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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 16. November 2009 - 17:20 publiziert

Bern (awp/sda) - Montag, 16. November
STABILER BIERABSATZ: Trotz gedämpfter Konsumstimmung war der Bierabsatz im Braujahr 2008/09 in der Schweiz nur leicht rückläufig. Währenddie Inlandproduktion um 1,7 Prozent sank, nahmen die Bierimporte um markante 6,4 Prozent zu, wie der Schweizer Brauerei-Verband mitteilte. Im gesamten Biermarkt sank der Absatz per Ende September um 0,1 Prozent auf rund 4,5 Mio. Hektoliter. Der Marktanteil der inländischen Biere ist weiterhin rückläufig. Er liegt aktuell bei 79,5 (Vorjahr 80,8) Prozent. Der Importanteil erhöhte sich von 19,2 auf 20,5 Prozent. Die Bierexporte sanken um über ein Viertel auf 51'594 Hektoliter. Die Exporte entsprechen lediglich 1,4 Prozent der inländischen Produktion.
SCHLANKERE FÜHRUNGSSTRUKTUR: Der Bieler Fertigungs- und Montagesystem-Hersteller Mikron verschlankt, wie Ende Juni angekündigt, seine Führungsstruktur. Geschäftsführer Eduard Rikli tritt per Ende Jahr zurück und soll in den Verwaltungsrat wechseln. Der Verwaltungsrat habe entschieden, die Führungsstruktur zu vereinfachen und der Grösse der Firmengruppe anzupassen, heisst es in der Mikron-Medienmitteilung. Die Entscheidungswege sollten verkürzt werden. Die Leiter der beiden Divisionen, Bruno Cathomen für Machining Technology (seit dem 1. Oktober) und Rolf Rihs für Assembly Technology, würden künftig direkt an den Verwaltungsrat rapportieren.
UMSATZRÜCKGANG: Die israelische Medizinaltechnik-Firma Oridion hat im dritten Quartal 2009 weniger umgesetzt, dabei aber die Profitabilität gesteigert. Der Gewinn erreichte 1,76 Mio. Dollar, nach 0,51 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn erhöhte sich von 1,73 Mio. auf 1,79 Mio. Dollar, wie die an der Schweizer Börse gehandelte Oridion mitteilte. Der Umsatz sank von 12,02 Mio. auf 11,02 Mio. Dollar. Somit verbesserte sich die Betriebsgewinn-Marge von 14,4 auf 16,3 Prozent. Wie Oridion schreibt, haben die Verkäufe in der zweiten Hälfte des Quartals wieder ein "normales" Niveau erreicht.
MEHR LOHN: In der Schweizer Fleischbranche wird die Lohnsumme im nächsten Jahr um 0,7 Prozent erhöht. Die Löhne werden allerdings nicht generell, sondern individuell und leistungsbezogen angehoben. Das sei angesichts der negativen Teuerungsrate vertretbar, teilte der Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) und der Metzgerpersonal-Verband (MPV) nach Abschluss der Verhandlungen mit den Sozialpartnern mit. Zudem sei der Fleischkonsum zwar stabil, die Umsätze preisbedingt aber rückläufig. Es stimme nicht, dass die Fleischverarbeiter die Preisvorteile aus sinkenden Schlachtviehpreisen nicht an die Kunden weitergäben.
TOCHTER VERKAUFT: Im Rahmen der Nachfolgeplanung der Steiner-Gruppe hat deren Alleinaktionär Peter Steiner die französische Tochter Karl Steiner France an die Compagnie Financière Sainte Colombe verkauft. Über die Konditionen wurde Stillschweigen vereinbart. Die Karl Steiner France umfasse neben Finanzierungsgesellschaften auch die in der Immobilienentwicklung tätige Sogelym-Steiner, die vom Präsidenten der Financière Sainte Colombe, Jean-Claude Condamin, gegründet worden war, heisst es in der Unternehmensmitteilung weiter. Sogelym-Steiner habe 2008 ein Bauvolumen von rund 260 Mio. Fr. erreicht und beschäftige 67 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Verkauf sei Teil der Nachfolgeregelung der Steiner-Gruppe.
LEICHTE ERHOLUNG: Die Autoverkäufe in der Schweiz haben sich leicht erholt. Der Absatz ging im Oktober lediglich um 6,5 Prozent zurück. Für 2009 ergebe sich damit kumuliert lediglich ein Rückgang von 9,7 Prozent, schreibt die Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure in einer Mitteilung. Nachdem im ersten Quartal noch ein Minus von mehr als 11 Prozent verzeichnet worden sei, zeigten die neusten Zahlen jetzt eindeutig wieder nach oben, kommentierte der Verband Auto-Schweiz die Oktoberzahlen. Der befürchtete Absturz sei damit abgewendet. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit dem Verkauf von rund 260'000 Neufahrzeugen. Von Januar bis Oktober wurden 219'823 neue Autos abgesetzt. Im Monat Oktober allein waren es 22'840 Stück.
