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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Bern (awp/sda) - Freitag, 3. Juni
CREDIT SUISSE MUSS SCHADENERSATZ ZAHLEN: Die Schweizer Grossbank Credit Suisse muss dem Halbleiterhersteller STMicroelectronics 400 Mio. Dollar Schadenersatz für Verluste mit sogenannten Auction Rate Securities zahlen. Wie aus dem Urteil eines US-Berufungsgerichts hervorgeht, investierten die Franzosen 2006 mit Hilfe der Credit Suisse in die Anleihen, die vor der Finanzkrise als praktisch risikolos galten. Statt wie mit STMicroelectronics vereinbart staatlich garantierte Anleihen zu erwerben, habe Credit Suisse für den Kunden aber Titel ohne Staatsgarantie gekauft. Diese wurden dann in der Finanzkrise praktisch wertlos.
RÜCKSCHLAG FÜR LANDI UM MARKENNAMEN: Die Landi kann ihre Marke "Farmer" nur für Bier, Mineralwasser und isotonische Getränke schützen lassen. Für Fruchtgetränke, Sirup, Wein und Schnaps bleibt ihr der Markenregistereintrag der englischen Bezeichnung für Bauer verwehrt. Das hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. Mit seinem Urteil hat das Gericht den Entscheid des Instituts für geistiges Eigentum bestätigt und die Beschwerde der Landi Schweiz abgewiesen. Laut den Richtern in Bern wird "Farmer" vom Konsument bei Wein, Sirup, Fruchtsäften und gebrannten Wassern als Hinweis auf die vom "Bauer" stammenden Zutaten verstanden. Es handle sich in diesem Bereich deshalb um eine beschreibendes Zeichen, dass dem Gemeingut zuzurechnen sei.
PICTET LÖST HUMMLER AB: Der Genfer Nicolas Pictet wird neuer Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers (VSPB). Der geschäftsführende Partner der Genfer Privatbank Pictet löst Konrad Hummler ab. Pictet wird an der Mitgliederversammlung der VSPB vom nächsten Freitag zum neuen Präsidenten gewählt, wie der Generalsekretär des Verbandes bestätigte. Nicolas Pictet ist seit 2008 Vizepräsident. Hummler, langjähriger geschäftsführender und unbeschränkt haftender Teilhaber der Privatbank Wegelin & Co, gibt das Präsidium der VSPB nach drei Jahren ab, weil er im April das Verwaltungsratspräsidium der AG für die Neue Zürcher Zeitung übernommen hat.
ZEUGNIS FÜR GRIECHENLAND "POSITIV": Die EU, der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben Griechenland nach Angaben Athens ein positives Zeugnis über die Sparpolitik ausgestellt Das Urteil beziehe sich auf die aktuellen Fortschritte, aber auch auf die geplanten Strukturreformen für Wachstum und Beschäftigung sowie das neue Sparprogramm, teilte das Finanzministerium mit. Damit hat der Schuldenstaat erst einmal Zeit gewonnen. Denn dieses Zeugnis galt als Voraussetzung dafür, dass die nächste Tranche der internationalen Finanzhilfen von 12 Milliarden Euro ausgezahlt wird. Andernfalls hätte dem hoch verschuldeten Land schon in wenigen Wochen akute Zahlungsunfähigkeit und der Staatsbankrott gedroht.
FIAT ÜBERNIMMT MEHRHEIT AN CHRYSLER: Der italienische Automobilkonzern Fiat wird für 500 Mio. Dollar sechs Prozent des Aktienpakets vom US-Finanzministerium kaufen. Mit dem Kauf der Aktien erhält Fiat eine Mehrheit von 52 Prozent an Chrysler. Die Italiener waren nach der Insolvenz des US-Automobilkonzerns vor zwei Jahren bei Chrysler eingestiegen. Weitere 75 Mio. Dollar will Fiat für das Recht bezahlen, Aktien von einem Pensionsfonds für ehemalige Mitarbeiter der Automobilindustrie erwerben zu dürfen. 60 Mio. Dollar gehen an die US-Regierung, 15 Mio. Dollar fliessen nach Kanada. Fiat erwägt zudem, Chrysler wieder an die Börse zu bringen.
