mohamed Hamdaoui aus Biel, der aus jener Region der algerischen Sahara stammt. Hamdaoui selbst glaubt aber nicht an die Version der Behörden.
Die algerischen Behörden haben sich offiziell noch nicht dazu geäussert. Der Mord fällt in eine Zeit, in der das Land seinen Tourismussektor wiederbeleben will, berichtet der «Blick». Djanet gilt als touristisches Juwel der Region. Das EDA rät auf seiner Website von Reisen in bestimmte Provinzen Algeriens ab, darunter Djanet, da dort ein erhöhtes Risiko bestehe, «Opfer einer Entführung oder eines Terroranschlags zu werden».
- Auch die Aargauer Zeitung berichteteExterner Link über den Mord an der Schweizer Touristin.

Drei Monate nach dem Skandal um falsche Einschätzungen der finanziellen Lage der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) tritt Stéphane Rossini, Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV), zurück. Der Bundesrat hat diesen Entscheid am Mittwoch zur Kenntnis genommen.
Am Dienstag hatte die NZZ darüber berichtet, dass Rossini als Direktor des BSV zurücktreten wird. Die Bestätigung folgte am Mittwoch. «Stéphane Rossini tritt als Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherungen per Ende Juni 2025 zurück, um sich neuen beruflichen Tätigkeiten zu widmen», heisst es in der Mitteilung des Bundesrats. Die Stelle werde neu ausgeschrieben.
Das Bundesamt hatte im Sommer mitgeteilt, dass es die Ausgabenprognosen für die erste Säule der Altersvorsorge um fast vier Milliarden Franken zu hoch angesetzt habe. Während es für den AHV-Ausgleichsfonds bis 2030 ein Defizit von sieben Milliarden Franken prognostiziert hatte, waren es nach einer Korrektur nur noch drei Milliarden Franken.
Das BSV räumte zudem ein, dass das Problem sei bereits im Mai 2024 erkannt worden, als der Bundesrat Vorschläge für eine Zusatzfinanzierung von vier Milliarden Franken für die 13. AHV-Rente prüfte.

«Die Schweiz ist deutlich unsicherer als noch vor wenigen Jahren«, lautet das Fazit des neuen Berichts des Nachrichtendiensts des Bundes (NDB). Das sicherheitspolitische Umfeld habe sich massiv verschlechtert.
Die Berichte des NDB sind nie beruhigend, aber dieses Jahr schlägt der Dienst besonders Alarm. «Wir leben in einer gefährlichen und volatilen Übergangszeit, die auf eine Neuordnung der globalen Machtverhältnisse zusteuert», heisst es im Bericht.
Der NDB warnt vor einer «eurasischen Gruppe von Autokratien», bestehend aus Russland, Iran, Nordkorea und China. Diese Länder arbeiteten zunehmend militärisch zusammen und verfolgten das Ziel, den Einfluss der USA zurückzudrängen. Europa sei jedoch in Sicherheitsfragen von den USA abhängig.
Neben dem «Zermürbungskrieg ohne absehbares Ende» zwischen Russland und der Ukraine drohe ein «Flächenbrand» im Nahen Osten, namentlich zwischen Israel und dem Iran. Die terroristische Bedrohung habe sich nach den Angriffen der Hamas auf Israel Ende 2023 und dem anschliessenden Gaza-Krieg weiter verschärft.
Trotz der Verschlechterung der allgemeinen Lage führte der NDB weniger Operationen durch, die einer Genehmigung durch das Bundesverwaltungsgericht und den Bundesrat bedurften. Um seine Kapazitäten zu erhöhen, beantragt der NDB die Schaffung von 150 neuen Stellen.
- Mehr Details über den Sicherheitsbericht lesen Sie im Artikel des Tages-AnzeigersExterner Link.

Die gestohlene Offiziersmütze von General Henri Guisan, Oberbefehlshaber der Schweizer Armee im Zweiten Weltkrieg, ist nach sechs Jahren wieder aufgetaucht.
Im Jahr 2018, als das Rathaus seiner Heimatgemeinde Avenches renoviert wurde, war die Mütze des Generals auf mysteriöse Weise verschwunden.
Im Jahr 2023 tauchte sie auf einer Auktionswebsite auf, ging dann aber von Hand zu Hand. Es bedurfte intensiver Nachforschungen, bis die Gemeinde den Besitzer in Zürich ausfindig machen und zum Verkauf bewegen konnte.
Die Höhe des Kaufpreises ist nicht bekannt, soll aber nach Angaben der Gemeindeverwaltung von Avenches weit unter dem tatsächlichen Wert gelegen haben.
Eine weitere Überraschung ist, dass die Offiziersmütze verändert wurde. Das sagt ein Experte, der sie untersucht hat. Die obere Kappe sei nicht identisch mit dem Original. Auch diesen Teil sollte die Gemeinde zurückerhalten. Es bleibt abzuwarten, ob Avenches das Stück restaurieren wird oder ob diese Veränderung nun Teil seiner abenteuerlichen Geschichte bleibt.
- Der Artikel des Westschweizer Radios und Fernsehens RTSExterner Link (Franz.).
- Blogbeitrag des Nationalmuseums zum 150. Geburtstag des Generals.

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