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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 03. Dezember 2009 - 17:40 publiziert

Bern (awp/sda) - Donnerstag, 3. Dezember
REKORD BEI FIRMENPLEITEN: Noch nie hat es in der Schweiz mehr Firmenkonkurse gegeben als 2009. Bis Ende Dezember werden es über 5000 sein, sagt die Gläubigervereinigung Creditreform voraus. Bereits nach elf Monaten gingen 4818 Unternehmen Pleite. Das sind rund ein Viertel mehr als im Vorjahrszeitraum, wie Creditreform mitteilte. Die Zahl liegt sogar schon höher als jene des Gesamtjahres 2008, als 4221 Firmen Konkurs anmelden mussten. In früheren Krisenjahren haben die Konkurse jeweils um 10 bis 13 Prozent zugenommen. Auch hat es früher eher jüngere Firmen getroffen. Nun aber gingen vermehrt auch Unternehmen in den Konkurs, die mehr als fünf Jahre im Markt tätig waren.
BANKIERS PROPAGIEREN ABGELTUNGSSTEUER: Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) propagiert weiterhin ihr neues Abgeltungssteuermodell. Diese breiter gefasste Quellensteuer sieht die SBVg als Alternative zum automatischen Informationsaustausch, welcher der Schweiz drohen könnte. Vor Schweizer Medienschaffenden in Brüssel sprach SBVg-Geschäftsführer Urs Roth von einer langfristigen Lösung. Das Abgeltungssteuermodell baut auf dem Quellensteuermodell auf, das im Zinsbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und der EU festgehalten ist.
ORANGE/SUNRISE - GESUCH IM FEBRUAR: Bei der Übernahme von Sunrise durch Orange wird das definitive Gesuch im Februar bei der Wettbewerbskommission (Weko) eingereicht. Im Moment laufe die vertiefte Prüfung der Bücher (Due Diligence), sagte der neue Orange-Chef Thomas Sieber. Der Übernahmevertrag werde im Februar unterschrieben. Mitte Februar werde dann das definitive Bewilligungsgesuch an die Weko folgen. Er rechne mit einer vertieften Prüfung des Deals durch die Wettbewerbshüter, sagte Sieber am Rande einer Branchenveranstaltung in Zürich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.
CHAM PAPER MIT MEHR GEWINN: Die Cham Paper Group weist für die ersten neun Monate 2009 bei rückläufigem Umsatz einen höheren Gewinn aus. Bis Ende September stieg das Nettoergebnis der Papierproduzentin gegenüber der Vorjahresperiode von 6,5 auf 10,9 Mio. Franken. 6,8 Millionen davon stammen allerdings aus den aufgegebenen Geschäftsbereichen. Der Umsatz sank um 16,6 Prozent auf 229 Mio. Franken. Das Betriebsergebnis (EBIT) schrumpfte von 13,4 auf 7,9 Mio. Franken. Zum Pflichtangebot, welches Grossaktionär Buru Holding den anderen Aktionären unterbreitet, äusserte sich der Verwaltungsrat neutral. Wie seit Anfang November bekannt, bietet die Buru Holding 173.40 Fr. pro ausstehende Aktie. Dies entspricht dem börsenrechtlichen Mindestangebot, an der Börse notierte der Titel am Donnerstagmorgen bei 189 Franken. Buru Holding macht das Angebot nur der Form halber.
EZB TRITT AUF DIE BREMSE: Die Europäische Zentralbank (EZB) tritt sanft auf die Bremse. Nach monatelangem harten Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise leiten die Währungshüter in den kommenden Monaten den schrittweisen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes ein. Zwar beliess der EZB-Rat bei der letzten Sitzung des Jahres den Leitzins bei einem Prozent. Vorsichtig will die Notenbank jedoch die gebeutelten Banken von ihren Hilfen entwöhnen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte in Frankfurt, der Mitte Dezember anstehende Jahrestender werde die letzte Refinanzierungsoperation dieser Art sein.
