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Bern (awp/sda) - Donnerstag, 24. Februar
FRANKEN BELASTET INDUSTRIE: Die Schweizer Industrie hat sich zwar von der Weltwirtschaftskrise erholt. Im vergangenen Jahr sank der Branchenumsatz noch um 1 Prozent. Die Bestellungseingänge zogen aber wieder um 16,4 Prozent an, im vierten Quartal sogar um 29,3 Prozent. Eine Umfrage von Swissmem, dem Verband der besonders exportlastigen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, brachte allerdings ein beunruhigendes Resultat: 28 Prozent der Firmen seien wegen der Frankenstärke in die Verlustzone gefallen, sagte Swissmem-Präsident Hans Hess an der Jahresmedienkonferenz der Verbandes. Der Nachfolger von Bundesrat Johann Schneider-Ammann an der Swissmem-Spitze befürchtet zudem, dass die Frankenstärke die Branche in diesem Jahr härter treffen wird als 2010.
BESCHÄFTIGUNG ERNEUT GESTIEGEN: Die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat sich weiter verbessert. Gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) waren im vierten Quartal 2010 48'000 Personen mehr beschäftigt als noch ein Jahr zuvor. Damit gingen im vierten Quartal 4,085 Millionen Menschen in der Schweiz einer Arbeit nach. Zum ersten Mal seit Anfang 2007 nahm die Beschäftigung im Industriesektor mit 1,4 Prozent mehr zu, als jene des Dienstleistungssektors, welcher mit plus 1,1 Prozent weiterhin ein stabiles Beschäftigungsplus ausweist. Verantwortlich für die positive Entwicklung im Industriesektor sind vor allem die Uhrenbranche sowie das Baugewerbe. Hingegen ächzen der Maschinenbau und die Elektroindustrie noch immer unter der Wirtschaftskrise.
SULZER MIT MEHR GEWINN: Die globale Wirtschaftskrise hat den Technologiekonzern Sulzer nicht aus dem Tritt bringen können. Der Umsatzrückgang von 5 Prozent auf 3,18 Mrd. Fr. liegt vor allem an der Gas- und Ölindustrie und dem Energiesektor, für die Sulzer ein wichtiger Ausrüster ist. In diesem Markt wirkte sich die Rezession typischerweise eher spät aus. Andere wichtige Märkte wie der Automobilbau und die Flugzeugindustrie hätten nach dem Ende der Krise sich dagegen bereits kräftig erholt, sagte Konzernchef Ton Büchner in Winterthur. Der operative Ergebnis (EBIT) stieg bei Sulzer um 10,4 Prozent auf 406,4 Mio. Franken. Unter dem Strich fuhr die Traditionsfirma 300,4 Mio. Fr. Gewinn ein, 11,1 Prozent mehr als im Vorjahr.
SARASIN STEIGERT GEWINN: Die Privatbank Sarasin hat 2010 ihren Konzerngewinn um 2 Prozent auf 124,5 Mio. Fr. steigern können. Besonders gut lief es der Bank in ihrem Kerngeschäft, dem Private Banking. Bei den verwalteten Vermögen wurde erstmals die 100-Milliarden-Marke geknackt. Diese stiegen um 10 Prozent auf 103,4 Mrd. Franken. Besonders erfreut zeigte sich Sarasin-Chef Joachim Strähle über den Neugeldzufluss von 13,4 Mrd. Franken. Die im Branchenvergleich hohe Wachstumsrate von 14 Prozent führte er vorab auf den Ausbau bei den Kundenberatern und die nach wie vor hohe Attraktivität des Finanzplatzes Schweiz zurück. Im Gegenzug schmälerten Wechselkurseffekte die verwalteten Vermögen um 7,7 Mrd. Franken.
MICRONAS ZURÜCK AUF ERFOLGSPFAD: Nach vier verlustreichen Jahren hat der Chiphersteller Micronas 2010 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Unter dem Strich erzielte Micronas einen Gewinn von 6,7 Mio. Franken, nachdem das auf Autoelektronik spezialisierte Unternehmen im Vorjahr Micronas noch einen Riesenverlust von 179 Mio. Fr. erlitten hatte. Auch der Betriebsergebnis (EBIT) wandelte sich nach einem Minus von 169,4 Mio. Fr. im Jahr 2009 in einen Gewinn von 26,1 Mio. Franken im vergangenen Jahr. Dank der Neuausrichtung als Zulieferer der Autoindustrie und einem strikten Sparkurs sei die Genesung rascher als ursprünglich geplant gelungen, hiess es.
