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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 11. November 2009 - 17:30 publiziert

Mittwoch, 11. November 2009
Bern (awp/sda) - KEINE OBERGRENZE: Sie sind eine der Hauptursachen der Finanzkrise und damit der schweren Rezession: Dennoch will die Finanzmarktaufsicht (FINMA) die Höhe der Boni für Banker nicht beschränken. Sie sei zu einem Deckel rechtlich nicht befugt und überlasse es weiterhin dem Markt, ein "angemessenes Niveau" zu finden, schreibt die FINMA. Auch eine maximale Lohnschere ist im "Rundschreiben Vergütungssysteme" nicht vorgesehen, welches die Aufsichtsbehörde auf den 1. Januar 2010 in Kraft setzt. Nach vielen kritischen Reaktionen klammert die FINMA zudem die kleinen und mittleren Finanzinstitute aus. Ihnen soll "kein unverhältnismässiger Umsetzungsaufwand" entstehen. Zur Umsetzung gezwungen sind die sieben grössten Banken und fünf grössten Versicherungen. Von ihnen verlangt die FINMA, "dass alle variablen Vergütungen vom Unternehmen langfristig auch verdient werden". Dabei müssten auch die eingegangenen Risiken berücksichtigt werden.
FLAUTE IN DER INDUSTRIE: Schwere Zeiten für die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie: Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 24,4 Prozent zurück, wie der Branchenverband Swissmem mitteilte. Es ist das vierte Quartal in Folge mit einem Rückgang. Eine rasche Besserung ist nicht in Sicht: Der Auftragseingang, ein Indikator für künftigen Umsatz, ging um 18,5 Prozent zurück.
MEHR PRÄMIEN: Gestützt von einem starken Geschäft in Deutschland und Frankreich hat der Lebensversicherer Swiss Life bei den Prämien zugelegt: Im dritten Quartal stieg das Volumen um 5 Prozent auf 3,22 Mrd. Franken. Das Auslandgeschäft gleicht die rückläufigen Einnahmen im Heimmarkt aus: Während in der Schweiz die Prämieneinnahmen um 7 Prozent auf 928 Mio. Fr. zurückgingen, stiegen sie in konstanter Währung in Frankreich um 6 Prozent auf 1,29 Mrd. Franken und in Deutschland um 23 Prozent auf 529 Mio. Franken.
MEHR GEWINN: Die Swisscom bekommt die Preiserosionen im Schweizer Telekommarkt immer stärker zu spüren. Nicht einmal das kräftige Wachstum der italienischen Breitbandtochter Fastweb konnte die sinkenden Preise im Kerngeschäft ausgleichen. Dennoch legte der Gewinn deutlich zu. Unter dem Strich verdiente die Swisscom in den ersten neun Monaten 1,534 Mrd. Franken. Das sind 16,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im operativen Geschäft sank der Umsatz um 1,8 Prozent auf 8,925 Mrd. Franken.
GEWINNEINBRUCH: Die Rezession hat dem Zementkonzern Holcim in den ersten neun Monaten in die Tiefe gezogen. Der Gewinn brach um fast ein Drittel ein. Dennoch überraschte die Nummer zwei der Branche positiv. Dank hartem Sparprogramm konnte Holcim die Talfahrt bremsen. Unter dem Strich verdiente Holcim von Januar bis Ende September 1,2 Mrd. Franken. Das sind 31 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Umsatz knickte um 18,4 Prozent auf 15,774 Mrd. Fr. ein.
ÜBERNAHME: Der Computerzubehör-Hersteller Logitech hat die auf Videokonferenzen spezialisierte US-Firma LifeSize Communications übernommen. Der Kaufpreis betrage 405 Mio. Dollar in bar, teilte Logitech mit. LifeSize mit Sitz im US-Bundesstaat Texas sei führend in der hochauflösenden Video-Kommunikationstechnologie. Das Unternehmen habe mehr als 9000 Videokonferenz-Kunden in über 80 Ländern, heisst es in der Mitteilung. Für das Geschäftsjahr 2009 erwarte das Unternehmen etwa 90 Mio. Dollar Umsatz.
