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Bern (awp/sda) - Montag, 13. September 2010
GEGEN SWISS FINISH: Nach der grundsätzlichen Einigung auf international verschärfte Bankenregeln (BASEL III) rüsten sich die Schweizer Institute gegen weitergehende Auflagen der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA). Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) warnt bei dem so genannten Swiss Finish vor Nachteilen für den Finanzplatz und durch eine mögliche Einschränkung der Kreditvergabe auch für die Wirtschaft, sollte die Finma die Latte zu hoch legen. Wie es weitergeht, wird der Finanzplatz aber erst wissen, wenn der Experten-Bericht "Too big to fail" veröffentlicht wird. Voraussichtlich Ende September berät der Bundesrat den Bericht über die Gefahr, die grosse Banken in einer schweren Krise für die Schweiz Wirtschaft bedeuten. Die Schweiz verlangt heute, dass die Banken doppelt so viel Eigenkapital halten müssen als im Regelwerk Basel-II vorgesehen. Die Credit Suisse (CS) und die UBS müssen nun etwa 20 Mrd. Fr. so genanntes Hybridkapital ersetzen, dass neu nicht mehr zum "harten Kernkapital" gezählt werden kann.
SCHADENERSATZ FÜR VERSTAATLICHUNG: Der Zementkonzern Holcim hat sich im Streit um die 2008 verstaatlichte Holcim-Tochter mit Venezuela geeinigt. Der Staat zahlt Holcim eine Entschädigung in der Höhe von 650 Mio. Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Eine erste Zahlung über 260 Mio. Dollar sei bereits eingegangen, der verbleibende Betrag von 390 Mio. Dollar werde in vier jährlichen Teilzahlungen beglichen. Zudem werde das zurzeit hängige Schiedsverfahren am Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) in Washington ausgesetzt. Die sozialistische Regierung unter Präsident Hugo Chávez hat in den vergangenen Jahren weite Teile der Wirtschaft verstaatlicht. Den Zementkonzernen hatte Chávez vorgeworfen, sie würden nicht genug Zement liefern und so den Wohnungsbau im Land hemmen.
BORREGAARD-SCHLIESSUNG VOR BUNDESGERICHT: Die Gewerkschaft Unia zieht ihre Beschwerde wegen mutmasslicher Verletzungen der Konsultationspflichten bei der Schliessung der Zellstofffabrik Borregaard in Riedholz SO ans Bundesgericht weiter. Damit will die Gewerkschaft einen Präzedenzfall schaffen. Die Konsultationspflicht sieht vor, dass Arbeitnehmende bei einer Massenentlassung die Möglichkeit haben, einem Unternehmen alternative Vorschläge zu machen. Dieses Verfahren muss stattfinden, bevor die Schliessung endgültig beschlossen ist.
NICHT ALLE ERHALTEN 13. MONATSLOHN: Im Gastgewerbe wird der Landes-Gesamtarbeitsvertrag (L-GAV) unterschiedlich eingehalten. Die grosse Mehrheit der Betriebe erfasst zwar die geleistete Arbeitszeit, aber jedes vierte Unternehmen gewährt den 13. Monatslohn nicht oder nicht korrekt. Eine Stichprobe in 2000 Restaurants und Hotels der Schweiz zeigte, dass in 81,5 Prozent aller kontrollierten Betriebe die Mindestlöhne eingehalten werden. Dies entspricht ungefähr der Zahl des Vorjahres, wie die Kontrollstelle für denn L-GAV des Gastgewerbes in Basel mitteilte.
IT-POTENZIAL AUSSCHÖPFEN: Die Schweiz gehört bei der Versorgung mit Informationstechnologien zwar zur weltweiten Spitze, die Wirtschaft schöpft das Potenzial der digitalen Welt aber nicht aus. Ein "eEconomy Board" unter dem Patronat von Bundespräsidentin Doris Leuthard soll dies ändern. Das neue Gremium soll Projekte anstossen, den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik fördern und Prioritäten setzen, wie Leuthard an einer Medienkonferenz in Bern sagte. Es gehe bei IT und Kommunikation um Schlüsseltechnologien für Wachstum und Innovation. Erster Präsident des Boards ist Peter Waser, Generaldirektor von Microsoft Schweiz.
BAUBRANCHE GEWACHSEN: Die Schweizer Baubranche hat sich gefangen. Nach zwei negativen Quartalen in Folge konnten Produktion und Umsatz von April bis Juni wieder gesteigert werden. Das Wachstum ist dem Hochbau zu verdanken, während der Tiefbau weiterhin darbte. Insgesamt stieg die Produktion zum Vorquartal saisonbereinigt um 1,4 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Der Umsatz nahm um 1,7 Prozent zu. Im ersten Quartal 2010 und im vierten Quartal 2009 hatte die Branche noch negative Zahlen ausweisen müssen.