FRANKEN SCHWÄCHT KUDELSKIS UMSATZWACHSTUM: Der Reingewinn des Technologiekonzerns Kudelski stieg 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 30,5 Prozent auf 66,7 Mio. Franken. Der Konzernumsatz blieb gleichzeitig mit einem Plus von 0,8 Prozent beinahe konstant bei 1,1 Mrd. Franken. Ohne den negativen Effekt des starken Frankens hätte Kudelski allerdings ein Wachstum des Umsatzes von 7,6 Prozent ausweisen können. Dieses Wachstum verdankt Kudelski vor allem dem Kerngeschäft mit TV-Verschlüsselungssystemen.
US-JUSTIZ BEFASST SICH MIT CS-MITARBEITERN: Nur kurz nachdem die rechtlichen Probleme der UBS in den USA beigelegt sind, geraten Mitarbeiter der Credit Suisse (CS) ins Visier der amerikanischen Justiz. Im US-Bundesstaates Virginia wurden ein CS-Angestellter sowie drei Ex-Mitarbeiter der Bank werden angeklagt. Sie sollen zusammen mit anderen Bankern Kunden geholfen haben, Steuern zu hinterziehen. Laut der Klage hätten die vier Banker illegale, grenzüberschreitende Banktransaktionen getätigt. Sie hätten US-Kunden geheime Konten, die vor dem Zugriff der Steuerbehörden verborgen wurden, eingerichtet, schreibt Staatsanwalt John Di Cicco. Die Credit Suisse bestätigte, dass es sich bei den Angeklagten um aktuelle respektive ehemalige Mitarbeiter der Bank handle. Ein Sprecher betonte allerdings gleichzeitig, dass die Untersuchung nicht auf die Credit Suisse abziele.
SCHWACHER US-DOLLAR ZUM FRANKEN: Die anhaltenden Unruhen im Nahen Osten haben den Dollar gegenüber dem Franken auf ein neues Rekordtief geschickt. Die US-Devise war zeitweise nur noch 0.9240 Franken wert. Auch der Euro büsste zum Franken Terrain ein und fiel erstmals seit dem 13. Januar wieder unter die Marke von 1.28 Franken bis auf 1.2707 Franken. Händler begründeten die Frankenstärke vor allem mit den Unruhen in Libyen und der Angst vor einer Ausbreitung auf andere ölproduzierende Staaten in der arabischen Welt. Der Franken profitiere als sicherer Hafen von den geopolitischen Risiken.
ÖL WIRD TEURER: Die Ölpreise haben ihren Höhenflug fortgesetzt. Die Sorge vor einem Übergreifen der Unruhen von Libyen auf andere Staaten treibt die Notierungen laut Händlern weiter in die Höhe. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent schoss um bis zu 7,7 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 119,79 Dollar nach oben. Er blieb damit knapp unter der wichtigen Marke von 120 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 88 Cent auf 98,98 Dollar zu.
GM ZURÜCK IN GEWINNZONE: Der US-Autokonzern General Motors fährt wieder Milliardengewinne ein. Erstmals seit 2004 schloss der Konzern dank grosser Sparprogramme und eines erfolgreichen Schuldenabbaus wieder ein Jahr mit schwarzen Zahlen ab. Der Überschuss habe 2010 bei 4,7 Milliarden Dollar gelegen, teilte General Motors (GM) mit. Als Bremsklotz erwies sich allerdings das Europa-Geschäft mit der Traditionsmarke Opel. Doch der Mutterkonzern gibt sich optimistisch, fürs laufende Jahr rechnet GM in Europa mit einer Rückkehr in die Gewinnzone.
BASF MIT GEWINNSPRUNG: Der weltgrösste Chemiekonzern BASF hat dank einer starken Nachfrage Umsatz und Gewinn 2010 deutlich steigern können. Der Umsatz ist verglichen mit dem Vorjahr um 26 Prozent auf 63,9 Mrd. Euro gestiegen. Der Reingewinn des Konzerns belief sich auf 4,6 Mrd. Euro, nach 1,4 Mrd. Euro im Krisenjahr 2009, wie der Konzern mitteilte. Sorgen bereitet dem Chemiekonzern indes die Lage in Libyen. Im nordafrikanischen Land ist die Gas- und Öltochter der BASF, Wintershall, stark in der Ölförderung engagiert. Wegen der Unruhen hat der Konzern die Ölförderung in Libyen mittlerweile eingestellt.

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