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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 27. April 2010 - 17:40 publiziert

Bern (awp/sda) - Dienstag, 27. April 2010
ABSAGE: Die Orascom Development Holding AG des Ägypters Samih Sawiris hat eine für (heute) Dienstag geplante Aktienkapitalerhöhung abgeblasen. Grund waren ungewöhnlich starke Handelsaktivitätenan der Schweizer Börse gekoppelt mit einem starken Aktienkursrückgang am Montag. Geplant war eine Aktienkapitalerhöhung von rund 2,32 Millionen Namenaktien, die rund 9.9 Prozent des Grundkapitals entsprechen.
LÖSUNG: Die Versicherung Baloise löst ihre deutschen Töchter aus ihrer unbequemen Zwangsgemeinschaft mit Konkurrent Signal Iduna: Die beiden Versicherungskonzerne hätten sich auf Eckpunkte zur Entflechtung der drei Gesellschaften des Deutschen Rings geeinigt. Die beiden Baloise-Töchter Deutscher Ring Sach und Deutscher Ring Leben werden somit vom genossenschaftlich organisierten Deutscher Ring Krankenversicherungsverein, Teil der Signal-Iduna-Gruppe, getrennt: Nach eineinhalb Jahren Streit erreichten die Kontrahenten nun eine Absichtserklärung. Der Vertrag soll laut Baloise-Chef Martin Strobel Ende Mai unterzeichnet werden.
INVESTITION: Die Bank Linth in Uznach SG schlägt im Raum Zürich/Ostschweiz eine Vorwärtsstrategie ein. Die Tochter der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) investiert in den nächsten acht bis zehn Jahren 20 Mio. Fr. in die Geschäftsstellen-Infrastruktur. Die Regionalbank möchte sich als eine der führenden Banken im Retail und Private Banking etablieren. Dazu werden mindestens sechs neue Geschäftsstellen eröffnet und schrittweise 60 Mitarbeitende eingestellt.
GEWINN: Erfolgreiche Geschäfte im Investmentbanking haben der Deutschen Bank den zweithöchsten Quartalsgewinn ihrer Geschichte beschert. Mit 2,8 Mrd. Euro vor Steuern übertraf Deutschlands grösstes Bankhaus den Gewinn aus dem Vorjahr um eine Milliarde. Auch die Analysten hatten im Schnitt rund 800 Mio. Euro weniger erwartet. Allein die Investmentbank verdiente - vorab im Handel mit Anleihen und Aktien, Währungen und Rohstoffen - 2,7 Mrd. Euro, so viel wie nie zuvor in einem Quartal. Die Investmentsparte profitierte davon, dass der Markt für Emissionen anzog, die Volumina wieder grösser wurden und Investoren wieder zu mehr Risiko bereit waren.
SCHADEN: Der EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hat die Verluste für den Flugverkehr angesichts der Auswirkungen der Vulkanasche auf "1,5 bis 2,5 Milliarden Euro" geschätzt. In diesen Kosten seien Schätzungen der Fluggesellschaften, von Anbietern und Flughäfen enthalten. Deshalb mahnte Kallas, die Zahlen stünden teilweise auf "wackeligem Grund". Berücksichtigt seien auch jene Zahlen, welche die Reiseveranstalter geliefert hätten und nicht nur die Verluste für die verschiedenen Luftlinien "in engerem Sinn". Angesprochen auf allfällige Staatshilfen verwies der Verkehrskommissar darauf, dass dies in erster Linie in den Händen der einzelnen EU-Staaten liege. Die Kommission nehme dann eine Evaluierung solcher Anfragen um Staatsbeihilfe vor.
VERLUST: Russlands grösstes Autowerk Avtovaz (Lada) hat im Krisenjahr 2009 erneut ein Minus eingefahren. Der Netto-Verlust lag bei 38,6 Mrd. Rubel (1,43 Mrd. Franken). Das ist nahezu sechsmal höher als 2008. Den Verlust führte das Unternehmen hauptsächlich auf eine drastisch gesunkene Nachfrage als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise zurück. Gegensteuer sollen neue Autos geben: Avtovaz plant, Ende 2011 oder Anfang 2012 mit der Produktion von fünf Modellen zu beginnen, davon zwei unter der Marke Lada. Geplant ist unter anderem ein Billigauto.
PROGNOSE: Daimler-Chef Dieter Zetsche hat nach einem deutlichen Gewinnsprung im ersten Quartal die Jahresziele kräftig angehoben. Der Autohersteller peile nach dem starken Start in 2010 ein operatives Ergebnis von über 4 Mrd. Euro an. Das Ergebnis nach Steuern lag im Auftaktquartal bei 612 Mio. Euro. In den ersten drei Monaten 2009 hatte der Premiumhersteller einen Fehlbetrag von 1,3 Mrd. Euro verbucht. Das operative Ergebnis erhöhte sich dank des kräftig anziehenden Autoabsatzes entsprechend von minus 1,4 Mrd. auf plus 1,2 Mrd. Euro. Den Konzernumsatz baute Daimler im Jahresvergleich von 18,7 Mrd. auf 21,2 Mrd. Euro aus. Den kräftigsten Rückenwind bekam der Autobauer in den ersten Monaten von seiner Personenwagen-Sparte Mercedes-Benz Cars und den stark angezogenen Verkaufzahlen im Oberklasse- und Luxussegment.
VERBESSERUNG: Das Konsumklima in Deutschland verbessert sich. Nachdem der seit November 2009 andauernde Abwärtstrend bereits im April zum Erliegen gekommen war, nahm der Konsumklima-Wert der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für Mai auf 3,8 Zähler zu. Im Vormonat hatte er noch bei revidiert 3,4 Punkten gelegen. Die Signale für eine Erholung der deutschen Wirtschaft würden stärker, erläuterten die Konsumforscher. Es sehe so aus, als ob die deutsche Wirtschaft die Krise hinter sich gelassen habe und sich nun nach und nach aus der tiefsten Rezession der Nachkriegszeit herausarbeite.
VERDOPPELUNG: Der Ölkonzern BP hat den Gewinn im ersten Quartal dank steigender Ölpreise mehr als verdoppelt. In den drei Monaten bis Ende März verdiente das britische Unternehmen zu Wiederbeschaffungskosten 5,6 Mrd. Dollar, das waren 135 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit nähert sich das Ergebnis wieder den Traumprofiten aus der Zeit vor der Krise an. Vor einem Jahr hatte der Konzern die Wirtschaftskrise mit einem kräftigen Gewinneinbruch deutlich zu spüren bekommen. Die Produktion stagnierte im ersten Quartal auf dem Vorjahreswert von gut vier Millionen Barrel. Im Gesamtjahr soll sie trotz der Wirtschaftserholung leicht sinken. Die Quartalsdividende bleibt mit 14 Cent je Aktie stabil.

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