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Bern (awp/sda) - Donnerstag, 19. Mai 2011
LANDIS+GYR WIRD JAPANISCH: Nach nur sieben Jahren geht der Zuger Stromzählerproduzent Landis+Gyr wieder an einen neuen Besitzer: Der japanische Grosskonzern Toshiba kauft das 115-jährige Unternehmen für 2,3 Mrd. Dollar in bar. Für die weltweit rund 5000 Landis-Gyr-Angestellte - darunter rund 400 in der Schweiz - sollte sich aber vorerst nicht viel ändern: Toshiba will keine Stellen streichen, eine Restrukturierung sei nicht vorgesehen, hiess es. An der "weltweit renommierten" Marke Landis+Gyr wollen die Japaner ebenfalls festhalten. Neuer Konzernleiter wird Andreas Umbach. Der Deutsche war schon bisher als operativer Chef in die Geschäftsführung eingebunden. Der aktuelle Geschäftsführer Cameron O'Reilly wird sich nach Abschluss der Übernahme anderen Tätigkeiten zuwenden, unter anderem für Toshiba. Toshiba will die Übernahme bis zum dritten Quartal 2011 abschliessen.
NYCOMED WIRD TEIL VON TAKEDA: Der Zürcher Medikamentenhersteller Nycomed wird Teil des japanischen Pharmagiganten Takeda. Nach einer Woche voller Spekulationen hat Takeda bekannt gegeben, 9,6 Mrd. Euro für die 12'500 Mitarbeiter zählende Firma bezahlen zu wollen. Dem japanische Milliardenkonzern eröffnen sich dank Nycomed neue Marktanteile in den aufstrebenden Volkswirtschaften. Nycomed ist stark in Russland und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion sowie Brasilien präsent. Die Mitarbeiter sind weltweit verstreut, der Firmensitz ist in Zürich. Nycomeds Verkaufsschlager ist das Magenmittel Pantoprazol. Dessen Patentschutz lief allerdings 2009 in mehreren europäischen Ländern aus, was die Verkäufe beeinträchtigte. Umso wichtiger sind für Nycomed die Wachstumserfolge in den Schwellenländern. Takeda ist stark in Japan und den USA.
RICHEMONT WILL PRODUKTION AUSWEITEN: Der Luxusgüterkonzern Richemont will nach einem Umsatz- und Gewinnsprung im Geschäftsjahr 2010/11 die Produktion deutlich ausweiten. Trotz belastender Frankenstärke sind in den Fabriken in der Schweiz 800 zusätzliche Stellen geplant. Alle Schweizer Produktionsstandorte seien daran, zusätzliches Personal einzustellen, sagte Vize-Konzernchef Richard Lepeu in einer Telefonkonferenz zur Vorlage des Jahresergebnisses. Der Hersteller von Schmuck sowie luxuriösen Uhren und Schreibwaren mit Marken wie Cartier, Jaeger-LeCoultre und Montblanc will im neuen Geschäftsjahr 2011/12 zwischen 6 und 7 Prozent des Umsatzes in Wachstum bei Produktion und Verkauf investieren. Im Folgejahr dürften es 6 bis 8 Prozent sein, ergänzte Finanzchef Gary Saage. Die eine Hälfte davon solle in die Produktion inklusive IT fliessen, die andere in neue Verkaufsstandorte. Die Verkaufsfläche soll um 7 Prozent wachsen.
