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Bern (awp/sda) - Freitag, 6. August
WENIGER ARBEITSLOSE: Im Juli hat es in der Schweiz den sechsten Monat in Folge weniger Arbeitslose gegeben. Viele verdanken ihre Jobs der Hochsaison auf dem Bau und im Tourismus, aber auch ohne saisonale Effekte sank die Arbeitslosigkeit. Einzig Jugendliche waren vermehrt arbeitslos. 22'499 der 15- bis 24- Jährigen waren im Juli als arbeitslos registriert, 1368 mehr als im Monat zuvor. Dieser Anstieg kommt jedoch nicht überraschend, denn Ende Sommer beenden viele Junge ihre Ausbildung und drängen gleichzeitig auf den Arbeitsmarkt. Insgesamt sank die Arbeitslosenquote in der Schweiz im Juli im Vergleich zum Juni von 3,7 auf 3,6 Prozent. Ende Monat gab es 142'330 Arbeitslose. So tief war die Quote letztmals im Juni 2009 gewesen.
OPTIMISTISCHE UNTERNEHMEN: Die Schweizer Unternehmen erwarten in den nächsten drei Monaten eine steigende Nachfrage. In der Industrie, im Handel und bei den Dienstleistern haben die Produktion und die Auslastung in den letzten Monaten bereits zugenommen. Der breit abgestützte Aufschwung im zweiten Quartal dürfte auch dem Arbeitsmarkt zugute kommen. Dies zeigt eine Umfrage bei 7100 Unternehmen, welche die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich im Juli durchgeführt hat. Ein gewisses Risiko bleibe jedoch der starke Franken, vor allem in der Industrie und im Grosshandel.
FORTSETZUNG DER KRISE: Der Fräsmaschinen-Hersteller StarragHeckert hat die Krise noch nicht überwunden. Im Gegenteil: Der Auftragseingang fiel im ersten Halbjahr um 27 Prozent auf 68 Mio. Franken. Namentlich in Europa und in Nordamerika läuft es noch schlecht. Der Umsatz sackte von Januar bis Juni währungsbereinigt um 31 Prozent auf 96,1 Mio. Fr. ab. Unter dem Strich verdiente das Ostschweizer Unternehmen gerade noch 3 Mio. Franken, verglichen mit 8,3 Mio. Fr. in der Vorjahresperiode. Im gesamten laufenden Jahr will StarragHeckert trotz allem einen Gewinn erwirtschaften. Angesichts des tiefen Auftragsbestands zur Jahresmitte ist aber ein weiterer Umsatzrückgang zu erwarten.
RÜCKLÄUFIGE NACHFRAGE: In den Rheinhäfen beider Basel sind im ersten Halbjahr 2010 trotz des Wirtschaftsaufschwungs weniger Güter umgesetzt worden als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Grund ist ein Einbruch bei den Mineralöl-Importen von nahezu einem Drittel. Der Gesamtumschlag summierte sich von Januar bis Juni auf 3,08 Mio. Tonnen. Das entspricht einem Rückgang um 10,4 Prozent, wie die Schweizerischen Rheinhäfen mitteilten. Hauptgrund ist die wegen rückläufiger Nachfrage um 29 Prozent auf 1,32 Mio. Tonnen geschrumpfte Einfuhr von flüssigen Treib- und Brennstoffen. Immer mehr Heizöl-Konsumenten spekulieren auf tiefere Preise und füllen den Tank nicht mehr wie früher im Sommer auf.
TOCHTER ZU VERKAUFEN: Der britisch-australische Rohstoffkonzern Rio Tinto will die Mehrheit an seiner Tochter Alcan Engineering Products (AEP) an einen amerikanischen Investmentfonds und den französischen Staat verkaufen. AEP beschäftigt im Kanton Wallis rund 1000 Angestellte. Zu AEP zählen Produktionsstätten in Chippis und Steg. Die Walliser Fabriken gehörten der Alusuisse, die im Jahr 2000 mit der kanadischen Alcan fusionierte. Alcan wurde 2007 von Rio Tinto geschluckt. 51 Prozent an AEP soll ab Ende Jahr der US-Investmentgesellschaft Apollo gehören. Weitere 10 Prozent gehen an FSI, dem Investmentvehikel des französischen Staats. Den Rest will Rio Tinto behalten.
NEUER BESITZER: Das Grossküchentechnik-Unternehmen Elro geht in amerikanische Hände über. Die bisherige Besitzerin TH-Industrieholding und die US-Firma Illinois Tool Works ITW haben sich auf einen Verkauf zu einem ungenannten Preis per Anfang September geeinigt. Am 1. September übernimmt Steve Brown von ITW das Präsidium des Verwaltungsrats der Elro von Paul Fries, wie es in der Mitteilung heisst. Der Geschäftsleiter von Elro, René Föhn, scheidet per Ende 2010 altershalber aus dem Unternehmen aus.
KATASTROPHENGEPRÜFT: Europas grösster Versicherer Allianz hat im ersten Halbjahr Erdbeben, Stürmen und der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die Stirn geboten. Zwischen April und Juni kletterte das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von einer Milliarde Euro. Das war zwar fast die Hälfte weniger als im Vorjahreszeitraum, doch hatte die Allianz damals Sondererlöse eingestrichen. Allein der Verkauf von Aktien der chinesischen Bank ICBC brachte ihr seinerzeit fast 660 Mio. Euro. Seinen Gesamtumsatz konnte der Versicherer im zweiten Quartal deutlich steigern um 14,5 Prozent auf 25,4 Mrd. Euro.
WIEDER SCHWARZE ZAHLEN: Die verstaatlichte britische Grossbank Royal Bank of Scotland (RBS) ist erstmals seit Krisenbeginn wieder in den schwarzen Zahlen. Im zweiten Quartal schaffte die RBS einen Gewinn von 257 Mio. Pfund (rund 428 Mio. Franken). Im ersten Quartal hatte die Bank noch ein Minus von 248 Mio. Pfund verbucht. Die RBS gehört derzeit zu 84 Prozent dem Staat. Die Bank gehört weltweit zu den grössten Verlierern der Finanzkrise. 2008 verzeichnete sie mit 24,3 Mrd. Pfund den grössten Verlust, den jemals ein Unternehmen in Grossbritannien gemacht hat.
MEHR ARBEITSLOSE: Rückschlag für die US-Wirtschaft: Die Zahl der Beschäftigten sank im Juli überraschend stark. Allein seit Juni fielen 131'000 Jobs weg, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Zwar ist der grösste Teil davon auf das Ende einer Volkszählung zurückzuführen, für die Tausende Menschen einen befristeten Job erhielten. Der Privatsektor schaffte jedoch weniger Arbeitsplätze als erwartet. Statt 90'000 waren es nur 71'000 neue Jobs. Zudem waren die Verluste im Vormonat deutlich höher als ursprünglich gedacht. 221'000 waren es nach revidierten Berechnungen im Juni, nachdem zunächst von 125'000 verlorenen Stellen ausgegangen worden war. Die Arbeitslosenquote verharrte auf 9,5 Prozent.

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