ANTEIL VERKAUFT: Die deutsche Industriellenfamilie von Finck versilbert ein grosses Stück ihres SGS-Anteils. Die bisher grösste Aktionärin des Inspektions- und Warenprüfkonzerns hat 40 Prozent ihrer Titel an ein Konsortium aus zwei Banken verkauft. Die verkauften Aktien entsprechen 10 Prozent des gesamten SGS-Aktienkapitals. Dies wiederum entspricht einem Wert von rund 1 Mrd. Franken, wie SGS-Sprecher Jean-Luc de Buman auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA bestätigte. Zuvor hatte der Anteil der von Fincks rund 25 Prozent betragen. Die beiden Banken - bei denen es sich laut de Buman um die Deutsche Bank und Goldman Sachs handelt - wollen die Aktien im Markt platzieren.
BUSSE: Die Basler Spezialchemiefirma Ciba und die Zürcher AC Treuhand haben von der EU-Kommission saftige Bussen wegen Verstössen gegen das Kartellrecht aufgebrummt erhalten. Die Vergehen betreffen Marktaufteilung und Preisabsprachen. Bei den Kartellvergehen, in die 24 Unternehmen verwickelt waren, ging es um Wärmestabilisatoren, die sich in PVC-Erzeugnissen finden, um diesen hohe Temperaturbeständigkeit, aber auch Festigkeit zu verleihen. Nebst der Basler BASF-Tochter Ciba und der Zürcher AC Treuhand waren Unternehmen aus Österreich, Italien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Grossbritannien und Australien an den beiden Kartellen beteiligt. Diese waren zwischen 1987 bis 2000, beziehungsweise 1991 und 2000 im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) aktiv. Nun müssen die Unternehmen Bussen von 173 Mio. Euro gewärtigen. Ciba erhielt mit 68,4 Mio. Euro die höchste Busse.
MILLIARDENLOCH: Die Krisenbank Hypo Real Estate belastet den deutschen Staat als neuen Besitzer mit einem Milliardenverlust in diesem Jahr. Bis Ende September häufte der Immobilienfinanzierer bereits ein Minus von 1,7 Mrd. Euro an. Eine rasche Besserung ist nicht in Sicht. Mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen rechnet die HRE weiterhin frühestens im Jahr 2012. Bis dahin muss der Bund der Immobilienbank weiter unter die Arme greifen, um sie vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Eine weitere Kapitalunterstützung sei Voraussetzung für die Fortführung des Konzerns, erklärte die HRE.
WENIGER UMSATZ: Der Medienkonzern Axel Springer ("Bild", "Die Welt") hat im dritten Quartal weniger umgesetzt. Der Umsatz von Europas grösstem Zeitungshaus ging um drei Prozent auf 631,4 Mio. Euro zurück. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg unter anderem dank der Kostendisziplin auf 102,2 Mio. Euro (Vorjahr: 92,7 Mio Euro). Wegen der Werbeflaute gibt der Vorstand für das Gesamtjahr einen vorsichtigen Ausblick. Das Rekordergebnis von 2008 werde der Konzern aller Voraussicht nach nicht erreichen.
BERTELSMANN MIT GEWINN: Das Sparprogramm zahlt sich bei Bertelsmann aus: Europas grösster Medienkonzern schreibt wieder schwarze Zahlen. Der Gewinn lag im Quartal zwischen Juli und September bei 87 Mio. Euro. Das war fast viermal so viel wie im Vorjahresquartal. Der Umsatz ging um 4,5 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro zurück, teilte das Unternehmen mit. Der Konzern hatte noch im ersten Halbjahr wegen schwacher Werbemärkte und hoher Firmenwert- Abschreibungen unter dem Strich einen Verlust von 333 Mio. Euro verkraften müssen. Bertelsmann hatte daraufhin das grösste Sparprogramm in fast 175 Jahren Unternehmensgeschichte eingeleitet.
WIEDER GEWINN: Der angeschlagene Finanzkonzern ING hat im dritten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das vor seiner Aufspaltung stehende Unternehmen verbuchte einen Nettogewinn von 499 Mio. Euro nach einem Verlust von 478 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend für den Gewinn seien vor allem hohe Zinseinnahmen und niedrigere Kosten in der Bankensparte, teilte das niederländische Institut mit. Der am niederländischen Staatstropf hängende Finanzkonzern hatte Ende Oktober angekündigt, sich auf Druck der EU bis 2013 in eine Bank mit europäischem Fokus zu wandeln und das Versicherungsgeschäft abzustossen.
WACHSTUM: Die chinesische Industrie wächst wieder so zügig wie vor Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise. Die Industrieproduktion lag nach amtlichen Angaben im Oktober um 16,1 Prozent über dem Vorjahresniveau - die grösste Zunahme seit März 2008. Im September hatte der Anstieg 13,9 Prozent betragen.

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