GLENCORE SCHAFFT DRITTGRÖSSTEN BÖRSENGANG:Der Börsengang des Rohstoffgiganten Glencore ist ein Erfolg: Mit einem Volumen von 11 Mrd. Dollar hat der Zuger Konzern den drittgrössten Börsengang eines europäischen Unternehmens geschafft. Insgesamt ist Glencore nun 60 Mrd. Dollar wert. Die Platzierung der Aktien sei erfolgreich verlaufen, teilte Glencore mit. Das Interesse der Investoren weltweit sei gross gewesen, erklärte Konzernchef Ivan Glasenberg. Man hätte noch viel mehr Aktien verkaufen können. Das Angebot sei signifikant überzeichnet gewesen. Den Ausgabepreis für die Titel legte Glencore genau in der Mitte der Preisspanne bei 530 Pence fest. Der verschwiegene Konzern aus Baar ZG bringt 16,9 Prozent seiner 6,9 Mrd. Aktien an die Börsen von London und Hongkong. Dies bringt brutto rund 10 Mrd. Dollar. Darin ist eine Mehrzuteilungsoption von weiteren 10 Prozent der Aktien noch nicht eingerechnet, die etwa eine weitere Milliarde Dollar abwerfen wird. Grösser waren in Europa bisher nur die Börsengänge des italienischen Energiekonzerns Enel und der Deutschen Telekom.
PAPIERFABRIK SAPPI TEILWEISE GESCHLOSSEN: Die Papierfabrik Sappi in Biberist SO stellt die Produktion von gestrichenem Grafikpapier Ende Juli ein. 134 Mitarbeitenden wird gekündigt. Zwei andere Papiermaschinen bleiben für zwei Monate in Betrieb. Das teilte der Verwaltungsrat mit. Mit dem Aufschub soll ermöglicht werden, dass für die beiden Papiermaschinen ein Käufer gefunden werde. Auf den Maschinen könnten alternative Papierprodukte hergestellt werden, hält Sappi in einer Medienmitteilung fest. Mit der Teilschliessung verlieren 134 der insgesamt 550 Mitarbeitenden ihren Arbeitsplatz. Die Betroffenen erhalten per Ende Mai die Kündigung. Es bestehe ein Sozialplan, hiess es. Dieser gewährleiste, dass die betroffenen Mitarbeiter eine Chance hätten, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Das Aus für die Produktion von gestrichenem Grafikpapier begründete das Unternehmen mit den sich verschlechternden Marktbedingungen und dem andauernden Anstieg der Rohstoffkosten.
INITIATIVE GEGEN FACHKRÄFTEMANGEL: Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat neue Anstrengungen im Kampf gegen den Fachkräftemangel angekündigt. Bis Anfang 2012 solle ein entsprechender Massnahmenkatalog vorliegen, sagte Schneider-Ammann zum Auftakt des Swiss Economic Forum in Interlaken. Dank der Personenfreizügigkeit mit der EU sei die Lage für Schweizer Unternehmer zwar tragbar, sagte Schneider-Ammann: Fachkräfte könnten heute relativ leicht im Ausland rekrutiert werden. Doch es sei zu riskant, die zunehmende Nachfrage weitgehend durch Zuwanderung befriedigen zu wollen. "Ich will, dass Schweizer Unternehmen künftig vermehrt gut ausgebildete Mitarbeiter im Inland rekrutieren können", betonte der Wirtschaftsminister. Deshalb habe er eine Fachkräfte-Initiative lanciert. In einer ersten Phase entwickle eine interne Task Force eine Strategie gegen den Fachkräfte-Mangel für die nächsten zehn Jahre.
FINANZEXPERTEN WENIGER OPTIMISTISCH: Finanzmarktexperten schätzten die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft weniger optimistisch ein. Sie rechnen in den nächsten sechs Monaten mit einer nachlassenden Wirtschaftsdynamik. Der von der CS und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berechnete Indikator sank im Mai auf -11,5 Punkten nach +8,8 im Vormonat. Der Rückgang um 20,3 Punkte reflektiere die Erwartung, dass sich die Wirtschaftsdynamik im Laufe der kommenden sechs Monate von den aktuellen Niveaus aus abschwächen werde, heisst es in den Mitteilungen der Credit Suisse und der ZEW. Der Index war im Vormonat erstmals seit vergangenem August wieder in den positiven Bereich zurückgekehrt. Die aktuelle Konjunkturlage wird allerdings nach wie vor sehr gut eingeschätzt. Im Mai stieg der entsprechende Saldo um weitere 6,8 Punkte auf 68,6 Punkte. Noch immer halte keiner der Befragten die aktuelle Wirtschaftslage für "schlecht". Rund ein Drittel erachteten die Situation als "normal", über zwei Drittel hielt sie für "gut".
