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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 13. April 2010 - 17:20 publiziert

Bern (awp/sda) - Dienstag, 13. April
PASSAGIERZUWACHS: Die Swiss befindet sich weiterhin im Steigflug. Die Fluggesellschaft steigerte die Zahl der Passagiere im ersten Quartal 2010 um 9,9 Prozent auf rund 3,24 Millionen. Die Auslastung der Flüge lag mit 78,3 Prozent um 5,1 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Dazu trugen nicht nur die zusätzlichen Passagiere bei, sondern auch die insgesamt leicht reduzierten Kapazitäten. Das Angebot in Sitzkilometern ging um 0,7 Prozent zurück. Auf den Interkontinentalstrecken stieg die Auslastung deutlich von 76,7 auf hohe 83,6 Prozent. Im Europageschäft stieg sie von 65,8 auf 68,4 Prozent. Das von Swiss WorldCargo betriebene Frachtgeschäft erhöhte den Frachtladefaktor im Zuge des wieder zunehmenden Welthandels kräftig von 66,8 auf 83,1 Prozent. Die Muttergesellschaft Lufthansa steigerte die Zahl der Passagiere nur um 1,2 Prozent auf rund 12,2 Millionen.
VERLUST: Die Luxushotel-Kette Victoria-Jungfrau Collection (VJC) ist im Krisenjahr 2009 in die roten Zahlen gerutscht. Die Gesellschaft fuhr einen Verlust in der Höhe von 1,2 Mio. Fr. ein. Ein Jahr zuvor hatte sie noch 3,8 Mio. Fr. verdient. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 17,7 Prozent auf 77,03 Mio. Franken. Das spiegelt den Rückgang der Übernachtungszahlen wider, die um 17,4 Prozent auf 134'980 sanken. Mit einer Verbesserung rechnet die Gesellschaft frühestens im nächsten Jahr.
GEWINNSTEIGERUNG: Die Valartis-Bankengruppe hat ihre Ertragskraft im vergangenen Jahr deutlich steigern können. Der Konzerngewinn nahm auf 62,8 Mio. Fr. zu, verglichen mit 3,3 Mio. Fr. im Jahr davor. Der Geschäftsertrag stieg auf 162,7 (Vorjahr: 52,0) Mio. Franken. Die verwalteten Vermögen beliefen sich Ende 2009 auf 6,38 (4,32) Mrd. Franken. Der Neugeldzufluss betrug 1,76 Mrd. Franken. Mit der Konsolidierung der Valartis Bank (Liechtenstein) AG nahm die Bilanzsumme auf 2,92 (1,50) Mrd. Fr. zu. Den Aktionären soll eine unveränderte Dividende von 0.50 Fr. je Aktie ausbezahlt werden.
RÜCKNAHME: Das Basler Pharma- und Generika-Unternehmen Acino muss in Deutschland sein wichtigstes Medikament vom Markt nehmen. Da ein indischer Produzent bei der Produktion des Acino-Blutverdünners Clopidogrel gepatzt haben soll, würden die entsprechenden Produkte in Deutschland nicht mehr verkauft. Das Mittel ist ein Nachahmermedikament des Blutverdünners Plavix des französischen Pharmariesen Sanofi-Aventis, das etwa bei Herzinfarkten eingesetzt wird. Auf Deutschland entfallen rund 25 Mio. Euro des weltweit mit Clopidogrel erzielten Umsatzes von 40 Mio. Euro. Das Originalpräparat Plavix ist mit Erlösen von über 9 Mrd. Dollar pro Jahr das zweitumsatzstärkste Arzneimittel der Welt - hinter dem Cholesterinsenker Lipitor von Pfizer.
ÜBERNAHME: Der Basler Pharmakonzern Roche übernimmt die Medingo von der israelischen Elron Electronics. Der Kauf stärke Roches Position im wachsenden Markt der Insulinpumpen-Systeme. Für die Akquisition leistet Roche eine Sofortzahlung in Höhe von 160 Mio. Dollar sowie bis zu 25 Prozent der Sofortzahlung als erfolgsabhängige Meilenstein-Zahlungen. Medingo hat gemäss der Mitteilung eine neue Mikropumpe zur Insulin-Abgabe entwickelt, die 2012 auf den Markt kommen soll.
GEWINNEINBRUCH: Der Mischkonzern Villars hat im vergangenen Jahr zwar weniger Umsatz erzielt, aber den Gewinn leicht gesteigert. Unter dem Strich blieben dem vorwiegend in der Gastronomie und im Detailhandel tätigen Unternehmen 3,51 Mio. Franken. Das sind 2,7 Prozent mehr als 2008. Inklusive der Immobiliensparte hat Villars 98,7 Mio. Fr. umgesetzt, was einem Rückgang von 7,1 Prozent entspricht. Der Handelsumsatz machte 94,1 Mio. Fr. aus (-7,6 Prozent), wie die Gesellschaft am Dienstag mitteilte. Auf operativer Ebene (Ebit) blieben dem Unternehmen dennoch 4,72 Mio. Fr. und damit ein um 7,9 Prozent höheres Ergebnis als noch im Vorjahr.