SIEMENS MIT MILLIARDENVERLUST: Der deutsche Technologiekonzern Siemens hat im vierten Quartal wegen der Belastungen durch das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks einen Verlust von gut 1 Mrd. Euro eingefahren. Siemens wertete seine Hälfte an dem Joint Venture um 1,6 Mrd. Euro ab. Operativ schlug sich Siemens in der Wirtschaftskrise aber besser als erwartet. Das Ergebnis der drei Kernsektoren Industrie, Energie und Medizintechnik kletterte im Schlussquartal 2008/09 (30. September) auch dank Einsparungen um 25 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro, wie Siemens mitteilte. Der Auftragseingang gab dagegen um 16 Prozent auf 18,7 Mrd. Euro nach, und der Umsatz um 9 Prozent auf 19,7 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr blieb bei einem Umsatz von 76,7 Mrd. Euro unter dem Strich ein Gewinn von 2,5 Mrd. Euro.
STEUERSTREIT - SCHÄRFERE TÖNE AUS KANADA: Kanada will die Grossbank UBS notfalls per Gericht zur Herausgabe der Namen von mutmasslichen Steuerhinterziehern zwingen. Wenn die seit Anfang September in dieser Sache laufenden Verhandlungen mit UBS zu nichts führten, werde die Regierung vor Gericht gehen, drohte der zuständige Minister Jean-Pierre Blackburn. Die Regierung vermutet, dass kanadische Bürger auf ausländischen Konten bei der UBS Geld vor dem Finanzamt versteckt haben. UBS Kanada wollte sich zu der Angelegenheit nicht äussern. Bis jetzt haben sich nach Angaben des Ministers 90 UBS-Kunden selbst angezeigt. 44 Fällen seien bereits geregelt und hätten rund 15 Mio. Dollar zusätzliche Steuereinnahmen gebracht.
RAZZIEN IN ÖSTEREICHISCHEN BANKEN IN ITALIEN: Italien nimmt österreichische Banken ins Fadenkreuz. Gut einen Monat nach den Razzien auf Schweizer Finanzinstitute, darunter die UBS, führten die Römer Steuerbehörden Durchsuchungen bei 38 Zweigstellen von vier österreichischen Geldhäusern durch. Die Razzien fanden im Südtirol und den nördöstlichen Regionen Friaul-Julisch-Venetien und Veneto statt. Auch in der Lombarbei und der Emilia Romagna erhielten Banken Besuch von Finanzpolizisten. Die Operation sei Teil einer grösseren Aktion gegen die Steuerhinterziehung und internationale Finanzvergehen, hiess es in der Pressemitteilung der italienischen Behörden. Die Razzia solle die "pünktliche Übermittlung aller relevanten Daten" garantieren.
ALLIANZ MITSUBISHI-PEUGEOT: In der Autobranche bahnt sich eine weitere enge Allianz eines französischen mit einem japanischen Autohersteller an. PSA Peugeot Citroën und Mitsubishi Motors prüfen eine engere Zusammenarbeit und gegenseitige Finanzbeteiligungen. Eine Kapitalbeteiligung sei eine von mehreren Optionen, über die gesprochen werde, sagte ein Sprecher von Mitsubishi Motors. PSA sprach von einer "Ausweitung der bestehenden Beziehungen, die bis zu einer strategischen Partnerschaft führen könnten".
COMCAST KONTROLLIERT NBC: In den USA übernimmt der Kabelbetreiber Comcast durch ein Milliardengeschäft die Kontrolle über den Medienkonzern NBC Universal. Comcast übernimmt von General Electric (GE) 51 Prozent. Der Rest bleibt beim Mischkonzern. Comcast zahlt dabei rund 6,5 Mrd. Dollar in bar an General Electric und bringt Firmenteile im Wert von 7,25 Mrd. Dollar ein, wie die beiden Unternehmen mitteilten. Comcast hatte schon vor fünf Jahren vergeblich versucht, den Walt-Disney-Konzern für 54 Mrd. Dollar zu übernehmen, um sein Geschäft als Kabelanbieter durch Inhalte zu stärken.

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