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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 18. November 2009 - 19:00 publiziert

Bern (awp/sda) - Mittwoch, 18. November 2009
REISEBERATUNG FÜR BANKER: Mit der UBS-Steueraffäre in den USA und der allgemein zunehmenden Jagd auf Steuersünder im Ausland werden auch für Banker und Treuhänder Reisen in andere Länder zum Risiko. Einige von ihnen lassen sich vom Bundesamt für Justiz beraten. Offenbar sind sich einige Vertreter der Bankbranche nicht sicher, ob sie bei einer Auslandreise in die Mühlen der Justiz geraten könnten. Denn es könnte der Verdacht im Raum stehen, dass sie ihren Kunden geholfen haben, Geld vor dem Fiskus zu verstecken. Um abzuschätzen, wie gross das Risiko juristischer Umtriebe oder gar einer Verhaftung ist, wenden sich einige an das Bundesamt für Justiz (BJ), wie Direktor Michael Leupold gegenüber Radio DRS sagte. "Wir sind mehrfach kontaktiert und gebeten worden, mitzuhelfen, konkrete Rechtsrisiken durch frühere Handlungen abzuschätzen. Da wirken wir natürlich mit."
HOHER BESUCH: Bundesrätin Doris Leuthard hat Hongkongs Minister für Finanzdienstleistungen und Finanzen, K.C. Chan, in Bern empfangen. Wie das Eidg. Volkswirtschaftsdepartementes (EVD) mitteilte, weilte Chan auf Arbeitsbesuch in der Schweiz. Leuthard und Chan nutzten das Treffen, um die Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise in der Schweiz und in Hongkong zu thematisieren. Die Bundesrätin informierte Chan zudem über den Stand der Entwicklungen im angestrebten Freihandelsabkommen mit Hongkong. Beide Seiten betonten die sehr guten bilateralen Beziehungen. Hongkong, das innerhalb Chinas einen Autonomiestatus geniesst, gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz in Asien.
WENIGER WERBUNG: Der Oktober war der werbestärkste Monat in diesem Jahr, im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben für den Werbedruck aber 3,5 Prozent zurückgegangen. Zwischen Januar und Oktober sanken die Ausgaben insgesamt um 5,5 Prozent. Der Werbedruck im Gesamtmarkt umfasste im Oktober 405 Mio. Franken, wie das Marktforschungsinstitut Media Focus mitteilte. Auf die Monate Januar bis Oktober gerechnet beläuft sich das Marktvolumen auf 3,2 Mrd. Franken. Kosmetik und Körperpflege wies als einer der wenigen Märkte ein Plus aus. Der Bereich wuchs im bisherigen Jahresverlauf um 6,9 Prozent auf 243,1 Mio. Franken. Weil viel Werbung für Waschmittel gemacht wurde, legte der Schlüsselmarkt Haushaltsartikel und -geräte um 12,1 Prozent auf 123,2 Mio. Fr. zugelegt.
TRAGBARE VORSCHRIFTEN: Die Kantonal- und Raiffeisenbanken belastet die Streichung des so genannten Kantonalbanken-Rabatts nicht. Die 12,5 Prozent mehr Eigenkapital, welche die Institute gemäss Bundesratsbeschluss künftig halten müssen, schultern auch die zuletzt weniger erfolgreichen Institute wie die Glarner Kantonalbank. Der Kantonalbankenverband (VSKB), der alle 24 Kantonalbanken vertritt, begrüsst den Schritt gar. Der an die Kantonalbanken gerichtete Vorwurf, von einer Wettbewerbsverzerrung profitieren zu können, sei vom Tisch, sagte VSKB-Sprecherin Doris Fellenstein der Nachrichtenagentur SDA. Der VSKB selbst habe die Streichung des Kantonalbankenrabatts schon vor Ausbruch der Finanzkrise mit der Finanzaufsicht FINMA diskutiert. "Bereits vor Jahren begannen viele Kantonalbanken, ihre Eigenmittel aufzustocken, weil dieser Schritt erwartet worden war", erklärte Fellenstein.
STAGNIERENDE MIETPREISE: Die Mieten für ausgeschriebene Wohnungen sind im Oktober auf dem Niveau von September verharrt. Der Index des Internetportals Homegate betrug für die Gesamtschweiz unverändert 114,8 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahr mussten die Mieter jedoch tiefer in die Tasche greifen. In den vergangenen 12 Monaten stiegen die Mietpreise um 1,7 Prozent. Innert Jahresfrist verteuerten sich die Mietpreise in Zürich (+1,9 Prozent) sowie in Basel und Bern (je +1,7 Prozent) merklich. Gegenüber September stiegen die Mietpreise in Basel um 0,2 Prozent (auf 108,9 Punkte). In Zürich mit Plus 0,1 (114,5) und Bern mit Minus 0,1 Prozent (116,7) veränderten sich die Mietpreise nur unwesentlich.
