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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Bern (awp/sda) - Montag, 16. Mai
MILLIARDENPAKET FÜR PORTUGAL: Die Euro-Finanzminister wollen das 78-Milliarden-Euro-Rettungspaket für Portugal billigen - ungeachtet der Affäre um den Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn. Die EU warnte vor Panikstimmung. "Die Kontinuität beim Internationalen Währungsfonds ist gesichert, daran gibt es keinen Zweifel", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel. Die Affäre wirke sich nicht auf die laufenden Hilfsprogramme in Irland und Griechenland und die geplante Entscheidung zu Portugal aus. Die Finanzmärkte zeigten sich denn auch wenig beeindruckt von dem Skandal um den IWF-Chef. Zum Dollar konnte der Euro nach einer Schwächephase am Morgen wieder zulegen. Zum Franken sank die Gemeinschaftswährung dagegen leicht auf noch gut 1.25 Franken.
NASDAQ GIBT BEI WALL STREET AUF: Die Deutsche Börse hat wieder freie Bahn bei ihrer geplanten Fusion mit der New York Stock Exchange. Die US-Technologiebörse Nasdaq hat ihr Gegenangebot für den altehrwürdigen Wall-Street-Betreiber fallengelassen. Die US-Wettbewerbshüter hatten zuvor signalisiert, dass sie einen rein amerikanischen Zusammenschluss nicht durchgehen lassen würden. Die Nasdaq sehe keine Chance, das 11 Mrd. Dollar schwere Angebot durchzubekommen, sagte Nasdaq-Chef Bob Greifeld nach Gesprächen mit Vertretern der Wettbewerbsabteilung des US-Justizministeriums. Die NYSE hatte sich wiederholt gegen ein Zusammengehen mit der Nasdaq ausgesprochen und zu ihrem Wunschpartner Deutsche Börse gehalten.
ÜBERNAHMEKAMPF UM BÖRSE TORONTO: Um die kanadische Börse tobt ein Übernahmekampf: Eine Gruppe von Finanzfirmen aus Kanada buhlt um die Börse in Toronto und gefährdet damit den geplanten Zusammenschluss mit der London Stock Exchange (LSE). Die Londoner zeigten sich jedoch unbeeindruckt und bekräftigten, an der Fusion mit der TMX Group in Toronto festhalten zu wollen. Zusammen würde der weltgrösste Handelsplatz für Rohstoffe, Energie und Bergbau entstehen.
HOHE TEUERUNG: Die Inflation in der Euro-Zone ist im April erneut gestiegen und dürfte der Europäischen Zentralbank zunehmend Sorge bereiten. Die Konsumentenpreise kletterten vor allem wegen teurer Energie um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Stabile Preise sieht die Europäischen Zentralbank mittelfristig bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet und hat deshalb bereits im April die Zinswende eingeläutet.
TEVA AKQUIRIERT WEITER: Im Eiltempo kauft der israelische Arzneimittelhersteller Teva ein Unternehmen nach dem anderen: Nach der deutschen Ratiopharm und der amerikanischen Cephalon erwirbt der Konzern nun für 460 Mio. Dollar 57 Prozent am japanischen Unternehmen Taiyo Pharmaceutical Industry. Für die restlichen Anteile sei eine Offerte an die verbliebenen Aktionäre geplant, hiess es. Taiyo fertigt mehr als 550 Nachahmerpräparate in zahlreichen verschiedenen therapeutischen Gebieten und kam 2010 auf einen Umsatz von 530 Mio. Dollar. Zur übernommenen Cephalon gehört auch der Baselbieter Generikahersteller Mepha.
NEUE HOFFNUNG FÜR SAAB: Der niederländische Saab-Eigentümer Spyker setzt nach der fehlgeschlagenen Rettung durch den chinesischen Autokonzern Hawtai Motor erneut auf einen Geldgeber aus der Volksrepublik. Der Autohändler Pangda wird für 65 Mio. Euro einen Anteil von 24 Prozent an Spyker übernehmen. Zudem wurde vereinbart, dass Pangda Fahrzeuge von der früheren General-Motors-Marke im Wert von 45 Mio. Euro kauft. Diese Summe werde Spyker sofort zur Verfügung gestellt und damit der finanzielle Kollaps verhindert, hiess es. In den vergangenen Wochen sind die Bänder von Spyker still gestanden. Zulieferer klagten über unbezahlte Rechnungen und schickten keine Bauteile mehr. Pangda war erst im April an die Börse in Shanghai gegangen und hatte dabei rund 700 Mio. Euro eingenommen.
DISKRIMINIERUNG IST DIE REGEL: Diskriminierung von Arbeitnehmern ist nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) weltweit nicht die Ausnahme sondern die Regel. Nach wie vor verdienten Frauen weltweit nur rund 70 bis 90 Prozent des Einkommens der Männer, heisst es in einem in Genf vorgestellten Bericht "Gleichheit bei der Arbeit". Trotz der Einführung flexibler Arbeitszeiten als familienfreundliche Massnahme sei die durch Schwangerschaft und Mutterschaft bedingte Diskriminierung weit verbreitet. Ein fortdauerndes Problem stelle auch die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz dar, heisst es in dem Bericht weiter.