ABWRACKPRÄMIE HILFT: Europas Autohersteller haben im Oktober weiter von staatlichen Subventionen profitiert. Die Zahl der Neuzulassungen stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat in ganz Europa um elf Prozent auf 1,26 Millionen Fahrzeuge. Im Jahresverlauf konnte das Minus auf fünf Prozent eingedämmt werden, wie der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) mitteilte. Insgesamt wurden im Zeitraum von Januar bis September 12,21 Millionen Autos ausgeliefert.
FORSCHUNGSAUSGABEN GESTIEGEN: Trotz Wirtschaftskrise haben Unternehmen 2008 weltweit mehr Geld in Forschung und Entwicklung investiert als 2007. Dabei stiegen diese Ausgaben in der EU stärker an als in den USA und Japan, wie ein in Brüssel veröffentlichter Bericht der EU-Kommission zeigt. Demnach erhöhten sich die Budgets für Forschung und Entwicklung weltweit um 6,9 Prozent, in der EU um 8,1 Prozent, in den USA um 5,7 Prozent und in Japan um 4,4 Prozent. In wichtigen Schwellenländern stiegen sie noch stärker: in China um 40 Prozent und in Indien um 27,3 Prozent.
SORGENKINDER: Dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS setzen seine Problemflieger A400M und A380 zu: Im dritten Quartal brach das operative Ergebnis um mehr als drei Viertel ein, unterm Strich fiel ein Verlust an. Analysten hatten aber mit Schlimmerem gerechnet. Für das dritte Quartal gab das Unternehmen einen Verlust von 87 Mio. Euro bekannt. Vor einem Jahr war noch ein Gewinn von 679 Mio. Euro eingefahren worden. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Wertminderungen, Abschreibungen und ausserordentlichen Posten - bei EADS als EBIT bezeichnet - brach von 860 auf 201 Mio. Euro ein. Das Vorjahresergebnis war allerdings auch durch einen Sondereffekt aufpoliert worden. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 9,5 Mrd. Euro. Das Auftragspolster bleibt zwar komfortabel, wird aber dünner. Ende September lag der Auftragsbestand mit gut 378 Mrd. Euro sechs Prozent niedriger als Ende 2008.
MILLIARDENVERLUST: Auch die neue General Motors (GM) schreibt tiefrote Zahlen. Nach Abschluss des Insolvenzverfahrens verbucht der grösste US-Autohersteller im dritten Quartal ein Minus von 1,2 Mrd. Dollar. Der Verlust war aber immerhin kleiner als von vielen Experten geschätzt. Zudem will GM nun schneller die milliardenschweren Staatshilfen der USA, Kanadas und Deutschlands zurückzahlen, kündigte der Konzern an. Dies sei "angesichts der weltweit besseren wirtschaftlichen Bedingungen, der sich stabilisierenden Verkäufe und der besseren Finanzlage" möglich. Der Verlust vor Steuern und Zinsen belief sich im dritten Quartal auf 261 Mio. Dollar vor Sonderposten. Der Umsatz betrug 28 Mrd. Dollar. Das waren 5 Milliarden mehr als im zweiten Quartal. Die Zahlen sind wegen des Insolvenzverfahrens aber nur schwer vergleichbar. Der Schuldenstand lag bis Ende September bei 17 Mrd. Dollar.
MEHR UMSATZ: Die Detailhändler in den USA haben im Oktober ihre Erlöse überraschend stark gesteigert. Die Umsätze legten um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie das Handelsministerium mitteilte. Ökonomen hatten einen Anstieg um lediglich 1,0 Prozent erwartet. Dabei profitierten die Detailhändler vor allem von der steigenden Nachfrage nach Autos. Diese herausgerechnet, hatten die Händler 0,2 Prozent mehr in den Kassen, das war das dritte Plus in Folge. Das stützt Hoffnungen, dass der Konsum trotz zunehmender Arbeitsplatzsorgen der Amerikaner nicht einbricht.
UNERWARTET STARKES WACHSTUM: Japans Wirtschaft erholt sich deutlich stärker als erwartet. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) legte im dritten Quartal mit einer Jahresrate von 4,8 Prozent überraschend deutlich zu, wie die Regierung am Montag bekanntgab. So kräftig wuchs die Wirtschaft seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Ökonomen warnen jedoch vor zu grossem Optimismus. Japan profitiere von den weltweiten Konjunkturspritzen, von einer sich selbsttragenden Erholung könne aber noch keine Rede sein. Das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft wurde vor allem von den Exporten und dem Konsum geschürt. Erstmals seit Anfang 2008 legten zudem die Investitionen der Unternehmen wieder zu.
PREISRÜCKGANG: Der Preisrückgang in der Eurozone hat sich verlangsamt: Die jährliche Teuerungsrate betrug im Oktober minus 0,1 Prozent nach minus 0,3 Prozent im Vormonat, teilte die Statistikbehörde Eurostat mit und bestätigte damit eine frühere eigene Schätzung. In der gesamten EU mit 27 Staaten stieg die Jahresrate ebenfalls um 0,2 Punkte auf 0,5 Prozent. Vor Jahresfrist hatte die Rate im Eurogebiet 3,2 Prozent betragen, in der EU 3,7 Prozent. Die monatliche Rate im Oktober belief sich in beiden Gebieten auf 0,2 Prozent.

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