RATINGAGENTUR MOODY'S DROHT USA MIT HERABSTUFUNG: Angesichts des horrenden Haushaltsdefizits der USA hat die Ratingagentur Moody's vor einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit der grössten Volkswirtschaft der Welt gewarnt. Dies könne der Fall sein, wenn sich der US-Kongress und die Regierung "in den kommenden Wochen" nicht auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze einigen, erklärte die Agentur. Dann könne die Bestnote "Aaa" nicht gewahrt werden, mit der sich das Land an den Finanzmärkten zu günstigen Konditionen frisches Geld besorgen kann.
FRAU FÜHRT NEU DIE "NEW YORK TIMES": Jill Abramson wird die erste Chefredakteurin der renommierten US-Tageszeitung "New York Times". Sie löst Anfang September ihren Vorgänger Bill Keller ab, der nach acht Jahren an der Spitze der Redaktion seinen Rückkehr erklärt hat. Abramson kam 1997 zu der New Yorker Tageszeitung, nachdem sie zuvor zehn Jahre lang für das "Wall Street Journal" gearbeitet hatte. Sie leitete das Washingtoner Büro der "New York Times" und wurde 2003 zur leitenden Redaktorin ernannt.
INTERNETPORTAL GROUPON STREBT AN DIE BÖRSE: Das boomende US-Schnäppchen-Portal Groupon will an die Börse und hat in einem ersten Schritt 750 Mio. Dollar bei Investoren eingesammelt. Ein Datum für den Gang an die Börse und der Stückpreis der Aktien stehe jedoch noch nicht fest, teilte Groupon mit. Mit dem Schritt war schon seit Monaten gerechnet worden. Insider vermuten, Groupon könnte bei einem Börsengang mit 15 bis 20 Mrd. Dollar bewertet werden. Im Dezember erst hatte das Unternehmen ein Übernahmeangebot von Google im Wert von sechs Milliarden Dollar abgelehnt. Groupon betreibt eine Website, die Nutzer zusammenbringt, die am Kauf bestimmter Produkte oder Dienstleistungen interessiert sind, und sichert ihnen damit Rabatte bei Händlern oder Herstellern.
PRADA VERDOPPELT GEWINN: Die Mailänder Luxusmarke Prada konnte ihren Reingewinn 2010 auf 253,6 Mio. Euro mehr als verdoppeln. In der ersten Hälfte dieses Jahres steuert Prada auf einen Gewinn von mindestens 150,7 Mio. Euro zu, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Mit dem kräftigen Gewinnanstieg im Rücken treibt das italienische Modehaus Prada seine Börsenpläne weiter voran. Die Erstnotiz in Hongkong ist für den 24. Juni geplant, die Preisspanne soll am 17. Juni bekanntgegeben werden. Der Erlös aus dem Börsengang wird auf rund zwei Milliarden Dollar geschätzt.
TUNESIENS WIRTSCHAFT BRICHT EIN: Tunesiens Wirtschaft ist in den ersten Monaten des Jahres massiv eingebrochen. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) schrumpfte im Vergleich zum Vorquartal um 7,8 Prozent, wie die tunesische Statistikbehörde mitteilte. Grund sind vor allem die wegbrechenden Umsätze in der Tourismusbranche: Nach Beginn des Aufstands in Tunesien Mitte Dezember waren die ausländischen Gäste dem Land ferngeblieben. Die Tourismusbranche erwirtschaftet normalerweise sieben Prozent des BIP. Dieses Jahr rechnet die Regierung mit einem Nullwachstum der gesamten Volkswirtschaft und fürchtet, dass die Arbeitslosenquote von 13 auf 20 Prozent klettern könnte. Davor war tunesiens Wirtschaft stetig um vier bis fünf Prozent pro Jahr gewachsen.
SONY ERNEUT VON HACKERN ANGEGRIFFEN: Ein Gruppe von Internetpiraten hat nach eigenen Angaben erneut den japanischen Sony-Konzern angegriffen. Von der Internetseite SonyPictures.com, über die unter anderem von Sony produzierte Filme beworben werden, seien mehr als eine Million Nutzerdaten gehackt worden. Dies erklärte die Gruppe "Lulz Security" über den Kurznachrichtendienst Twitter. Es seien unter anderem Passwörter, E-Mail-Adressen und Wohnadressen von Nutzern der Internetseite abgezogen worden. Auch Geburtsdaten der betroffenen Nutzer sowie andere bei SonyPictures angegebene Daten seien geknackt worden. Sony war erst im April Ziel eines Hackerangriffs gewesen.

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