AKTIENVERKAUF: Forbo, Hersteller von Bodenbelägen, Klebstoffen und Kunststoffbändern, trennt sich grösstenteils von seinen Aktien am Rieter Konzern. Der Anteil am Textilmaschinen-Hersteller und Auto-Zulieferer wurde von rund 9 auf weniger als 3 Prozent gesenkt. Der Verkauf spült Forbo 92 Mio. Fr. in die Kasse. Damit gewinne das Unternehmen zusätzliche finanzielle Flexibilität. Mit dem Verkauf realisiert Forbo im laufenden Geschäftsjahr einen Finanzertrag von 43 Mio. Fr. vor Steuern. Das vom Unternehmer Michael Pieper dominierte Unternehmen verkaufte das Aktienpaket an die ebenfalls von Pieper kontrollierte Beteiligungsgesellschaft Artemis. Pieper hält direkt und indirekt rund 31 Prozent an Forbo.
BETRUG: Das spanische Industrieministerium ist einem Betrug in der Solarbranche auf die Spur gekommen. Betreiber sollen Diesel- Strom als Solarstrom ausgegeben haben, um an lukrative Subventionen zu kommen. Bei Inspektionen wurde nach Presseberichten festgestellt, dass mehrere Solaranlagen angeblich auch nachts Strom produzierten und in das Netz einspeisten. Um eine grössere Leistung der Anlagen vorzutäuschen, sollen die Betreiber Diesel- Stromgeneratoren angeschlossen haben. Nach vorläufigen Schätzungen beläuft sich der Schaden auf 2,6 Mio. Euro.
STAATSANLEIHEN: Zwei Tage nach der Einigung auf die technischen Details des Hilfspaketes für Griechenland hat Athen am Dienstag erfolgreich zwei neue Staatsanleihen aufgelegt und damit 1,56 Mrd. Euro eingenommen. Das Interesse der Investoren an den beiden Papieren sei gross gewesen, teilte die Schuldenverwaltung in Athen mit; in beiden Fällen lag die Nachfrage demnach deutlich über dem Angebot. Statt des geplanten Volumens von 1,2 Mrd. Euro für die Titel mit Laufzeiten von sechs und zwölf Monaten sammelte Griechenland am Dienstag insgesamt 1,56 Mrd. Euro ein. Die Gebote hatten sich dabei auf rund 8,5 Mrd. Euro summiert. Die erste Ausgabe seit der Bekanntgabe des Milliarden-Rettungspakets der Euroländer galt somit am Markt als Erfolg.
AUFSTOCKUNG: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sein Krisenbudget auf 550 Mrd. Dollar mehr als verzehnfacht. Der IWF-Verwaltungsrat habe die Aufstockung beschlossen, um die Nothilfe-Kasse NAB (New Arrangements to Borrow) zu einem "flexibleren und effektiveren Werkzeug" im Umgang mit Finanz- und Währungskrisen zu machen. Die Aufstockung müsse noch von den 39 zum NAB beitragenden Ländern abgesegnet werden. Bislang gebe es die Zustimmung von 17 IWF-Mitgliedstaaten, darunter elf EU-Ländern.
WIRTSCHAFTSWACHSTUM: Nach Einschätzung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) wachsen die Volkswirtschaften von 45 Schwellenländer des Kontinents dieses Jahr um 7,5 Prozent. Die Konjunktur in Asien und im pazifischen Raum erhole sich deutlich von der Weltwirtschaftskrise. Für 2011 prognostizieren die Experten ein Wachstum von 7,3 Prozent. Letztes Jahr hatte das Wachstum in der Region 5,2 Prozent betragen - ein Acht-Jahres-Tief. Zu den untersuchten Schwellenländern gehören China, Indien, Singapur, Aserbaidschan und Papua-Neuguinea.
UMSATZPLUS: Der weltgrösste Luxusgüter-Konzern LVMH hat im ersten Quartal 2010 von besseren Geschäften in Europa und den USA profitiert. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf rund 4,5 Mrd. Euro. Bei den von der Rezession besonders getroffenen Geschäftsbereichen Weine, Spirituosen, Uhren und Schmuck hätten die Kunden wieder vermehrt zugegriffen. Zudem hätten Händler ihre Lager gefüllt. Zu LVMH gehören unter anderem der Handtaschenhersteller Louis Vuitton, die Luxusbekleidungs-Marke Christian Dior und die Cognac-Marke Hennessy.

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