GROSSAUFTRAG AUS FINNLAND: Die Spezialistin für Kehrichtverbrennungsanlagen, Von Roll Inova, erhält einen Grossauftrag in Finnland. Für 90 Mio. Fr. baut das Zürcher Unternehmen im finnischen Vaasa eine energetische Abfallverwertungsanlage. Wie Von Roll Inova mitteilte, verwertet die Anlage jährlich rund 150'000 Tonnen Abfälle aus 60 Gemeinden in Westfinnland und produziert daraus durchschnittlich 13 Megawatt elektrische Energie und 40 Megawatt Fernwärme. Die Wärmelieferung erfolgt ab 2013. Mit dem Auftrag baue Von Roll Inova seine führende Rolle im Bereich Energiegewinnung aus Abfall in Nordeuropa weiter aus, schreibt das Unternehmen. In Schweden und Norwegen betreibt die Schweizer Tochter des österreichischen Industriekonzerns A-Tec Industries bereits mehr als zehn Anlagen.
UNSICHERE KREDITKARTEN: Sämtliche deutsche Banken ziehen wegen eines mutmasslichen Datenklaus im grossen Stil die Kreditkarten ihrer Kunden ein. Insgesamt dürften weit über 100'000 Karteninhaber von dem grössten Kartentausch in Deutschland betroffen sein. "Die Austauschaktion betrifft alle Banken in Deutschland gleichermassen", sagte ein Sprecher des Zentralen Kreditausschusses (ZKA), der Dachorganisation der Banken. Er sprach von einer reinen Vorsorgemassnahme. Visa und MasterCard hatten deutsche Geldhäuser davor gewarnt, dass wegen eines vermeintlichen Datendiebstahls bei einem spanischen Zahlungsabwickler die Kreditkartendaten deutscher Kunden gefährdet seien. Sie rieten zu einem Umtausch der Karten, die in den vergangenen Monaten - mitten in der Ferienzeit - in Spanien genutzt wurden. Auch Schweizer Karteninhaber könnten vom Vorfall in Spanien betroffen sein.
KLAGE ZUGELASSEN: Das Handelsgericht Wien hat grünes Licht für die Sammelklage des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gegen den Finanzdienstleister AWD gegeben, der dem Versicherer Swiss Life gehört und stellte den Bescheid über die Zulässigkeit der ersten Teilklage zu. Der VKI wirft dem AWD vor, seine Kunden beim Verkauf von Immofinanz-Aktien systematisch fehlberaten zu haben. 2500 mutmasslich geprellte Anleger mit einem Gesamtschaden von rund 30 Mio. Euro haben sich der VKI-Aktion angeschlossen. AWD will den Entscheid anfechten, möchte aber nach wie vor alle Fälle einzeln prüfen. Sollte der VKI Recht behalten, könnte das eines der grössten Zivilverfahren Österreichs werden.
TIEFERE PREISE: Die Konsumentenpreise in den USA sind im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent und damit etwas stärker als erwartet gestiegen. Das ist vor allem auf teureres Benzin zurückzuführen, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Die Kernrate - ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise - stieg wie schon im Vormonat erneut um 0,2 Prozent. Dies bestätigt die Einschätzung der Notenbank (Fed), wonach die Inflation auf längere Sicht zahm bleiben wird und der Leitzins niedrig gehalten werden kann. Er befindet sich auf einem historischen Tiefstand mit einer Spanne zwischen Null und 0,25 Prozent. Im September waren die Konsumentenpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent gestiegen. Experten hatten für Oktober den gleichen Zuwachs erwartet. Auf Jahresbasis gaben die Preise um 0,2 Prozent nach. Die Kernrate stieg aufs Jahr umgerechnet um 1,7 Prozent.
WENIGER WOHNBAU: Die Lage am US-Immobilienmarkt hat sich im Oktober überraschend stark eingetrübt. Die Zahl der Wohnbaubeginne brach aufs Jahr hochgerechnet um 10,6 Prozent auf 529'000 ein, wie das Handelsministerium mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang binnen eines Monats seit Januar. Ökonomen hatten dagegen mit einem Anstieg auf 600'000 gerechnet. Für September wurde die Zahl der Wohnbaubeginne auf 592'000 von den ursprünglich gemeldeten 590'000 nach oben revidiert. Die Zahl der Baugenehmigungen für Eigenheime fiel um vier Prozent; aufs Jahr hochgerechnet lag die Zahl der genehmigten Anträge bei 552'000. Die Zahl ist ein Barometer für den zukünftigen Häuserbau und lag deutlich niedriger als von Volkswirten mit 580'000 erwartet.
UMWORBENER ÜBERNAHMEKANDIDAT: Im Kampf gegen eine feindliche Übernahme durch den US-Lebensmittelriesen Kraft könnten dem britischen Schokoladenkonzern Cadbury zwei andere Rivalen zu Hilfe eilen. Der US-Kit-Kat-Produzent Hershey und der italienische "Nutella"-Hersteller Ferrero erklärten, sie seien dabei, ihre Optionen für Cadbury zu prüfen. Dieser Prozess sei aber noch am Anfang. Zuvor war aus Verhandlungskreisen verlautet, dass beide Unternehmen ein gemeinsames Gebot für Cadbury in Erwägung zögen. Cadbury hatte vergangene Woche die Offerte des "Milka"-Herstellers Kraft über gut 16 Mrd. Dollar als zu niedrig und strategisch unklug zurückgewiesen. Ein gemeinsames Angebot von Hershey und Ferrero könnte die Kraft-Pläne durchkreuzen. Branchenexperten haben aber Zweifel daran, ob beide Unternehmen eine solche Übernahme schultern können.

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