GROSSHANDELSPREISE GESTIEGEN: Die Schweizer Grosshandelspreise sind im August wegen höherer Preise für Erdöl- und Metallprodukte leicht gestiegen. Die Produzenten- und Importpreise zogen gegenüber Juli um 0,1 Prozent an, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Der Gesamtindex erreichte damit den Stand von 107,0 Punkten (Mai 2003=100). Innert Jahresfrist betrug die Teuerung 0,5 Prozent, wie es weiter hiess.
EVOLVA MIT GRÖSSEREM VERLUST: Bei der Baselbieter Biotechnologiefirma Evolva vergrösserte sich der Reinverlust im ersten Halbjahr 2010 von 3,4 in der Vorjahresperiode auf 11,4 Mio. Franken. Der Umsatz stieg von 7,8 Mio. Fr. auf 9,4 Mio. Franken. Der bei Weitem grösste Teil des Konzernumsatzes stammte aus Forschungsprojekten. Die heutige Evolva ist im Dezember 2009 aus der Fusion von Evolva und Arpida hervorgegangen.
KAPITALERHÖHUNG FÜR DIE POSTBANK: Die Deutsche Bank steckt Milliarden in die Postbank-Übernahme und will so ihr Privatkundengeschäft dauerhaft stärken. Damit stehe der Konzern künftig auf zwei starken Säulen und verfüge über einen besseren, ausgewogenen Ergebnismix und insgesamt stabilere Erträge, sagte der Chef der grössten deutschen Bank, Josef Ackermann. Kritiker hatten der Bank eine zu starke Abhängigkeit vom Investmentbanking vorgehalten, das relativ grossen Schwankungen unterliegt. Aus dem geplanten Erwerb der Postbank entstehe ein zusätzlicher Kapitalbedarf von etwa 7,7 Mrd. Euro, erklärte Ackermann. Das ist der Löwenanteil der für diesen Herbst angekündigten Kapitalerhöhung von fast 10 Mrd. Euro. Mit den übrigen rund 2 Mrd. Euro stärkt die Deutsche Bank ihre Bilanz und rüstet sich damit für die schärferen Kapitalregeln (Basel III) für die Finanzbranche, die Notenbanker und Aufseher am Sonntag auf den Weg brachten.
GENERATION PRAKTIKUM: Junge Menschen in Deutschland finden beim Berufseinstieg laut einer Studie immer seltener einen regulären Arbeitsplatz. Knapp 40 Prozent arbeiteten zunächst als Leiharbeiter, Teilzeitkraft oder auf einer befristeten Stelle, teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung mit. Damit habe sich der Anteil der jungen Erwachsenen bei atypischen Arbeitsverhältnissen im untersuchten Zeitraum von 1997 bis 2007 mehr als verdoppelt. Aber auch schon vor dem Berufseinstieg leisteten viele Jugendliche Praktika, von denen der Grossteil "als prekär bezeichnet" werden müsse - für die es also oft kein oder wenig Geld gebe, erklärte die Stiftung.
KAMBODSCHANISCHE TEXTILARBEITER IM STREIK: Die Welle von Streiks in Fabriken der asiatischen Niedriglohnländer reisst nicht ab. In Kambodscha, wo Kleidung und Sportartikel auch für Firmen wie Adidas und Puma gefertigt werden, sind rund 60'000 Menschen aus 40 Fabriken in den Streik getreten. Damit sind knapp zehn Prozent der Textilfabriken des Landes betroffen, wie die kambodschanischen Gewerkschaften mitteilten. Die Arbeiter protestieren gegen eine Einigung von Regierung und Industrie, mit dem der Mindestlohn für die Textilarbeiter auf 61 Dollar pro Monat festgelegt wurde. Die Gewerkschaften kritisieren, dies sei zu wenig, um in Kambodscha zu leben und fordern einen Mindestlohn von 93 Dollar.
GLEICHBEHANDLUNG VERSPROCHEN: In China klagen ausländische Investoren über Benachteiligung. Regierungschef Wen Jiabao versprach nun am "Sommer-Davos" des Weltwirtschaftsforums (WEF) in der nordchinesischen Stadt Tianjin die gleiche Behandlung wie chinesischen Unternehmen. Ausländische Geschäftsleute begrüssten die öffentliche Klarstellung durch den Premier persönlich, weil in den vergangenen Monaten Unsicherheit über offizielle Verlautbarungen entstanden war, "chinesische Innovationen" fördern und favorisieren zu wollen. An dem dreitägigen Treffen nehmen rund 1500 Unternehmer, Experten und Regierungsvertreter aus fast 90 Ländern teil.

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