WEITERE PROBLEME BEI SONY: Bei der Rückkehr ans Netz nach dem spektakulären Datendiebstahl kommen Sonys Spiele- und Medienserver nur schwer in die Gänge. Der japanische Konzern hatte zwar am Sonntag damit begonnen, seine Onlinedienste schrittweise wieder freizuschalten. Doch die Server stiessen unter den vielen Anfragen zur Passwortänderung an ihre Grenzen, wie Sony mitteilte.
RÜCKZIEHER DER FÜRSTENBANK: Nach gescheiterten Übernahme der BHF-Bank will die Liechtensteiner LGT Bank ihr Vermögensverwaltungsgeschäft in Deutschland verkaufen. Ein Sprecher der Bank des Fürstenhauses in Vaduz bestätigte Informationen aus Finanzkreisen. "Die LGT Group hat beschlossen, für ihre Bank in Deutschland einen Verkaufsprozess in die Wege zu leiten", sagte der Sprecher zur Nachrichtenagentur Reuters. LGT wolle sich auf andere Märkte konzentrieren. Die LGT-Vermögensverwaltung beschäftigt in Deutschland an sieben Standorten insgesamt 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Kauf der BHF-Bank von der Deutschen Bank war am Veto der deutschen Bankenaufsicht gescheitert.
METZLER NEUE OSEC-PRÄSIDENTIN: Alt Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold soll neue Präsidentin der Aussenwirtschaftsförderungsorganisation Osec werden. Die 47-Jährige wird der Generalversammlung vom 27. Mai zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Die inzwischen als Partnerin eines Beratungsunternehmens tätige Metzler-Arnold ist als neue Präsidentin des Aufsichtsgremiums der Osec und damit als Nachfolgerin von Rolf Jeker vorgesehen. Jeker tritt nach sieben Jahren an der Spitze der Osec zurück. Ihm sei es gelungen, die in Zürich, Lausanne und Lugano ansässige Osec zu einer leistungsfähigen Aussenwirtschaftsförderungsorganisation umzubauen, heisst es im Communiqué.
KAMPF UM PAPIERFABRIK: Die von der Kündigung bedrohten Angestellten der Papierfabrik Biberist SO fordern zusammen mit den Gewerkschaften mehr Zeit für Abklärungen mit neuen Partnern und Investoren. "Es bestehen bereits Kontakte zu möglichen Partnern und Investoren, die ein Interesse am Standort Biberist haben", heisst es in einer von der Gewerkschaft Unia veröffentlichten Stellungnahme nach Ablauf der Konsultationsfrist. Am Dienstagmorgen werden die Projekte zunächst dem Solothurner Regierungsrat vorgestellt. Danach findet im Papierwerk eine Medienkonferenz statt. Der südafrikanische Mutterkonzern Sappi will die Papierfabrik in Biberist schliessen, weil sie nicht mehr rentabel sei. Damit sind 550 Arbeitsplätze bedroht.
SGV AUF KURS: Obwohl die Schifffahrtgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) im 2010 wetterbedingt tiefere Frequenzen verzeichnet hat, war das vergangene Jahr für sie eines der erfolgreichsten Jahre. Bei einem Umsatz von knapp 52 Mio. Fr. betrug der Gewinn rund 1,9 Mio. Franken. Die SGV-Schiffe transportierten 2,245 Mio. Fahrgäste. Im Vorjahr waren es noch 2,438 Millionen. Das erste Quartal 2011 sei ausgezeichnet verlaufen, hiess es weiter. Dabei profitieren vor allem die Gastronomie und die Schifffahrt von den sonnigen Frühlingstagen.
SPG GIBT AUF: Die Zürcher Anlagegesellschaft Sustainable Performance Group (SPG) streicht die Segel. 14 Jahre nach der Gründung will die laut eigenen Angaben weltweit erste börsenkotierte Investmentgesellschaft für nachhaltige Anlagen ihr Aktien in einen Luxemburger Fonds überführen. Die Verwaltung des Fonds werde der Schweizer Privatbank Globalance übertragen, sofern die SPG-Aktionäre an der Generalversammlung vom 6. Juni dem Schritt zustimmen. Die SPG AG solle danach liquidiert werden. Die SPG beteiligte sich an Unternehmen, die auf den Gebieten der nachhaltigen Nutzung von Energie und Wasser, der Gesundheit und der Ressourceneffizienz tätig sind. Als Grund für die Neuausrichtung nannte der Verwaltungsrat die enttäuschende Wertentwicklung der SPG-Aktie. 2010 resultierte ein Kursverlust 26,3 Prozent, in der Erfolgsrechnung stand ein Minus von 12,2 Mio. Franken.

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