SCHWEIZER BAUKONJUNKTUR BRUMMT WEITER: Getrieben von tiefen Zinsen und der Einwanderung zeigt der Schweizer Bau keine Anzeichen von Schwäche. Bis im ersten Quartal 2012 sollte die Baukonjunktur weiterbrummen. Der starke Wohnbau zieht den Tiefbau mit, wie die Credit Suisse in ihrem Bauindex ausweist. Dieser Index bewegt sich um die 130er-Marke herum auf hohem Niveau seitwärts, teilte die Grossbank mit. Im zweiten Quartal 2011 setzten weder der Hoch- noch der Tiefbau besondere Akzente. Im Hochbau neutralisierte der stark wachsende Wohnungsbau einen erneuten Rückschlag beim Wirtschaftsbau. Mit einem Rückgang der Bautätigkeit rechnet die CS bis im ersten Quartal 2012 nicht. Um die hohe Nachfrage nach Wohnraum zu befriedigen, schöpfen die Bauunternehmen ihre Kapazitäten aus. Grossüberbauungen dominieren das Bild.
STRAUSS-KAHN TRITT ZURÜCK: Der Druck war zu gross: IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist zurückgetreten. Er zieht die Konsequenzen aus der New Yorker Sex-Affäre, weist aber weiterhin alle Vorwürfe zurück. Seine Anwälte versuchen am Donnerstag erneut, ihn aus der Haft zu holen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) verbreitete eine persönliche Erklärung von Strauss-Kahn in Washington. Darin bestreitet er weiter entschieden alle Vorwürfe gegen ihn. Er sei "unendlich traurig", das Amt aufgeben zu müssen, hiess es in dem Schreiben. "Ich möchte diese Institution schützen, der ich mit Ehre und Hingabe gedient habe, und vor allem - vor allem - möchte ich all meine Kraft, all meine Zeit und alle meine Energie darauf verwenden, meine Unschuld zu beweisen", versicherte Strauss-Kahn in der Erklärung. Der IWF teilte weiter mit, dass Strauss-Kahns-Vize John Lipsky die Geschäfte des Fonds führen wird, bis ein neuer Direktor ernannt ist.
WIRTSCHAFTSEINBRUCH IN JAPAN: Das schwere Erdbeben und der Tsunami in Japan haben das Land in die Rezession zurückgeworfen. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der drittgrössten Wirtschaftsmacht der Welt schrumpfte im ersten Quartal um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie die Regierung in Tokio mitteilte. Eine Rezession ist definiert durch zwei aufeinanderfolgende Quartale mit sinkendem BIP, und in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres war die japanische Wirtschaft bereits um 0,8 Prozent geschrumpft. Das Land hatte erst im zweiten Quartal 2009 die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg hinter sich gelassen.
AIR FRANCE-KLM MIT GEWINN: Die Erholung der Luftfahrt und ein kräftiger Tritt auf die Kostenbremse haben Air France-KLM im Geschäftsjahr 2010/11 wieder einen Gewinn beschert. Trotz zahlreicher Krisen, die die Branche empfindlich gestört haben, kann die nach Umsatz grösste Airline Europas einen operativen Gewinn in Millionenhöhe ausweisen. Der Konzern sei "zuversichtlich", den Ertrag auch im neuen Jahr zu steigern, teilte Air France-KLM mit. Um die Kosten weiter in den Griff zu bekommen, streicht das Unternehmen seinen Aktionären vorerst die Dividende. Vor einem Jahr musste Air France/KLM wegen der Wirtschaftskrise operativ einen Rekordverlust von knapp 1,3 Mrd. Euro verbuchen.

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