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Syngenta Q1: Langer Winter schmälert Umsatz - anziehende Dynamik (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 15. April 2010 - 15:20 publiziert

Basel (awp) - Der Agrochemiekonzern Syngenta hat im ersten Quartal 2010 unter dem langen Winter auf der Nordhalbkugel gelitten. In Lateinamerika habe das Unternehmen hingegen eine "hervorragende" Anbausaison erlebt. Ab dem zweiten Quartal rechnet Syngenta wieder mit steigenden Absatzmengen und im Gesamtjahr mit einem höheren Gewinn.
Das Unternehmen hat im Berichtsquartal mit 3'528 Mio USD 3% weniger umgesetzt als im Vergleichsquartal 2009. Mit gleichen Wechselkursen verglichen hätte das Umsatzminus 8% erreicht. Als Grund für den Rückgang nannte der weltgrösste Hersteller von Pflanzenschutzmitteln ungünstiges Wetter: Wegen des langen Winters habe die Anbausaison auf der Nordhalbkugel spät begonnen. Gebremst hätten auch ein neues Kreditrecht in Frankreich und volle Lager in Nordamerika.
In Lateinamerika hingegen profitierte der Konzern unter anderem von einer guten Anbausaison, mehr Soja-Flächen und schlechtem Wetter, das den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln förderte. Weiter zugelegt habe Syngenta ferner in den asiatischen Schwellenländern.
PFLANZENSCHUTZ LEIDET UNTER GENERISCHER GLYPHOSAT-KONKURRENZ
Unter dem Strich setzte die Sparte Pflanzenschutzmittel mit 2'510 Mio USD 3% weniger um. Dabei musste das Unternehmen wegen des kompetitiven Marktumfelds durchschnittlich 4% tiefere Verkaufspreise gewähren. Ein Grossteil entfiel dabei auf glyphosat-basierte Produkte, die unter starker generischer Konkurrenz leiden.
"Leider sind uns nicht alle unserer Mitbewerber bei unserer Preisinitiative von letztem Jahr gefolgt", sagte Konzernchef Mike Mack zu AWP mit Blick auf den anhaltenden Preiswettbewerb. "Trotzdem ist es 2010 unser prioritäres Ziel, das von uns erreichte Niveau der Verkaufspreise zu verteidigen."
MONSANTO BEIM SAATGUT IM BLICK
Beim Saatgut mit 1'036 Mio Dollar lag der Rückgang bei 2%. Insbesondere in den USA habe Syngenta sei eine "starke" Performance mit Mais- und Sojasaatgut erzielt, Grund sei die Angebotsausdehnung beim Triple-Stack-Maissaatgut. Vom Strategiewechsel ihres Konkurrenten Monsanto beim Verkauf von Saatgut sehen sich die Basler nicht unter Zugzwang gesetzt.
Die Amerikaner haben zuletzt wegen Absatzproblemen ihre Preisstrategie auf den Prüfstand gestellt und planen die Umsetzung eines dynamischeren Modells, mit der es sich von Inklusivpreisen weg zu einer Penetrationsstrategie hinbewegt und vermehrt Nachlässe vorsieht. "Wir sehen keinen Strategiewechsel für die Saatgutsparte vor", sagte Mack im Gespräch mit AWP, entzog sich jedoch der Aussage, ob auch Syngenta seine Preisgestaltung überdenken muss. Das EBITDA-Margenziel von 15% bis 2011 für die Saatgutsparte bleibe aber unangetastet, betonte er.
AUSBLICK OPTIMISTISCH
Für das ganze laufende Jahr wird eine operative Gewinnsteigerung erwartet. Dazu gehe man von niedrigeren Rohstoffkosten, günstigerer Währung und höheren Saatgut-Margen aus. Der Gewinn pro Aktie werde zwar auch steigen, dem operativen Gewinn aber nachhinken wegen höheren Steuern sowie Finanzierungskosten.
Nicht unwesentlich zum Gewinn beitragen werden im laufenden Jahr niedrigere Rohstoffkosten und günstige Währungseffekte. Konkret rechnet Syngenta mit einem positiven Währungsbeitrag von 50 Mio USD. Die sinkenden Rohmaterialkosten dürften den Gewinn sogar um 150 Mio USD erhöhen. "Diese Schätzung gilt nach wie vor", bestätigte Finanzchef John Ramsay gegenüber AWP.
AKTIEN GESUCHT
Obschon Syngenta mit den ausgewiesenen Umsatzzahlen die Schätzungen der Analysten leicht verfehlt hat, setzen sich die Titel an der Schweizer Börse an die Spitze des SMI-Tableaus (+2,9% auf 285,80 CHF um 15.00 Uhr). Für die Aktie sprächen der intakte Ausblick und die zunehmende Verkaufsdynamik seit April. Zudem habe der Titel nach der Gewinnwarnung des Konkurrenten Monsanto von vergangener Woche bereits deutlich Federn gelassen. "Damit sind die schlechten Neuigkeiten draussen", hiess es im Handel.
ra/cf

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