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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Bern (awp/sda) - Dienstag, 21. Juni 2011
SCHLECHTERE PROGNOSE: Die Konjunkturforschungsstelle KOF hat ihre Wachstumsprognose für 2012 nach unten korrigiert. Die KOF geht noch von einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts der Schweiz von 1,9 Prozent aus. Im März prognostizierten die Konjunkturforscher der ETH Zürich noch ein Wachstum von 2,3 Prozent. Verantwortlich für die schlechtere Prognose ist der starke Franken sowie die schwächere weltweite und insbesondere europäische Konjunkturentwicklung. Für das laufende Jahr hält die KOF dagegen an ihrer bisherigen Konjunkturprognose fest. Sie rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote schätzt die KOF für 2011 auf 3,1 Prozent und für das kommende Jahr auf 2,7 Prozent.
ENGAGEMENT FÜR DEN EURO: In einem gemeinsamen Appell haben sich deutsche und französische Unternehmen für den Euro starkgemacht und die Politik zur Rettung der Gemeinschaftswährung aufgefordert. Dazu erschienen am Dienstag in mehreren Tageszeitungen in beiden Ländern Anzeigen unter der Überschrift "Der Euro ist notwendig". Die Rückkehr zu stabilen finanziellen Verhältnissen werde viele Milliarden kosten, schreiben die 50 deutschen und französischen Unterzeichner. Doch ein Scheitern des Euro wäre ein fataler Rückschlag für Europa. Weiter fordern die Firmenchefs die EU-Mitgliedsstaaten auf, ihre Wirtschafts- und Haushaltspolitik künftig enger zu koordinieren und nach aussen mit einer gemeinsamen Stimme sprechen.
KREDITBEWERTUNG: Die Ratingagentur Fitch hat vor einem negativem Ausblick für die Kreditwürdigkeit der USA gewarnt. Fitch droht, den Ausblick auf negativ zu setzen, sollte bis zum 2. August der Schulden-Streit in den USA nicht beigelegt und die Schuldenobergrenze angehoben werden. Demokraten und Republikaner streiten sich über die Konsolidierung der Staatsfinanzen. Die Republikaner haben ein Gesetz der Regierung zur dringend notwendigen Erhöhung der Schuldenobergrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar im Repräsentantenhaus abgeschmettert. Im Mai hatte bereits die Agentur Standard & Poor's (S&P) den Ausblick für die USA auf "negativ" gesetzt. Wenige Wochen später hatte Moody's die Bonität der USA erstmals in der Geschichte infrage gestellt.
ENTSCHÄDIGUNG: Das Ölserviceunternehmen Weatherford zahlt 75 Mio. Dollar in einen Entschädigungfonds für die Ölpest im Golf von Mexiko. Darauf hat sich die Firma mit dem britischen Ölkonzern BP geeinigt. Im Gegenzug wird Weatherford von Forderungen freigestellt. In der Übereinkunft sind vor allem Umweltschäden und wirtschaftliche Verluste enthalten, nicht aber zivil- oder strafrechtliche Bussen sowie Rechtskosten. Nach der Explosion auf der Plattform im Golf von Mexiko und der folgenden Ölpest steht BP vor Milliardenkosten. Der Konzern geht deshalb gerichtlich gegen mehrere Partner vor.
WACHSTUM: Die Schweizer Umweltwirtschaft wächst mehr als doppelt so stark wie die Gesamtwirtschaft. Zwischen 2001 und 2009 wuchsen die Umweltmärkte laut einer WWF-Studie jährlich um 6,3 Prozent. Im gleichen Zeitraum betrug das Wachstum der Gesamtwirtschaft 2,9 Prozent. Am stärksten zugelegt haben der ökologische Bausektor sowie nachhaltige Finanzanlagen. Die Umweltwirtschaft beschäftigt rund 116'000 Personen und generiert einen Umsatz von 29 Mrd. Franken. Die Studie rechnet mit einem weiteren Wachstumsschub in den kommenden Jahren.
AUSFURHBEWILLIGUNG: Der Stanser Flugzeugbauer Pilatus liefert der indischen Luftwaffe 75 Trainingsflugzeuge vom Typ PC-7. Die Interdepartementale Exportkontrollgruppe hat für das Geschäft eine Ausfuhrbewilligung erteilt, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) bestätigte. Laut dem Magazin "Aviation Week" beträgt der Auftragswert eine Milliarde Dollar. Pilatus wollte das Geschäft am Dienstag nicht kommentieren.
EXPANSION: Die Handelsgruppe Valora wird den schwedischen Kosmetikhändler Scandinavian Cosmetics übernehmen. Über den genauen Kaufpreis machte das Baselbieter Unternehmen keine Angaben. Scandinavian Cosmetics hat 2010 einen Umsatz von rund 75 Mio. Fr. erzielt. Der Marktanteil in Schweden liegt bei 23 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 100 Mitarbeiter. Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte Valora die Mehrheit an dem norwegischen Kosmetikverteil-Unternehmen EMH gekauft. Das Handelsunternehmen plant eine weitere Expansion in Nordeuropa.
IWF-CHEFPOSTEN: Das Rennen um den Chefsessel beim Internationalen Währungsfonds (IWF) geht auf die Zielgerade. Die beiden Bewerber, Mexikos Zentralbankchef Agustín Carstens und die französische Finanzministerin Christine Lagarde, sind in dieser Woche zu Gesprächen beim IWF in Washington. Die Französin gilt als die klare Favoritin, nachdem sich die meisten europäischen Länder bereits hinter sie gestellt haben. Der Verwaltungsrat wird am 28. Juni zusammenkommen, um über die beiden Kandidaten zu beraten. Der IWF will bis zum 30. Juni über die Nachfolge von Dominique Strauss-Kahn entscheiden. Der ehemalige französische Finanzminister war der Mitte Mai wegen Vergewaltigungsverdachts in New York festgenommen worden.

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